Zoo Eberswalde: Neue Attraktion soll Gäste locken

Zoo Eberswalde: Aus der Hand von Zootierpflegerin Monique Bartsch erklettert sich ein Chamäleon seinen neuen Lebensraum.
Torsten Stapel- Zoo Eberswalde eröffnet neues „Madagaskar-Haus“ mit Reptilien wie Chamäleons und Geckos.
- Lebensräume der Tiere wurden an ihre natürlichen Bedingungen in Madagaskar angepasst.
- Ziel: Artenschutz fördern und bedrohten Arten eine Heimat bieten.
- Eröffnung markiert erstes Bauprojekt unter Zoo-Leiterin Paulina Ostrowska.
- Umweltbildung und Artenschutzprojekte in Madagaskar werden durch Stiftung unterstützt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es geht ein leichter Wind durch die Wälder, grün ist es am frühen Samstagnachmittag (12.7.) im Eberswalder Zoo. Regenwasserschwere Blätter lassen die Zweige der umstehenden Bäume durchhängen. Ja, es regnet. Endlich! Heute regnet es sich ein, den gesamten Tag hindurch. Besucher reisen vorsorglich mit Schirmen oder Plastikumhängen an, um sich vor dem heruntertropfenden Nass zu schützen und dennoch wissbegierig, staunend und erholungsuchend im Zoo zu verweilen. Denn gerade jetzt zeigt sich echtes Interesse, widriger Umstände zum Trotz.
Auf dem Weg zum neuen „Madagaskar-Haus“ lugen neugierig zwei Lamas durch das feuchte Laub. Jungtiere, steht auf einem Infoschild gleich in der Nähe. Im Gebüsch hinter der nächsten Wegbiegung leuchtet vermeintlich ein signalorange gemusterter Schlangenkörper. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich jedoch ein originell ineinander verschränktes Altreifen-Konstrukt. Man lässt sich etwas einfallen, um anregende Reize zu schaffen und den Besuchenden auf das zu sensibilisieren, was es hier im Zoo zu entdecken und erleben gibt.
Viel Arbeit für Mitarbeiter im Zoo Eberswalde
Die nächste links und dann die Anhöhe, gleich geschafft, das Tigergehege lasse ich, weil ich es eilig habe, „rechts liegen“. Flink finde ich schließlich per neugestaltetem Lageplan zum „Madagaskar-Haus“. Davor ist auch schon helle Aufregung, einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind versammelt. Sie machen Selfies oder fotografieren sich gegenseitig. Heute ist Eröffnung, freuen sie sich. Dazu gebe es auch allen Grund, sagt Paulina Ostrowska, die 2023 die Leitung des Zoos übernommen hatte und im selben Jahr gemeinsam nach Beratung mit ihrem Team entschied, das Konzept „Ameisenhaus“ aufzugeben und das bestehende Gebäude für vom Aussterben bedrohte Tierarten herzurichten. „Ein Ameisenstaat lebt nur gewisse Zeit“, sagt sie. „Und dann spielte uns die Expertise von Mitarbeiterin Monique Bartsch in die Hände.“
Die Freude ist ihr anzusehen, während sie fortfährt: „Ich bin so stolz auf alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in liebevoller Handarbeit dieses Projekt umgesetzt haben.“ Dabei gebe es Vorgaben, die einzuhalten sind. Die neuen Bewohner, es handelt sich um Reptilien, wie Chamäleons und Gekkos erheben klimatische Ansprüche an ihren Lebensraum, geben sich jedoch beim Platzangebot genügsam. Hier weiß Monique Bartsch von ihren Erfahrungen im Umgang mit den Tieren und von mehrfachen Aufenthalten auf der Insel Madagaskar zu berichten: „Ich habe vor Ort festgestellt, dass ein und dasselbe Tier seinen natürlichen Lebensraum von nur wenigen Quadratmetern nicht verlässt und es hat mich interessiert, wie dort die Umgebungsbedingungen sind. Es herrscht ein feuchtes Klima und es geht ein leichter Wind durch den Wald“, beschreibt sie ihre Beobachtungen.
Natürliche Lebensbedingungen im Zoo Eberswalde schaffen
„Regelmäßig habe ich vor Ort zum Beispiel auch die Bodentemperatur gemessen.“ Paulina Ostrowska ergänzt die Ausführungen ihrer Mitarbeiterin: „Wir wollten Lebensbedingungen für die Tiere schaffen, die denen ihrer natürlichen Umgebung weitgehend entsprechen und wollten, dass sie auch jagen und ihre normalen Verhaltensweisen zeigen.“ Weiter führt sie aus, Zoos haben auch die Aufgabe bedrohte Arten zu beobachten, zu vermehren und somit einen Beitrag zur Arterhaltung zu leisten.

Einweihung des Madagaskar-Hauses: Zoo-Leiterin Paulina Ostrowska (rechts) und Eberswaldes Kulturdezernent Berns Schlüter (links) bei der Eröffnung des neuen Hauses.
Torsten StapelDarüber hinaus werden über eine Artenschutzstiftung Umweltbildung und Artenschutzprojekte vor Ort auf Madagaskar ermöglicht, um die einheimische Bevölkerung aufzuklären. Denn nach wie vor brennen auf Madagaskar regelmäßig Waldflächen, welche die Bauern für den Reisanbau nutzen. Für Paulina Ostrowska ist das „Madagaskar-Haus“ im Eberswalder Zoo das erste bauliche Projekt, welches sie als dessen Leiterin verantwortet. Wie sie die Terrarien einrichten müssen, haben sie oft im Arbeitsteam diskutiert, sodass die Tiere sich wohlfühlen.
Madagaskar als Hort der Diversität
Einzelteile wurden auch aus dem Baumarkt besorgt und handwerklich-kreativ verbaut, wobei auch spezielle Technik, wie eine automatisierte Beregnungsanlage, oder Ventilatoren - denn einige Arten sind frischluftbedürftig - und UV-Licht zum Einsatz kommt. Allerdings genügt ein einziger gewöhnlicher Heizkörper, um die Raumluft zu erwärmen. Hinter mannshohen Glasflächen wird das Regenwaldleben gut beobachtbar. „Madagaskar ist ein Diversitäts-Hotspot“, so Ostrowska. „Viele Arten sind dort endemisch, es gibt sie sonst nirgends auf der Welt.“ Mir wird deutlich, mit dem neuen „Madagaskar-Haus“ öffnet sich ein Fenster in die Natur der viertgrößten Insel der Welt.
