Zoo Eberswalde: Serval bekommt Ziehvater
Manchmal laufen die Dinge im Tierreich nicht wie geplant. Im Eberswalder Zoo ist seit etwa vier Wochen wieder die pflegende Hand von Tierpfleger Uwe Fanke gefragt. Ein Serval-Jungtier musste in seine Obhut übergeben werden. Die Mutter zeigte einen übertriebenen Pflegetrieb und hatte ihr einziges Junges bereits wund geleckt. Das Serval-Mädchen drohte daran zu sterben. Also entschied sich das Zoo-Team Jungtier und Mutter zu trennen. Seither zieht Uwe Fanke es mit der Flasche groß.
Nachts geht es mit nach Hause
Auch zuhause. Denn die Nächte verbringt die vier Wochen alte Katze mit der typischen gefleckten Fellzeichnung ebenfalls bei dem Pfleger daheim, wird nachts mehrfach mit Milch gefüttert und umsorgt. Servale gehören zu den in Afrika beheimateten Wildkatzen. Sie lassen sich zwar mit der Hand aufziehen, bleiben aber wilde Tiere, die sich in ihrem Wesen dem Menschen gegenüber auch mal aggressiv zeigen können, wenn sie zu sehr an ihn gewöhnt sind, erklärt Uwe Fanke. Um dieses Verhalten abzulegen, werden sie in der privaten Haltung – was durchaus vorkommt – gern mit Hauskatzen gekreuzt. Zoochef Bernd Hensch hält davon nichts. „Wir geben unsere Tiere nie an private Halter ab“, sagt er.
Sobald die junge Katze alt genug ist, erhält sie ein eigenes Gehege im Zoo, bis sie dann in eine andere Einrichtung wechselt. Abgegeben werden Tiere ausschließlich an andere Tierparks und Zoos und das stets kostenlos. Geld fließt dabei nicht, versichert Hensch. Für die Besucher wird das Tier erst einmal im Verborgenen heranwachsen. Glücklicherweise hat ein zweites erfahreneres Serval-Weibchen ebenfalls Jungtiere. Gleich vier an der Zahl. Zwei Männchen und zwei Weibchen. Der Zoo sucht nun also für insgesamt drei Weibchen und zwei Männchen Namen, lässt Zoodirektor Bernd Hensch wissen. Vorschläge werden in der Zooverwaltung oder Zooschule gern entgegengenommen.
Jede Menge los ist derzeit bei den Wildschweinen. Hier haben drei Bachen insgesamt 22 Frischlinge bekommen, die nun zwischen den insgesamt sechs Alttieren herumwuseln. Nach Jahren ohne Nachwuchs ein wahrer Erfolg. Die typische bräunlich gestreifte Färbung findet man nicht nur bei den Wildschweinfrischlingen. Auch der Nachwuchs der Hängebauchschweine weist eine solche Fellfärbung auf, die aber nach ein paar Monaten verschwindet. Vier Mini-Hängebauchschweine, am 18. April geboren, erfreuen derzeit die Besucher. Die kamen übrigens über die Osterfeiertage in Scharen in den Eberswalder Tierpark.
Gut 14 500 Besucher sind es an den vier Feiertagen insgesamt gewesen. Und auch danach zog das gute Wetter die Menschen schlichtweg an. „Die beiden Ferienwochen waren die erfolgreichsten, die wir je hatten“, sagt Bernd Hensch. Deutschlandweit war das vergangene Jahr für Zoos und Tierparks ein Erfolg. In allen im Verband der Zoologischen Gärten organisierten deutschen Einrichtungen kamen in 2018 34,9 Millionen Besucher zusammen. Auch Eberswalde ist dort Mitglied. Mit denen in der Schweiz und Österreich sind es sogar 43,6 Millionen Besucher. Rekord.
Zoos können sich über mangelnde Beliebtheit also nicht beschweren. Nicht zuletzt die Zucht gefährdeter Arten, mit der der Eberswalder Zoo beispielsweise aktiv wirbt, tragen dazu bei.
Stadt fördert Erlebnispfad
Das Langzeitprojekt „Eiszeiterlebnispfad“ ist am Montagabend einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Die Stadt Eberswalde hat einem Zuschuss in Höhe von 37 500 Euro zugestimmt. 739 000 Euro soll der über den Gehegen der Wölfe und Bären schwebende Pfad kosten. Zu 85 Prozent wird das Vorhaben gefördert. Seit 2015 existiert die Idee im Zoo bereits, diesen besonderen Pfad zu errichten. Derzeit laufen noch die Arbeiten am Urwaldhaus.
Namensvorschläge für die Serval-Jungen an zoo@eberswalde.de oder Tel. 03334 22733

