60 Jahre Einschulung
: Ehemaligentreffen in Eisenhüttenstadt

Sie gingen zwischen 1959 und 1969 gemeinsam zur Schule. Jetzt, 60 Jahre später, haben sie sich getroffen.
Von
Jörg Hanisch
Eisenhüttenstadt
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  • Nach 60 Jahren: Vor der Grundschule 1 am Platz des Gedenkens trafen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler, die 1959 dort eingeschult wurden.

    Nach 60 Jahren: Vor der Grundschule 1 am Platz des Gedenkens trafen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler, die 1959 dort eingeschult wurden.

    Dietmar Puttins
  • Organisatoren: Axel Bierhaupt und Sabine Lohse freuten sich, dass ihr Lehrer Heinz Krause (M.) mit Ehefrau Hannelore erschien.

    Organisatoren: Axel Bierhaupt und Sabine Lohse freuten sich, dass ihr Lehrer Heinz Krause (M.) mit Ehefrau Hannelore erschien.

    Dietmar Puttins
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Wenn man sich 60 Jahre nach der Einschulung wieder trifft, kann so ein Tag Überraschungen bereithalten. So etwa das Wiedererkennen lange nicht gesehener Klassenkameraden, nach dem Motto: „Du bis doch der Heinz?"…. „Nein ich bin der Udo und saß zwei Reihen hinter Dir….“ Für die ehemaligen Schüler der Schule 1 war die Wiedersehensfreude sehr ergreifend, denn nicht alle konnten an jenem 2. November 2019 mehr dabei sein.

Viele Belege sind digitalisiert

Eine weitere Überraschung war das Treffen vor der Schule am Platz des Gedenkens und die Begrüßung durch Schulleiterin Doris Paulke. Sie begann ihre Laufbahn 1987 an der Georgi–Dimitroff–Oberschule und steht heute dem Kollegium der Astrid–Lindgren–Grundschule vor.

Mit Freude führte sie die Ehemaligen, die von 1959 bis 1969 an dieser Schule lernten, durch die Räume. Schon bei den ersten Bildern der Chronik, die in den Fluren hingen und die Entwicklung der ersten 50 Jahre der Schule dokumentierten, kamen Erinnerungen hoch.

Erinnern an seine ehemaligen Schüler konnte sich auch Sport– und Geografie–Lehrer Heinz Krause, der sehr gern mit Ehefrau Hannelore, ebenfalls Lehrerin, zum Treffen gekommen war. Von 1964 bis 1984 unterrichtete er Generationen von Schülern in Eisenhüttenstadt und diese hatten bleibende Erinnerungen an ihn, als engagierten, einfühlsamen, aber auch strengen Lehrer, dem man mit Achtung begegnete.

Beim Gang durch die Klassen und Fachkabinette wurde geplauscht, erinnert und viel fotografiert, denn die Gelegenheit, die ehemalige Schule zu besuchen, gibt es nicht oft. Manchmal schien die Zeit stehen geblieben zu sein, wie im Musikzimmer. Hier fühlten sich die Anwesenden zurückversetzt in ihre Schulzeit.

Diese wurde auch abends in einem Schönfließer Gasthaus noch einmal vertieft, als Sabine Lohse aus Chemnitz und eine der Organisatorinnen des nunmehr sechsten Treffens eine Chronik der Klasse 4a und Fotoalben aus ihrer Tasche holte. Andere hatten Fotos auf einem Tablett mit, darunter ein Klassenbild von 1963 mit Klassenlehrerin Fräulein Irmtraut Tschapke, die heute in Potsdam lebt. Mittlerweile existieren viele digitalisierte Belege der Schulzeit vom Einschulungsfilm bis hin zum Klassentagebuch der A–Klasse auf CD und Erinnerungen, wie die 16tägige Fahrt ins Zeltlager an die Ostsee nach Trassenheide 1966 mit 16 Schülern und Heinz Krause.

Aber auch der freiwillige Arbeitseinsatz beim Erweiterungsbau der Turnhalle nach der 10. Klasse blieb in guter Erinnerung. „Wir Mädels haben geschuftet, wie es auf dem Bau nun mal so ist, Schutt beseitigt“, erzählte Sabine Lohse, die später Laborantin im EKO lernte

Es war eine schöne Zeit

Die einhellige Meinung zur Schulzeit und zum Aufwachsen in Eisenhüttenstadt war: „Es war eine wunderschöne Zeit in einer jungen aufstrebenden Stadt. Es hat einfach Spaß gemacht, hier zu leben.“

Bis gegen Mitternacht wurde zusammen gefeiert und auch darüber diskutiert, ob die Abstände der Treffen von fünf Jahren verkürzt werden sollten. Heinz Krause brachte es bei seiner Verabschiedung auf den Punkt: „Macht weiter so, trefft Euch und nicht erst in fünf Jahren. Das ist wichtig, denn heute sind alle noch top drauf. Bis zum nächsten Mal und danke für die Einladung!“.