Abkühlung: Wassersprenger in der Lindenallee
Ob der Hitzerekord in den nächsten Tagen geknackt wird, ist noch nicht klar. Klar ist aber: Es wird sehr heiß. Die städtische Gebäudewirtschaft hat sich deshalb einen besonderen Service einfallen lassen. Von Dienstag bis Donnerstag werden im Bereich des Brunnens in der Lindenallee in der Zeit von 11 bis 16 Uhr Wassersprenger aufgestellt. Am Montag haben die Hauswarte dazu schon Vorbereitungen getroffen.
„Alle Kinder, die sich abkühlen wollen, können diese Gelegenheit gerne nutzen“, sagt Oliver Funke, Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft. Darüber hinaus werde auch die Kräuterhexe vor Ort sein, um mit den Kindern zu basteln oder sie zu schminken. Zur Straße hin wird eine Absperrung errichtet, damit es zu keinen Konflikten mit dem Straßenverkehr kommt. Die Planschbecken und Brunnen, die es in den Innenhöfen in der Innenstadt gibt und bei solchen hohen Temperaturen sicherlich gerne genutzt würden, werden aber nicht reaktiviert. Zum Teil sind die Becken, die noch zu DDR–Zeiten rege in Betrieb waren, mit Blumen bepflanzt. Auch wäre der Reperaturaufwand nicht gering. Hauptgrund ist aber, dass das Wasser täglich gewechselt werden müsste. „Die Auflagen sind so hoch“, erklärt Oliver Funke.
Derweil ist Birgit Pötsch von der Stadtwirtschaft mit einem mobilen Wassertank derzeit täglich im Stadtgebiet unterwegs. 2500 Liter fasst der Tank auf dem Multicar. Insgesamt seien zwei Multicars täglich von 6 bis 14.45 Uhr im Einsatz, sagt Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung. „Die zwei Fahrzeuge haben 5000 Liter Wasser, welches zur Bewässerung in fünf bis sechs Touren an den unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet zum Einsatz kommen“, so Reichl. Versorgt werden unter anderem die Blumenrosenbeete in der Lindenallee, die sechs Blumenbeete im Mittelstreifen der Straße der Republik, aber auch die 43 Blumenkübel mit Wechsel–Dauerbepflanzung. Insgesamt zwischen 25 000 und 30 000 Liter Wasser werden pro Tag auf diese Weise verteilt.
Ansonsten wird nicht mehr gegossen als sonst, erklärt Simone Kuntzagk, Leiterin Grünanlagenservice bei der Stadtwirtschaft, die im Auftrag der Stadt die öffentlichen Grünflächen betreut. „Es ist der normale Zyklus.“ Im Sommer, wenn es nicht geregnet hat, bekommen auch Bäume alle 14 Tage eine Extra–Portion Wasser. Bisher galt dies für Gehölze, die in den vergangenen drei Jahren angepflanzt wurden, inzwischen werde fünf Jahre zurückgegangen. Alle zwei Wochen kriegt ein Jung–Baum 80 Liter Wasser spendiert. Derweil lassen sich durch die Hitze und Trockenheit auch schon Schäden verzeichnen. Vor allem Birken sind betroffen, aber auch Fichten, Bäume, die nur flache Wurzeln bilden.
Bei den Rasenflächen dagegen müssen sich die Eisenhüttenstädter an den Anblick von verdorrten Teilflächen gewöhnen — bis auf wenige Ausnahmen. Am Gartenfließ und in der Lindenallee sind feste Anlagen installiert, die Wasser verteilen. Darüber hinaus wird nicht gewässert.
Verband bleibt gelassen
Beim Trinkwasser– und Abwasserzweckverband (TAZV) sieht man derweil den heißen Tagen gelassen entgegen. Wasser gibt es ausreichend, auch bei extrem heißen Tagen. Bis zu 10 000 Kubikmeter Wasser fließen an solchen Tagen durch die Leitungen des TAZV, sagt Daniel Friedrich, Betriebsstättenleiter Trinkwasser beim TAZV. In den Wintermonaten sind es zwischen 6000 bis 7000 Kubikmeter Wasser. Daniel Friedrich sagt aber auch, dass jetzt schon im Juni so viel Trinkwasser gefördert wurde wie im gesamten Juli des vergangenen Jahres.


