Nach den schweren Einschnitten durch den Lockdown in Folge der Corona-Pandemie vor allem in den Monaten März bis Juni dieses Jahres erholt sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Oder-Spree weiter. Im Monat September haben lediglich zwölf Betriebe bei der Agentur für Arbeit angezeigt, dass sie eventuell von der Kurzarbeiterregelung Gebrauch machen wollen, im August waren es noch 16 Betriebe.

1786 Anzeigen auf Kurzarbeit seit März

„Wir bewegen uns auf einem sehr geringen Niveau und die Zahlen sind auch weiter rückläufig“, sagt Torsten Hesse, Bereichsleiter für die Agenturen für Arbeit im Landkreis Oder-Spree. Wie gering die Anträge sind, macht die Zahl der Betriebe deutlich, die seit März dieses Jahre Kurzarbeit angezeigt haben: Im Landkreis Oder-Spree waren es 1786 Betriebe.

17 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit

Inzwischen liegen der Agentur für Arbeit auch erste Auswertungen für die Monate März und April vor, wie viele Betriebe tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen haben und wie viel Beschäftigte davon betroffen waren. Im März waren es 670 Betriebe mit 4507 Beschäftigten. Im April gab es eine deutliche Steigerung auf 1226 Betriebe mit 9633 Beschäftigten. Bei 55.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt in Oder-Spree bedeutet das, dass im April rund 17 Prozent aller Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen waren.

Wahrscheinlich Höchststand im April

Torsten Hesse vermutet, dass im April der Höchststand bei der Kurzarbeit erreicht worden ist. Weitere konkrete Auswertungen für die Folgemonate liegen für den Bereich Oder-Spree noch nicht vor. Für den gesamten Agenturbereich Frankfurt, zu dem die Kreise Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Frankfurt gehören, lässt sich sagen, dass die Zahlen im Mai um zehn Prozent zurückgegangen sind, erklärt Torsten Hesse.

Einzelhandel besonders betroffen

Auch lasse sich inzwischen für den Monat März eine betriebliche Differenzierung bei der Kurzarbeit vornehmen. „Ganz deutlich liegt die Gastronomie vorne mit 136 Betrieben, gefolgt vom Einzelhandel mit 91 Betrieben“, erklärt Torsten Hesse. „Die beiden Bereiche machen 45 Prozent der Kurzarbeit im Landkreis Oder-Spree im März aus“, so Torsten Hesse. „So haben wir es auch vermutet.“

Hoffen auf die Herbstbelebung

Derweil ist die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Geschäftsstelle Eisenhüttenstadt im September im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. 1772 Männer und Frauen haben keinen Job, 15 weniger als im August. Wie sehr sich aber die Corona-Pandemie auswirkt, zeigt ein Vergleich zum Vorjahresmonat: Da waren 206 Personen weniger arbeitslos.
Perspektivisch sieht Torsten Hesse auch im Bereich Eisenhüttenstadt eine leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Er setzt dabei auch auf die saisonale Herbstbelebung, bevor im Winter, auch saisonal bedingt, die Arbeitslosigkeit erfahrungsgemäß steigt. Mit zum Optimismus trägt bei, dass Arbeitgeber inzwischen auch wieder verstärkt offene Stellen melden. Allerdings zeigt auch da der Vergleich zum Vorjahresmonat die Verwerfungen: derzeit sind 35 offene Stellen weniger gemeldet. Auch in anderen Geschäftsstellenbereichen zeigt sich ein ähnliches Bild. Ob die Herbstbelebung wirksam werden kann, hängt aber auch davon ab, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt.

Angebote für Weiterbildung

Torsten Hesse wirbt dafür, dass Betriebe und Arbeitnehmer in Kurzarbeit Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. „Ein ganz Reihe von Betrieben nutzt das Angebot“, sagt Torsten Hesse und er betont: „Wir haben als Agentur für Arbeit für Qualifizierung ausreichend finanziellen Spielraum.“

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Eisenhüttenstadt


- Die Arbeitslosigkeit hat sich von August auf September um 15auf 1772Personen verringert.

- Das waren 206 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr.

- Die Arbeitslosenquote betrug im September 6,6 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,8 Prozent.

- Dabei meldeten sich 169 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 111 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 181 Personen ihre Arbeitslosigkeit.

- Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 2291 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 496 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

- Der Bestand an Arbeitsstellen ist im September um 12Stellen auf 243 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 35 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im September 56 neue Arbeitsstellen, drei mehr als vor einem Jahr.