ArcelorMittal und der Erdgaslieferant VNG Handel & Vertrieb kooperieren künftig miteinander, um die Produktion von Stahlerzeugnissen am Standort Eisenhüttenstadt nachhaltiger zu gestalten. Dies teilte das Stahlunternehmen in Ostbrandenburg am 6. Dezember mit. Das Ziel wird in dem Statement wie folgt definiert: „Bis 2030 will ArcelorMittal als weltweit größtes Stahl- und Bergbauunternehmen in Europa 30 Prozent der CO2-Emissionen einsparen und bis 2050 klimaneutral produzieren.“

Erdgas wird eingesetzt

Im Eisenhüttenstädter Stahlunternehmen plant man in diesem Rahmen zunächst, den CO2-Ausstoß in der Stahlherstellung ab 2021 mit einer Umstellung des Hochofens um etwa fünf Prozent pro Jahr zu verringern. Dafür werde im Hochofen künftig Erdgas eingesetzt, um den Kohlebedarf zu reduzieren, was neben der Senkung von CO2-Emissionen außerdem zu niedrigeren Energiekosten beitrage. Die Umrüstung des Ofens soll bis Mitte 2021 abgeschlossen sein, die Kosten für diese Investitionen belaufen sich auf rund vier Millionen Euro.

Dann folgt Wasserstoff

Im Rahmen der Klimastrategie des Konzerns beabsichtigt ArcelorMittal Eisenhüttenstadt – ebenfalls gemeinsam mit VNG Handel & Vertrieb – in einem späteren Schritt die Beimischung von CO2-neutralem Wasserstoff, sobald dieser in ausreichender Menge und zu wirtschaftlichen Kosten zur Verfügung steht.
Bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) produziert nur noch ein Hochofen, der 1997 in Betrieb genommen wurde.

Hochofen ist bereits altmodisch

Und dennoch ist er bereits altmodisch, denn die Stahlindustrie gehört weltweit zu den größten Emittenten – auch für CO2, das gab Michael Bach, AMEH-Arbeitsdirektor, bei einem Pressetermin im vergangenen Sommer unumwunden zu. Er weiß, dass der Hochofen sauberer werden muss. Diesbezüglich wurde auch schon einiges getan. „Wir haben aber noch Optimierungspotenzial“, erklärt Bach. „Doch um richtig gut zu werden, brauchen wir neue Technologien.“ ArcelorMittal hat seit Jahren einen extra Energiebeauftragten.