ArcelorMittal Eisenhüttenstadt
: Neuer Posten für Stahl-Manager – und klare Worte

Rainer Böse, der CEO von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und Bremen, hat einen weiteren Posten übernommen. Wieso er die Politik zum Handeln auffordert.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und CEO Rainer Böse

Rainer Böse ist nicht mehr nur CEO von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und Bremen.

Janet Neiser, Arne Langner/ArcelorMittal Germany
  • Rainer Böse wird CEO von ArcelorMittal Deutschland – zusätzlich zu Eisenhüttenstadt und Bremen.
  • Er fordert von der Politik Maßnahmen gegen Energie- und CO₂-Kosten-Nachteile für die Stahlbranche.
  • Böse betont die Zusammenarbeit mit qualifizierten Belegschaften als Schlüssel zu Lösungen.
  • Kritik an unlauteren Importen und fehlendem CO₂-Grenzausgleich für europäische Stahlprodukte.
  • Klarer Appell: Rahmenbedingungen müssen stimmen, um klimaneutrale Stahlproduktion zu ermöglichen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nun geht alles ganz schnell: Rainer Böse, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und Bremen, hat nun zusätzlich die Funktion als CEO der Landesgesellschaft ArcelorMittal Deutschland übernommen. Das gibt der Konzern in einer Pressemitteilung bekannt.

Der 57-Jährige ist erst seit Juni CEO (Chief Executive Officer) der beiden Flachstahlstandorte des Stahlkonzerns in Deutschland.

Dass der Vorsitzende der Geschäftsführung auch den Chefposten bei ArcelorMittal Germany übernimmt, ist nicht neu. Das war bereits bei seinen Vorgängern der Fall.

Rainer Böse lobt Beschäftigte von ArcelorMittal

Rainer Böse wird in der Pressemitteilung von ArcelorMittal wie folgt zitiert: „Wir haben starke und qualifizierte Belegschaften an unseren Standorten in Deutschland. Ich weiß, was wir gemeinsam leisten können, wenn wir an einem Strang ziehen. So gehen wir die Herausforderungen an, die vor uns liegen.“

Die ausgeprägte und lang anhaltende Nachfrageschwäche für europäische Stahlprodukte werde nach wie vor durch unlauteren Wettbewerb mit hohen Importen nach Europa begleitet, so ArcelorMittal. Bisher gebe es keine ausreichend vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen bei den Energie- und CO₂-Kosten mit Ländern außerhalb Europas. Die Löcher beim geplanten CO₂-Grenzausgleich für Stahl mit höherer CO₂-Belastung müssten dringend geschlossen werden. Zudem sei umgehend ein wettbewerbsfähiger Industriestrompreis wichtig, und im Handelsschutz seien effektive Zölle in Europa nötiger denn je.

ArcelorMittal: Rainer Böse mit Weckruf an die Politik

„Die Politik muss jetzt handeln. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern längst schon kurz nach zwölf! Nur wenn die Rahmenbedingungen es erlauben, können wir in die nächsten Schritte zur klimaneutralen Transformation der Stahlherstellung investieren“, so Rainer Böse. Mit der Politik meint er sowohl die Bundespolitik als auch die EU-Politik.

In einem Gespräch mit dieser Nachrichtenplattform hatte der CEO jüngst erklärt, dass die Anliegen der Stahlunternehmen der Politik längst bekannt seien. Man müsste diese aber immer wieder wiederholen. Das erhöhe den Frust und die Ungeduld – auch bei der Belegschaft.

Der Stahl-Manager war in der Vergangenheit in verschiedenen Positionen bei ArcelorMittal tätig. Zuletzt ist Rainer Böse von 2017 bis Mai 2025 Chief Marketing Officer für das Industriekundengeschäft von ArcelorMittal Europe – Flachstahlprodukte in Nordeuropa gewesen, bevor er CEO in Bremen und Eisenhüttenstadt wurde.