Brauchtum
: Der Meiler glimmt und qualmt

Der Kienstubbenverein lädt zum 12. Köhlerfest in Groß Lindow am 3. Oktober.
Von
Ralf Loock
Groß Lindow
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  • Bei der Ragower Mühle: Die Fahrrad-Touristen Heiko und Sabine Oltmann sowie Bernfried Bunger lassen sich von Herbert Grunow und Edeltraut Rothe vom Kienstubbenverein (v.li.) die Köhlerei erklären. Im Hintergrund arbeitet Armin Kemmel mit einem Klopfer.

    Bei der Ragower Mühle: Die Fahrrad-Touristen Heiko und Sabine Oltmann sowie Bernfried Bunger lassen sich von Herbert Grunow und Edeltraut Rothe vom Kienstubbenverein (v.li.) die Köhlerei erklären. Im Hintergrund arbeitet Armin Kemmel mit einem Klopfer.

    Ralf Loock
  • Immer fröhlich: Köhlerliesel Kristin Fredeland und Köhlermeister Ralf Raschke beim Einzug im Oktober 2018.

    Immer fröhlich: Köhlerliesel Kristin Fredeland und Köhlermeister Ralf Raschke beim Einzug im Oktober 2018.

    Ralf Loock
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Dabei ist das Köhlerfest mehr als ein familiäres Herbsttreffen mit Bratwurst und roter Brause, es ist Ausdruck der Vitalität, der Schaffenskraft und des Gottvertrauens der Menschen im Schlaubetal. Veranstalter ist der Kienstubbenverein, aber auch andere Vereine und Institutionen bringen sich mit ein. So werden der Karnevalverein und die Line Dance Gruppe sowie die Kita Lindenspatzen und die Naturwacht Schlaubetal präsent sein — ebenso wie viele Handwerker und Künstler. In vielen Orten bereitet man sich auf den 3. Oktober vor, da wird geübt und gewerkelt, so hat der Kienstubbenverein am Dienstag einen Holzkohlemeiler auf einer Wiese bei der Ragower Mühle gezündet. „Wir wollen beim Köhlerfest den Besuchern Holzkohle zum Kauf anbieten“, erläuterte Vereinsvorsitzender Herbert Grunow. Der qualmende Koloss wird nun etwa 12 Tage durchglühen, dann wird gelöscht und schließlich zum Monatsende geerntet. Radfahrer und Wanderer kommen an dieser Wiese vorbei, bleiben stehen und erkunden sich nach der Technik. „Von uns ist ja mindestens immer einer vor Ort — Tag und Nacht“, berichtete Herbert Grunow. Besonders die Nachtwache sei auch für einen gestandenen Mann ein besonderes Erlebnis, wenn in der Dunkelheit die Schwaden aus dem Meiler entweichen und im Wald seltsame Geräusche erklingen, dann kann die Szene schon als gespenstisch empfunden werden.

Dabei ist dies nur eine Aufgabe, die die Mitglieder des Kienstubbenvereins zu stemmen haben: Das Festgelände im Knappenweg muss hergerichtet sowie Bänke, Tische und Zelte aufgebaut und die Speisen zubereitet werden. Geboten wird den Besuchern des Köhlerfestes am 3. Oktober ein Einblick in das Leben der Waldarbeiter, so wird beispielsweise ein Schaumeiler aufgebaut und die Technik der Holzkohle–Herstellung erklärt. Jung und Alt können ihr Talent im Kienstubbenweitwurf zeigen.

Die Bastel– und Schminkstrecke ist natürlich besonders für Kinder interessant. Auf der Tanzfläche werden die Kindergartenkinder sowie die Kindertanzgruppe des Karnevalsvereins auftreten und für Freude sorgen. Es folgen Darbietungen der Sängerin Fräulein Biene und der Line Dance Gruppe.

Köhlersuppe zur Mittagszeit

Zur Mittagszeit wird Plinse vom Köhlerherd, Brot aus dem Backofen, frischer Räucherfisch, Deftiges vom Grillstand sowie Pellkartoffeln mit Quark angeboten. Eine Besonderheit ist die Köhlersuppe. Handwerker aus der Region sind auf dem Platz mit ihren Ständen vertreten und zeigen ihre Techniken und Waren, Naturschützer informieren über Tiere und Fauna im Schlaubetal. Erwartet werden auch Schmiede sowie Falkner mit einer Greifvogelschau. Die Moderation übernimmt wieder in seiner bewährten freundlichen Weise Manfred Machnow.

12. Köhlerfest in Groß Lindow, Knappenweg, am 3. Oktober ab 11 Uhr; der Unkostenbeitrag beträgt 2 Euro für Erwachsene, Kinder sind frei.