Britta Steffen in Neuzelle: Wo der Ex-Star heute schwimmt – Tipp für Hugo Engelien

Im Freibad Neuzelle wird die Saison 2025 am 17. Mai mit einer großen Party eröffnet. Als besonderer Gast wird Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen dabei sein.
Janet Neiser, York Menke/SuperIlluSo eine große Party hat das Freibad Neuzelle schon lange nicht mehr gesehen. Am 17. Mai 2025 wird die beliebte Freizeitanlage mit einer richtigen Feier eröffnet. Die ehemalige Spitzenschwimmerin Britta Steffen (41), die in ihrer Karriere Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Europameisterin geworden ist, wird vor Ort sein und ist schon sehr gespannt, auf das, was sie erwartet.
Obwohl sie mitten in einem Umzug steckt, nahm sie sich vorab Zeit für ein kleines Interview. In dem geht es um das heutige Leben der ehemaligen Spitzensportlerin, die 1981 in Schwedt (Oder) geboren wurde. Sie spricht übers Schwimmen, weiß um die Probleme von Schwimmbädern und hat diesbezüglich eine Idee. Und sie gibt Hugo Engelien, dem Nachwuchsschwimmer aus Eisenhüttenstadt, etwas mit auf den Weg.
Frau Steffen, dem aktiven Schwimmsport haben Sie vor Jahren Tschüss gesagt. Wie oft sind Sie privat noch im Wasser?
Ich bin noch ein- bis zweimal die Woche im Schwimmbad, meistens zum Seepferdchen-Kurs. Da unterstütze ich ganz gern, dass die Kinder schwimmen lernen – vor allem auch meine eigenen, die ein Jahr und sieben Jahre alt sind. Und wenn es mal so weit ist, dass mein Jüngster in die Kita geht, würde ich auch privat noch einmal die Woche schwimmen gehen. Ich finde es toll, mich im Wasser zu bewegen. Es ist ja wirklich ein schöner Sport.
Wenn Sie heute ins Wasser steigen, ist es dann eher ein Schwimmbecken, ein See oder das Meer?
Also ich gehe meistens ins Schwimmbad. Ich mag keine dunklen Seen. Ich fühle mich nicht so wohl, wenn ich unter Wasser die Augen aufmache und nicht sehe, was unter mir ist. Deswegen bevorzuge ich klare Seen – auch in der Uckermark. Ansonsten fahre ich im Sommer standardmäßig an die Ostsee und genieße das Meer und die Wellen. Das macht ganz viel Positives mit mir.
Britta Steffen zum Schwimmen im Schulsport
Warum ist Schwimmen Ihrer Meinung nach für Kinder so wichtig?
Es ist super wichtig, dass Kinder schwimmen lernen. Egal, ob in einem Fluss oder im Meer, in allen Gewässern, kann es lebensbedrohlich werden, wenn man nicht geschult ist, was das Schwimmen angeht. Von daher ist es wichtig, wichtig, wichtig.
Finden Sie Schwimmen im Rahmen des Schulsports wichtig und richtig?
Na klar, auch, weil ich ja gerade beschrieben habe, dass es für jeden wichtig ist, schwimmen zu lernen. Und ich finde es interessant, dass ich beim Seepferdchen-Kurs sehr viele Sportlerinnen und Sportler treffe, die damals andere Sportarten gemacht haben und jetzt wollen, dass ihre Kinder schwimmen lernen.
Es ist, finde ich, ein essenzieller Sport. Schwimmen ist tendenziell eine Sportart für jedermann, egal welche Gewichtsklasse, egal welches Alter. Und am Ende kann man wirklich sagen, Schwimmen tut gut. Wenn man es richtig kann, hat man auch keine Probleme mit Nackenstarre, die dadurch kommt, dass man beim Brustschwimmen den Kopf so weit hebt. Ich würde mich auch freuen, wenn es mehr Erwachsenenschwimmkurse gäbe.
Britta Steffen hofft auf nachhaltige Bäder
Wie sehen Sie die Entwicklung, dass immer mehr Bäder schließen? Macht Ihnen das Angst?
Ich finde es schade, dass viele Bäder schließen, kann es aber verstehen, da die Unterhaltungskosten enorm gestiegen sind in den letzten Jahren. Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn viele darauf setzen würden, nachhaltige Bäder zu bauen, die dann eben mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das wäre super, wenn wir da einen richtigen Schritt gehen könnten.
Haben Sie lange überlegt, ob Sie zur Eröffnung des Freibads in Neuzelle kommen? Was war der Grund dafür, dass Sie ja gesagt haben?
Nein, ich habe nur überlegt, wie ich die Kinder versorgt bekomme. Da gab es eine Lösung und deshalb habe ich auch zugesagt. Ich bin neugierig, wie das Freibad aussieht. Ich bin selber in einem Freibad in Schwedt an der Oder groß geworden. Es war ein beheiztes Bad. Ich erinnere mich zum Beispiel sehr gern daran, dass wir im Winter uns im Schnee gewälzt haben und dann ins warme Becken gesprungen sind. Das war echt eine wunderbare Zeit.
Tipp für Hugo Engelien aus Eisenhüttenstadt
Wie sieht Ihr Leben heute aus?
Mein Leben heute sieht so aus, dass ich aktuell noch in Elternzeit mit meinem Einjährigen bin. Er wird im September in die Kita gehen und dann werde ich zum Ende des Jahres wieder als Laufbahn-Beraterin am Olympiastützpunkt arbeiten. Da versuche ich, jungen Menschen die berufliche Perspektive näherzubringen, sodass sie neben dem Leistungssport auch eine Ausbildung machen oder ein Studium absolvieren.

Britta Steffen verbringt auch heute noch gern und viel Zeit in Schwimmbädern.
Carmen SchießlKennen Sie Hugo Engelien? Das ist ein junger Schwimmer aus Eisenhüttenstadt. Auch er will Olympiasieger werden. Haben Sie einen Tipp für ihn?
Ich kenne den jungen Mann nicht, aber ich würde ihm mit auf den Weg geben: „Ich habe immer vor Augen ein Ziel. Erreichst du nicht alles, so erreichst du doch viel.“ Das hat mir immer weiter geholfen. Ich wünsche ihm alles Gute und ich freue mich auf Neuzelle.
Programm Freibad-Eröffnung Neuzelle am 17.5.2025
10 Uhr – Yoga-Kurs (Anmeldungen bei Daniela Budnowski über Tel. 0179 8898008)
12 Uhr – Eröffnung des Freibads durch Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und Amtsdirektor Andreas Fischer, anschließend Vorführungen der Wasserwacht Eisenhüttenstadt bis etwa 14 Uhr
voraussichtlich gegen 14 Uhr – Autogrammstunde mit Britta Steffen
15 Uhr – Kaffee und Kuchen mit Platzkonzert des Neuzeller Spielmannszugs und kleines Musikprogramm mit Andrea Gallert
ab 19 Uhr – Tanzvergnügen/Disko mit DJ Danielo



