BSW in Eisenhüttenstadt
: Spannendes Politik-Experiment im Club am Anger

Kurzfristig öffnet sich der Club am Anger in Eisenhüttenstadt für ein Demokratie-Experiment. Initiator ist Oliver Skopec, Landtagsabgeordneter vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Der Platz der Jugend mit dem Club am Anger (Foto) steht bei einem neuen Politikformat im Mittelpunkt. Oliver Skopec vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat es ins Leben gerufen.

Der Platz der Jugend mit dem Club am Anger (Foto) in Eisenhüttenstadt steht bei einem spannenden Politikformat im Mittelpunkt. Oliver Skopec vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) lädt dazu ein.

Janet Neiser, Jens Ahner, Collage: Jörn Sandner
  • Der Club am Anger in Eisenhüttenstadt wird für ein Demokratie-Experiment genutzt.
  • Oliver Skopec vom BSW organisiert am 19. März 2025 das Format „Voll auf die 12“.
  • Zwölf Bürger diskutieren vor Publikum Lösungen für das Quartier am Platz der Jugend.
  • Skopec will Bürgerbeteiligung spielerisch und interaktiv gestalten.
  • Vorstand der EWG unterstützt das Ereignis, das kurzfristig geplant wurde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Club am Anger am Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt ist mittlerweile über die Grenzen von Eisenhüttenstadt bekannt. Ein neuer Abgeordneter des brandenburgischen Landtages aus Woltersdorf ist hellhörig geworden und hat sich den Club am Anger als Veranstaltungsort für ein spannendes Projekt ausgesucht.

„Platz der Jugend – brandgefährlich und chancenreich“ heißt es am 19. März 2025 in dem ehemaligen Club. Oliver Skopec vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) will mit dem Diskussionsformat „Voll auf die 12“ eine neue, interaktive Form der Bürgerbeteiligung in den Landkreis Oder-Spree bringen. Den ersten Aufschlag gibt es in Eisenhüttenstadt.

Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt im Fokus

Was ist „Voll auf die 12“? Das Format wurde in der Schweiz entwickelt, um die Demokratie zu stärken, indem sie auf spielerische Weise erlebbar gemacht wird. Laut Skopec haben zwölf zufällig ausgewählte Bürger 90 Minuten Zeit, eine einstimmige Lösung für ein gemeinsames Problem zu finden – vor den Augen eines Publikums, das am Ende über die Tragfähigkeit der Lösung entscheidet. Gelingt ein Konsens, wird das Projekt unterstützt. Misslingt es, leisten die Teilnehmenden ehrenamtliche Arbeit im Zusammenhang mit dem behandelten Thema.

Am 19. März steht folgende Frage im Mittelpunkt: „Wie kann das Quartier am Platz der Jugend ab spätestens 2030 wieder einen Mehrwert für die Eisenhüttenstädter bringen?“ Eine Frage also, die viele Eisenhüttenstädter bewegt und natürlich auch den Vorstand der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG). Denn die EWG hat den Club am Anger im vergangenen Jahr gekauft und will ihn wieder mit Leben füllen.

Eisenhüttenstadt hinterlässt Eindruck

Und warum Eisenhüttenstadt? Oliver Skopec, der von sich selbst sagt, als Quereinsteiger in die Politik gekommen zu sein, erzählt, dass er im September des vergangenen Jahres, noch vor der Landtagswahl, eine geführte Radtour durch Eisenhüttenstadt gemacht habe.

„Das hat Eindruck hinterlassen“, so der Landtagsabgeordnete. Die Stadt habe viel Potenzial, aber eben auch viele Probleme. Dass der Start des Politik-Experiments nun doch eher kurzfristig kommt, ist auch der Spontaneität von Oliver Skopec geschuldet, der vor wenigen Tagen einen Medienbericht über den Platz der Jugend gelesen hatte.

„Mit diesem Format möchte ich die Menschen vor Ort nicht nur wieder mehr ins Gespräch miteinander bringen, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, selbst Lösungen einzubringen und Initiative zu ergreifen.“ Skopec zufolge müsse Bürgerbeteiligung mehr sein als reine Anhörung. „Sie sollte Bürger ernst nehmen und auch konkrete Ergebnisse hervorbringen.“

Das sagt der EWG-Vorstand

Wegen des Veranstaltungsortes hat er sich beim Vorstand der EWG gemeldet, der ebenso spontan zusagte: „Wir stellen den Anger – thematisch passend – als Diskussionsraum zur Verfügung“, bestätigt Stanley Fuls, der Vorstandsvorsitzende.

Apropos Diskussion: Zu „Voll auf die 12“ gehört auch, dass die Besucher vorab über das endgültige Diskussionsthema abstimmen. „So können auch eigene Themenvorschläge gemacht werden“, heißt es seitens des Landtagsabgeordneten, der hofft, dass trotz der Kurzfristigkeit viele Interessierte kommen, die aktiv mitdiskutieren möchten. Vor Ort würden dann auch die zwölf Teilnehmer gelost.

„Voll auf die 12“, 19.3., 18 Uhr, Club am Anger am Platz der Jugend 1.

Zur Person: Oliver Skopec

Oliver Skopec aus Woltersdorf ist seit 2024 Mitglied des brandenburgischen Landtags, wo er der Fraktion des BSW angehört.

Geboren wurde Skopec 1985 in Ulm, wo er auch aufgewachsen ist. Nach dem Abitur in Baden-Württemberg macht er Zivildienst und kommt 2006 nach Berlin, wo er bis 2008 Kommunikationswissenschaften an der Universität der Künste studiert. Bereits während des Studiums baut er „schülerVZ“  mit auf. 2010 gehört er zu den Gründern des Berliner Instituts für Innovationsforschung (BIFI) GmbH. Es folgen Aufenthalte im Ausland und verschiedene Tätigkeiten als selbstständiger Unternehmer. 2013 zog es Skopec von Berlin nach Brandenburg. 2023 hat er übrigens sogar bei Tesla gearbeitet, in der internen Logistik. „Privat ist mein Leben stark von meinen vier jungen Kindern geprägt, beruflich zieht sich vor allem ein digitaler roter Faden durch mein Leben, der aber seit 2014 zunehmend in die Mobilitäts- und Logistik-Branche geführt hat“, heißt es auf seiner Internetseite.