Bundestagswahl 2025
: Probleme mit Wahlbenachrichtigung – das sagt die Post

UPDATE (14 Uhr) In einem Amt bei Eisenhüttenstadt klingeln die Telefone heiß. In einem Haushalt lebende Personen bekommen nicht alle zur selben Zeit ihre Wahlbenachrichtigung. Ein Grund kann bei der Post liegen.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Wahlbenachrichtigungen für die Bundestagswahl im Februar 2025 werden aktuell überall in Deutschland zugestellt. Hier und da kommt es zu unerwarteten Verzögerungen.

Wahlbenachrichtigungen für die Bundestagswahl im Februar 2025 werden aktuell überall in Deutschland zugestellt. Hier und da kommt es zu unerwarteten Verzögerungen.

Janet Neiser
  • Bei der Bundestagswahl 2025 gibt es Probleme bei der Zustellung von Wahlbenachrichtigungen.
  • Bürger aus Mehr-Personen-Haushalten erhalten die Benachrichtigungen oft zeitversetzt.
  • Die Deutsche Post nennt technische Probleme als möglichen Grund für die Verzögerungen.
  • Bürger sollen erst Anfang Februar nachfragen, wenn sie keine Benachrichtigung erhalten haben.
  • Direktor Wesuls und Partnerin erhielten ihre Benachrichtigungen am selben Tag.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stellen Sie sich vor, zwei Volljährige leben zu zweit in einem Haushalt in Dorf X oder Stadt Y. Während einer von beiden die Wahlbenachrichtigung für die Bundestagswahl im Februar 2025 bereits im Briefkasten hatte, geht der andere leer aus. Und das, obwohl das sonst immer geklappt hat. Manchmal vergehen mehrere Tage, bis auch die zweite Benachrichtigung zugestellt wird. Zwischendurch kommen Zweifel auf.

Manch einer ist so ungeduldig, dass er in der für den Bereich zuständigen Wahlbehörde anklingelt. So geschehen in Brieskow-Finkenheerd zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder). „Die Telefone klingeln heiß“, heißt es aus der dortigen Amtsverwaltung. Und auch Amtsdirektor Dirk Wesuls bestätigt, dass mehrere Bürger aus Mehr-Personen-Haushalten, in denen mindestens zwei Wahlberechtigte wohnen, angerufen hätten, weil zunächst nur einer die so wichtige Benachrichtigung erhalten hat.

Erklärung der Deutschen Post veröffentlicht

Und offensichtlich ist das nicht nur eine Beobachtung im Amt Brieskow-Finkenheerd. Denn eine dazu mittlerweile veröffentlichte Erklärung haben dem Amtsdirektor zufolge alle Ämter aus der Kreisverwaltung in Beeskow bekommen. Er fand diese aufgrund der Erfahrungen so wichtig, dass er sie hat gleich online stellen lassen.

Darin heißt es: „Liebe Bürgerinnen und Bürger,  zum zeitversetzten Zugang von Wahlbenachrichtigungen hat uns folgende Information der Deutschen Post AG erreicht: ‚Es gibt 2 mögliche Erklärungen, dass in einem Haushalt lebende Wähler ihre Benachrichtigung an unterschiedlichen Tagen erhalten: Entweder konnte die Adresse von unseren Maschinen nicht ausgelesen werden und musste manuell unter Laufzeitverlust nachsortiert werden. Oder unsere Maschinen haben Sendungen doppelt eingezogen und landen in falscher Gangfolge und/oder beim falschen Zusteller.‘“

Auch was dann passiert, wird erklärt: „In diesem Fall gehen die Sendungen abends zurück ins BZ (BZ = Briefzentrum, Anm. d. Red.) und werden am nächsten oder übernächsten Tag neu sortiert. Da Wahlbenachrichtigungen sehr dünn sind und in großer Menge produziert werden, ist eine mögliche Verklebung nicht auszuschließen.“

Das erklärt die Deutsche Post

Eine Nachfrage dieses Nachrichtenportals bei der Deutschen Post, ob diese Erklärung authentisch ist und ob es sich um ein bundesweites oder aber landesspezifisches Problem handele, ist wie folgt beantwortet worden: Die zeitversetzte Zustellung innerhalb eines Haushalts ist laut Postsprecherin Anke Blenn vermutlich auf Folgendes zurückzuführen: In vielen Fällen hätten auch in Brandenburg die Kommunen Druckereien mit dem Druck der Wahlbenachrichtigungen beauftragt. Über weitere Zwischenschritte würden die Sendungen dann bei der Deutschen Post eingeliefert.

„Durch diese lange Dienstleisterkette kann es dazu kommen, dass die Sendungen eines Kunden nicht zu einem Zeitpunkt gesammelt an uns übergeben werden, sondern beispielweise einen Tag später. Dies führt dazu, dass Haushalte ihre Wahlbenachrichtigungen in manchen Fällen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhalten.“ Die Sprecherin fügt hinzu, dass die Postzusteller bei Wahlsendungen grundsätzlich mit besonderer Sorgfalt vorgehen würden, „sodass diese ausnahmslos unmittelbar nach Einlieferung zugestellt werden“.

Hinweis an die Wähler

Amtsdirektor Dirk Wesuls ist nicht betroffen. Er und seine Partnerin haben ihm zufolge in dieser Woche ihre Benachrichtigungskarten für die Bundestagswahl 2025 erhalten, am selben Tag. Das Problem aber sieht er, aus diesem Grund findet er die Aufklärung auch wichtig. Er und seine Mitarbeiter hoffen nun, dass die Bürger nicht mehr sofort zum Telefonhörer greifen, falls eine Wahlbenachrichtigung in einem Haushalt vermisst wird.

Anders sieht es aus, wenn die Karte Anfang Februar noch immer nicht im Briefkasten gesteckt haben sollte. Dann mag ein Anruf in der Verwaltung sinnvoll sein. Dort können die Mitarbeiter dann nämlich checken, ob die Person im Wählerverzeichnis aufgeführt wird oder ob es da einen Fehler gibt.

Übrigens ist die Einsicht ins Wählerverzeichnis auch für Bürger möglich. Darüber wiederum klärt das Amt Neuzelle auf seiner Internetseite auf. Dort heißt es: „Jeder Wahlberechtigte kann die Richtigkeit oder Vollständigkeit der zu seiner Person im Wählerverzeichnis eingetragenen Daten überprüfen.“ Die Einsichtnahme zu den regulären Öffnungszeiten der Verwaltung sei durch ein Datensichtgerät möglich.

Erhellend ist auch der folgende Satz: „Wahlberechtigte, die in das Wählerverzeichnis eingetragen sind, erhalten bis spätestens zum 2. Februar 2025 (21. Tag vor der Wahl) eine Wahlbenachrichtigung.“ Wer keine Wahlbenachrichtigung erhalten habe, aber glaube, wahlberechtigt zu sein, der müsse Einspruch gegen das Wählerverzeichnis einlegen, wenn er nicht Gefahr laufen will, dass er sein Wahlrecht nicht ausüben kann.