Man hält sich bedeckt
Es geht um die Zukunft des Vereins oder vielmehr um dessen Club nahe der Werkstraße. Im Jahr 2015 wurde dem Verein an der Straße Zur Feuerwache eine Halle angeboten. "Besser geht es nicht", sagte Thomas Zimmermann von Steelbruch vor einiger Zeit gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Auch zum Namen "Steelbruch" passte der Standort, von dem aus man den Hochofen von ArcelorMittal sieht. An Steel, dem englischen Wort für Stahl, kam man zuvor bei der Namenssuche für einen Verein in der Stahlstadt einfach nicht vorbei. Ausgesprochen klingt der Name wie Stilbruch – passend in der alternativen Szene, denn dazu rechnet sich der Verein.
Doch was genau jetzt los ist, das kann man aktuell nur aus den Postings auf der Facebook-Seite von Steeltown Records erahnen. Da steht unter anderem: "Dem Club, und damit einer Insel im subkulturellen Niemandsland, steht das Wasser bis zum Hals" und "Was wir momentan mit der Bürokratie für einen Strauß ausfechten, um den Steelbruch zu erhalten, könnte nur mit Dieter Hallervorden und Benny Hill verfilmt werden. [...] Eine bürokratische Posse in 1000 Akten, live aus dem Brandenburger Vielsorg-Theater. Ein Hammer-Szenario!"
Ein Kommentar vom Verein Steelbruch ist am Montag nicht zu bekommen. Auch bei Anfragen von Kommentatoren auf der Facebookseite halten sich die Verantwortlichen bedeckt. Eine Anfrage beim Rathaus läuft. Dort zeigt man sich gegenüber der Märkischen Oderzeitung gesprächsbereit, möchte darüber aber offenbar nicht am Telefon sprechen. Eisenhüttenstadts Pressesprecher Frank Eckert hat sich bereits auf der Facebookseite des Vereins zu Wort gemeldet. In englischer Sprache schreibt er dort: "Lokale Politiker unterstützen den Club. Der Bürgermeister ist in engem Kontakt mit dem Club, um dessen Zukunft zu sichern. Aber die Stadt ist nicht der große Player in dieser Kontroverse, in diesem Konflikt. Die Verpflichtung liegt bei höheren Institutionen."
Fakt ist, der Club, in dem Bands aus dem In- und Ausland spielen und in dem auch schon die Axel-Titzki-Stiftung mit ihrem Nachwuchspreis "Axel" zu Gast war, liegt fernab von Wohnbebauung, mitten im Industriegelände. Das Areal gehört nicht der Stadt, sondern wird privat an den Verein verpachtet. Mit dem Vermieter soll es keine Probleme geben.
Die Geschichte von Steelbruch begann 2008. Da wurde der  Verein gegründet, weil durch die Schließung vom Café Olé in Fürstenberg ein Jahr zuvor ein Loch in der Jugendszene gerissen wurde. Es sollte eine Alternative her, sagten sich Zimmermann und seine Mitstreiterin. In den ersten Jahren war der Verein obdachlos. Dafür gab es unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Verein Interkultur Vielfarben.