Corona-Krise
: Sammelcontainer für Altkleider in der Region Eisenhüttenstadt quellen über

Seit Mitte Juni können einzelne Container durch die Humana Kleidersammlung GmbH nicht mehr geleert werden.
Von
Frank Groneberg
Eisenhüttenstadt
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Ferkelei: Weil der Sammelcontainer verschlossen ist, haben einige Bürger ihre Lumpen hinterm Container entsorgt.

Frank Groneberg

Seit Mitte Juni werden die Sammelcontainer der Humana Kleidersammlung GmbH in Eisenhüttenstadt, Brieskow-Finkenheerd, Neuzelle, Frankfurt und anderen Orten nicht mehr geleert. Das Unternehmen begründet das zum einen mit einer "globalen Krise des Textilrecyclings“ und zum anderen mit dem seit dem Beginn der Corona-Krise stark gewachsenen Aufkommen an gebrauchter Kleidung. In die Container sei seit März „deutlich mehr Kleidung eingeworfen worden als in vergleichbaren Zeiträumen“, teilt Julia Breidenstein von der Humana GmbH mit. „Wir vermuten, dass die Menschen, bedingt durch Kurzarbeit oder Quarantäne, mehr als sonst zu Hause aufgeräumt haben.“

Gestiegene Textilmenge

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Die seit März gestiegenen Mengen hätten die schon vorher schwierige Situation in der Textilrecyclingbranche – verursacht auch durch den  wachsenden Kauf von Billigkleidung – weiter verschärft. Die Sortierbetriebe seien an den Rand ihrer Kapazitäten geraten. „Dies führte zu vollen Lagerflächen europaweit, nicht nur bei uns, und zu insgesamt dramatischem Preisverfall.“

Die gesammelte Kleidung müsse teilweise zwischengelagert werden, bis sie verschickt werden könne. In Osteuropa, Afrika und Asien seien jedoch „in unvorstellbarem Ausmaß Märkte weggebrochen“, die normalerweise Hunderte Millionen Kunden mit gebrauchter Kleidung versorgten „und vor Ort zigtausende Jobs sicherten. Hier muss jetzt ein Wiederaufbau stattfinden, der längere Zeit brauchen wird.“

Julia Breidenstein verweist darauf, dass sich der gesamte Komplex vom Sammeln über das Sortieren bis zur Weitergabe selbst finanziert. „Die Einnahmen aus dem Verkauf seien aber über Nacht weggefallen, und zwar nicht nur im Export.“ Auch die Läden der Humana GmbH seien wie alle anderen Geschäfte geschlossen gewesen.

Großteil wird weiter getragen

Eine Förderung der Branche wäre sinnvoll, betont Julia Breidenstein, "da durch längeres Tragen der Kleidung die schädlichen Auswirkungen der Textilindustrie auf Mensch und Umwelt deutlich reduziert werden“. Denkbar wären die dauerhafte Absenkung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf gebrauchte Kleidung und der Verzicht auf Stellplatzmieten für die Container.

Die Humana GmbH verkauft nach eigenen Angaben die Altkleider etwa zu je einem Drittel in Europa, in Afrika und in Asien. Etwa 80 Prozent der eingesammelten Kleidung wird wieder getragen. Die Gewinne würden ausschließlich für Umwelt und Entwicklung eingesetzt. Humana-Organisationen betrieben in 45 Ländern mehr als 1000 Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Dorfentwicklung und nachhaltige Landwirtschaft.

Ab dieser Woche sollen die Container wieder geleert werden.

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