Ausgerechnet am Sonnabend, als es nach wochenlanger Trockenheit regnete, hat es gleich in mehreren Orten der Eisenhüttenstädter Region Dorffeste gegeben. Beispielsweise in den Neuzeller Nachbargemeinden Kummro und Schwerzko. Wo sollten die Neugierigen zuerst hingehen? Gefeiert wurde in beiden Orten. Mit Festumzug in Kummro und im kleineren Rahmen in Schwerzko.
Der Himmel hatte wohl ein Einsehen mit den Kummroern, als diese punkt 15 Uhr ihren Umzug durchs Dorf vom Kummroer Hof zu Geselles Scheune begannen und an der am 11. November 2020 gepflanzten Stileiche halt machten, das Brandenburglied intonierten und sich freuten, dass der Regen nachließ.

Erntekrone darf nicht fehlen

Mit dabei war die von den Kummroer Frauen gefertigte Erntekrone, die wie jedes Jahr am dritten Augustsamstag zum Erntefest ihren Weg in Geselles Scheune und zu den Klängen und zum Gesang des Kummroliedes, das 1992 von Joachim Fuhrmann geschrieben wurde, ihren traditionellen Platz unter dem Dach fand.
Organisiert vom 1. Kummroer Traditionsverein wurde am Sonnabend nicht nur gefeiert, sondern auch das neue Königspaar ermittelt. Gern gab die „alte“ Erntekönigin Gina Fechner ihre Schleife an Lisa-Aurelia Niedermeyer aus Mixdorf weiter und gratulierte dem neuen Erntekönig Gerald Lanzsch aus Kummro.
Besuchermagnet: Conny Schwarz (links) bot in ihrem Pavillon Bücher und Gebrauchtwaren an und fand dabei Unterstützung von Kräuterhexe Jenny Furchner mit ihrem Naturkosmetiksortiment.
Besuchermagnet: Conny Schwarz (links) bot in ihrem Pavillon Bücher und Gebrauchtwaren an und fand dabei Unterstützung von Kräuterhexe Jenny Furchner mit ihrem Naturkosmetiksortiment.
© Foto: Jörg Hanisch
Beide konnten von den 21 Fragen rund ums Thema „Erntefest“ die meisten richtig beantworten und dürfen sich nun für das kommende Jahr die neuen Fragen ausdenken. So will es die traditionelle Bestimmung des „Erntekönigspaares“ in Kummro.
Mit Ronny Gander ging es dann in einen beschwingten Abend. Dank der schützenden Scheune störte der Regen nicht. „Unser letztes Erntefest hatten wir 2019, danach kam Corona. Umso mehr freuen wir uns, dass wir heute an diese Tradition anknüpfen können und bedanken uns bei allen Helferinnen und Helfern sowie Gerd und Wally Geselle für die Scheune“, so die Vereinsvorsitzende Annette Werner.

Freiluftaktivitäten fallen aus

Die „Dorchetaler Musikanten“ sorgten am Nachmittag für die entsprechende Stimmung und trösteten damit über die ausfallenden Freiluftaktivitäten hinweg.
Während nebenan die Vereinsfrauen Kaffee und Kuchen anboten, freuten sich auch Conny Schwarz und Jenny Furchner unter dem Pavillon über neugierige Blicke. Mit ausgesuchten Büchern, guten Gebrauchtwaren und Naturkosmetik zogen sie die Gäste magisch an, beantworteten Fragen und freuten sich über das Interesse.
„Für mich ist das hier schon ein fester Termin im Kalender“, sagte Conny Schwarz, die als Unterstützung für den Traditionsverein beim Erntefest immer dabei ist und am Abend die kurzweilige Unterhaltung in der Scheune genoss.

Schwerzkoer haben weniger Platz

Nicht ganz so viel Raum, wie die Kummroer in ihrer Scheune hatten die Schwerzkoer unterm Partyzelt und im Saal der Dorfgaststätte. Dort spielten nachmittags die Oktoberfest-Spitzbuben auf und mussten nicht lange auf die ersten Tänzerinnen und Tänzer warten.
Bei ausgelassener Partystimmung kamen auch Grillmeister und die Damen am Kuchenbuffet auf ihre Kosten und wurden Speisen und Getränke reißend los. Kein Wunder, machte doch der Regen einen Strich durch die Rechnung der geplanten Außenaktivitäten, wie zum Beispiel das Bierkastenstapeln.
„Hier drinnen stört uns das Wetter gar nicht“, sagte Ortsvorsteherin Gudrun Grunow, die daran erinnerte, dass 2020 eigentlich die 650-Jahr-Feier Schwerzkos begangen werden sollte. So wurde nun „650 plus 2“ mit dem Dorffest 2022 gefeiert und schmunzelnd meinte Gudrun Grunow: „Wenn die Sonne nicht scheint, leuchten unsere Gesichter“ und verwies damit auf die allgemein gute Stimmung im Dorf an sich und an diesem regnerischen Samstag, der gleichzeitig ein Segen für die Natur war.
Das Dorffest begann eigentlich schon einen Tag vorher, als Peter Kaufmann im gut besuchten Festzelt einen Vortrag über die Geschichte Schwerzkos hielt.