Eier werden teurer: Warum der Preis im Supermarkt so stark steigt

Preisanstieg: So wie Aldi haben auch die anderen Discounter und die Supermärkte die Preise für Eier zum Jahresbeginn 2026 kräftig erhöht. Was ist der Grund dafür und was kosten Eier jetzt?
Frank Groneberg- Seit Januar 2026 sind Eier in Supermärkten und Discountern um bis zu 25 % teurer geworden.
- Preise: Bodenhaltung 2,49 €, Freilandhaltung 2,99 €, Bio-Eier 3,99 € je Zehnerpackung.
- Hauptgründe: gestiegene Produktionskosten, höherer Mindestlohn, 10 % mehr Nachfrage seit 2024.
- Vogelgrippe sorgt für Lieferengpässe, besonders bei Bio- und Freilandeiern.
- Historischer Vergleich: Eierpreise in Supermärkten seit 2019 mehr als verdoppelt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erst waren die Eier wochenlang knapp, nun sind die Preise in die Höhe geschnellt: Anfang Januar 2026 sind Eier in den Supermärkten und Discountern deutlich teurer als noch zum Jahreswechsel. Damit hat die Preisentwicklung bei Eiern nach einer längeren Pause einen kräftigen Schub nach oben bekommen.
Wer dieser Tage Eier kaufen möchte, wird sich verwundert die Augen reiben. 1,99 Euro – das war seit fast vier Jahren der Preis für die Zehnerpackung Eier aus Bodenhaltung. Bei Kaufland, Edeka, Rewe und anderen Supermärkten genauso wie in den Discountern wie Aldi, Lidl, Norma und den beiden Netto-Ketten.
Auch für Eier aus Freilandhaltung waren die Preise stabil und auch fast überall gleich. Die Packung mit zehn Eiern aus Freilandhaltung wurde fast ausnahmslos für 2,39 Euro angeboten. Und der Preis für die günstigsten Bio-Eier hatte sich in Supermärkten und Discountern bei 3,39 Euro je Zehnerpackung eingependelt.
Preiserhöhung bei Eiern um 25 Prozent im Einzelhandel
Seit der zweiten Januarwoche 2026 ist das alles Geschichte. Seit dem 5. Januar 2026 kosten zehn Eier aus Bodenhaltung 2,49 Euro statt 1,99 Euro, zehn Eier aus Freilandhaltung 2,99 Euro statt 2,39 Euro und zehn Bio-Eier 3,99 Euro statt bisher 3,39 Euro. Der Preis für Eier stieg damit bei Aldi, Edeka & Co. um bis zu 25 Prozent.
Welche Gründe gibt es dafür? Die Vogelgrippe und die damit verbundene Verknappung des Angebots spielen bei der aktuellen Preissteigerung eher keine Rolle, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Für den Verkauf im Einzelhandel gebe es Jahresverträge, die Preise sind also lange vor dem Ausbruch der Vogelgrippe ausgehandelt worden.
Begründet wird die Preiserhöhung vielmehr mit höheren Kosten der Eierproduzenten – zum Beispiel für das Futter. Auch der zum Jahresbeginn gestiegene Mindestlohn spiele eine Rolle. Und schließlich, so wird der Präsident des Zentralverbands der Geflügelwirtschaft zitiert, sei die Nachfrage nach Eiern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren um etwa 10 Prozent gestiegen.
Eierpreise im Supermarkt: Historische Entwicklung
Wie hat sich der Preis für Eier in den vergangenen Jahren entwickelt? Noch 2019 – also vor der Corona-Pandemie – sind Eier im Einzelhandel extrem billig gewesen. Die günstigste Zehnerpackung Eier aus Bodenhaltung kostete in Supermärkten und Discountern zeitweise nur 99 Cent, ein Ei kostete also gerade mal 9,9 Cent.
Preis für Eier im Discounter seit 2019 mehr als verdoppelt
Bis Februar 2022 stieg der Preis auf 1,69 Euro. Im Mai 2022 – drei Monate nach dem Beginn des Ukrainekriegs – kosteten zehn Eier aus Bodenhaltung dann 1,99 Euro, aus Freilandhaltung 2,39 Euro. Dieser Preis blieb bis Ende 2025 fast überall stabil. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg der Eierpreis von 2020 bis 2024 deutschlandweit um 43 Prozent. In dieser Statistik ist allerdings auch die Preisentwicklung regionaler Erzeuger und Vermarkter enthalten.
Sind Anfang Januar 2026 im Einzelhandel wirklich alle Eier teurer geworden? Nein, es gibt Ausnahmen. In den Edeka-Märkten in Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder) und anderswo werden neben den Eiern von Großlieferanten auch solche von regionalen Erzeugern – in diesem Falle Briesener Eier von der Fürstenwalder Vieh- und Fleisch GmbH, Standort Briesen – angeboten. Und der Preis für Briesener Eier aus Bodenhaltung beträgt bei Edeka unverändert 3,49 Euro je zehn Stück.
Bodenhaltung, Freilandhaltung, Bio-Eier
Bodenhaltung: Hühner leben in großen Hallen auf dem Boden, haben aber keinen Zugang ins Freie. Sie können sich frei bewegen, aber nicht nach draußen gehen.
Freilandhaltung: Hühner haben tagsüber Zugang zu einem Außenbereich, in dem sie herumlaufen und picken können.
Bio-Eier: Die Hühner werden nach ökologischen Richtlinien gehalten, das heißt sie haben mehr Platz, Zugang zum Freien, bekommen Bio-Futter und es werden keine chemischen Zusatzstoffe verwendet.
(Quellen: Verbraucherzentrale, Bundesinformationszentrum Landwirtschaft)
Wenn auch die Vogelgrippe für die Preiserhöhungen bei Eiern eher nicht verantwortlich ist – für die aktuellen Lieferengpässe ist sie sehr wohl eine Ursache. Bereits zu Weihnachten und an den Tagen danach waren Eier vielerorts in Supermärkten wie Kaufland und Edeka sowie in Discountern wie Lidl zeitweise ausverkauft oder fast ausverkauft. Und auch jetzt, Anfang Januar 2026, gibt es örtlich leere Regale.
Lieferengpässe bei Eiern: Vogelgrippe sorgt für leere Regale
Auf Schildern werden die Kunden um Verständnis gebeten. „Leider kommt es auf Grund der aktuellen Marktlage zu Lieferengpässen bei Eiern“, ist zum Beispiel bei Kaufland zu lesen. „Gründe hierfür sind die Lage der Vogelgrippe sowie die damit verbundenen Quarantänemaßnahmen.“

Lieferengpässe: Seit Weihnachten 2025 sind Eier in manchen Supermärkten und Discountern in der Region immer wieder knapp oder ausverkauft. An einem Regal bei Kaufland wird Anfang Januar 2026 über die Gründe informiert.
Frank GronebergUnd in den Edeka-Märkten werden Kunden informiert: „Aufgrund von Lieferschwierigkeiten sind unsere Eier nicht oder nicht in vollem Umfang verfügbar. Dies betrifft hauptsächlich Bio- oder Freilandeier. Wir bitten um Entschuldigung!“
Eierpreise im historischen Vergleich zu DDR-Zeiten
Übrigens: In der DDR waren Eier anders als Brot oder Brötchen vergleichsweise teuer. Angeboten wurden Eier damals in drei Größen, von A für groß bis C für klein. Der Zwölferkarton A-Eier kostete in den 1980er-Jahren 4,68 Mark, ein Ei also 39 Pfennig. Zwölf B-Eier wurden für 4,08 Mark (Stückpreis: 34 Pfennig) und zwölf C-Eier für 3,48 Mark (Stückpreis: 29 Pfennig) verkauft.


