Jahrelang war die Fröbelringpassage im VI. Wohnkomplex ein Sorgenkind. Die Ladenflächen waren nur zum Teil ausgelastet, es fehlte der richtige Anziehungspunkt. Doch davon kann nicht mehr die Rede sein. Rund 90 Prozent der Flächen sind inzwischen vermietet.
„Seit einigen Jahren hat sich was verändert“, sagt Gernot Schäfenacker, Prokurist der Axma Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH, der inzwischen die Fröbelringpassage gehört. Wobei er die Erfahrung macht, von der auch andere Vermieter in Eisenhüttenstadt berichten können: „Es ist in der Tat nicht einfach, den ein oder anderen nach Eisenhüttenstadt zu bewegen, um dort einen Shop zu eröffnen.“ Doch wer durch die Passage läuft, stellt fest, dass der Axma GmbH die Überzeugungsarbeit gelungen ist. Schäfenacker verweist zum Beispiel auf den Filialisten Tedi. „Wir haben Tedi motivieren können, die Flächen zu verdoppeln, was ganz gut läuft.“ Auch Netto könnte sein Ladengeschäft vergrößern.

Werbetafel direkt an der Straße der Republik

Gernot Schäfenacker strebt eine Vollvermietung an. Zumal er sich in einem Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung froh zeigte, dass trotz der Corona-Pandemie alle bisherigen Mieter am Standort weiter bestehen. Eine freie Fläche ist das Rondell am Ende der Passage. Dort wäre Platz zum Beispiel für eine Gaststätte, was aber schwierig sei, dafür einen Mieter zu finden, sagt Chris Guhl von der Frankfurter FHD-Hausverwaltung, die sich seit drei Jahren um das Objekt kümmert. Auch Guhl bestätigt, dass die verstärkten Bemühungen erfolgreich waren, um die Einkaufspassage nachhaltig zu beleben. Demnächst wird auch ein großer Aufsteller an der Straße der Republik auf die Geschäfte aufmerksam machen, die in der Passage zu finden sind. Das Fundament dafür ist schon fertig.

Stellflächen sollen eingezogen werden

Um die Passage nachhaltig entwickeln zu können, um vor allem eine Vollvermietung zu erreichen, gibt es aus Sicht von Gernot Schäfenacker eine Bedingung, die erfüllt werden muss. Er benötige Parkplätze in direkter Nähe der Passage, die ausschließlich von Mietern der Geschäfte genutzt werden können. „Wir benötigen Parkplätze, um die Mieter zu halten und weitere anzuwerben, damit die dort ihre Fahrzeuge abstellen können“, bekräftigt Schäfenacker.
Die Stellflächen gibt es auch, allerdings werden die bisher öffentlich genutzt, unter anderem von Mietern anliegender Blöcke. Es handelt sich um Parkplätze direkte an der Fröbelringpassage im Lilienthalring. Der Investor hat beantragt, die Stellflächen einzuziehen, was es ihm ermöglichen würde, sie nur den Mietern zur Verfügung zu stellen.

14 Parkplätze betroffen

Dieser Antrag war jüngst Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Gernot Schäfenacker warb für sein Anliegen mit Verweis darauf, dass nur durch private Parkplätze Mieter gewonnen werden könnten. Wobei der ursprüngliche Antrag schon abgespeckt ist. Denn nicht alle 32 Stellflächen entlang der Fröbelringpassage im Bereich des Lilienthalringes sollen eingezogen werden. Lediglich 14 Stellflächen sollen nur noch für private Nutzung vorbehalten sein. „Es wird für den Standort ,Fröbelring-Passage’ als ein sehr positives Signal für die Vollvermietung und der Attraktivität des Standortes der Gewerbeflächen am Standort gesehen. Die Wirtschaftlichkeit des Standortes soll dadurch erhöht werden“, heißt es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung, der sich letztlich auch die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses einstimmig anschlossen. Die endgültige Entscheidung wird die Stadtverordnetenversammlung im Oktober fassen.