Wer mit Martina Harz, Leiterin des Fachbereiches Bürgerservice, darüber spricht, hört aus ihren Antworten eine gewisse Frustration und auch Ratlosigkeit heraus. Denn es ist nicht so, dass die Stadt die Dreckecken nicht auf dem Schirm hätten. Im Gegenteil: "Die Stadt Eisenhüttenstadt hatte in der Vergangenheit bereits mehrere verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Ordnungswidrigkeiten unternommen. Im speziellen wurde der Bereich über einen längeren Zeitraum von Mitarbeitern der Ordnungsbehörde überwacht. Auch ein Detektiv wurde beauftragt." Intern sei sogar der Einsatz von Videotechnik diskutiert worden, um den Platz zu überwachen.  Allerdings fiel die Entscheidung dagegen aus, zum einen aus Kostengründen. So seinen Vandalismusschäden zu erwarten. Aber ein anderes Argument ist wohl wichtiger: "Der Einsatz von Videotechnik wäre auch nur dann hilfreich, wenn die Aufnahmen direkt übertragen und unmittelbar ausgewertet werden und somit unmittelbar eingeschritten wird. Dazu wäre wiederum zusätzliches Überwachungspersonal notwendig."

Ablageplatz eingezäunt

Auch andere Maßnahmen, die schon ergriffen wurden, haben die Müllferkel nicht vertrieben. So sei 2013 im Neuzeller Landweg in Abstimmung mit dem Landkreis und dem Kommunalen Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU) ein separater und eingezäunter Müllsammelplatz errichtet worden. Das Ergebnis war ernüchternd: Viele nahmen das als Einladung an, erst recht Rest- und Sperrmüll vor dem Zaun abzukippen. Der Müllsammelplatz wurde wieder zurückgebaut.
Die Fachbereichsleiterin sagt, dass die Stadt seit einigen Jahren eine defensive Strategie fahre. Müll werde nur zu Beginn und zum Ende der Saison abgefahren. Das habe natürlich zur Folge, dass der Müll liegenbleibt, gibt Martina Harz zu, andererseits hat die Verwaltung festgestellt: "Dies hat aber nach unseren Erfahrungen auch zur Folge, dass die Situation nicht mehr so eskaliert, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Seinerzeit entstanden Müllberge, die mehr als das fünffache größer waren, als das jetzt der Fall ist."
Für Martina Harz ist das keine befriedigende Lösung und sie versteht, dass das Bürger und Anlieger ärgert, welche ihren Müll nicht einfach in die Landschaft kippen. Trotzdem belastet selbst diese Variante, weil es eben nicht der einzige Müllschwerpunkt ist, jetzt schon die Stadtkasse erheblich.

Erhebliche Kosten

Das ist auch neben der erzieherischen Wirkung – ein bewussteres Verhalten lässt sich durchaus verzeichnen – ein weiteres Argument, warum der Müll nicht regelmäßig beseitigt wird, wie Martina Harz erläutert: "Eine regelmäßige oder turnusmäßige Beräumung steht nach unserer Ansicht außerhalb der Verhältnismäßigkeit, belastet den städtischen Haushalt in noch größerem Umfang und wäre ein falsches Signal an diejenigen, die jetzt schon der Auffassung sind, dass das Abladen von Müll in Ordnung ist." Darüber hinaus führen eine regelmäßige Entsorgung zu wesentlich höheren Aufwendungen.
Der Müll im Neuzeller Landweg soll trotzdem in den nächsten Tagen entsorgt werden. Daneben sucht die Stadtverwaltung das Gespräch mit den Vorständen der anliegenden Gartensparten.
Am Fürstenberger Stadion ist die Situation derweil verzwickter. Dort liegt der Müll teilweise auf privatem Gelände, kann nicht so ohne weiteres ohne Zustimmung des Eigentümers beseitigt werden.