Entsorgung
: Verband in Eisenhüttenstadt übernimmt Fäkalien-Entsorgung

Der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Oderaue übernimmt künftig die Abwasser-Grubenleerung und schafft dadurch fünf neue Stellen.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Reinigung des Entsorgungsfahrzeugs: TAZV-Mitarbeiter Andreas Waldow lässt auf dem Verbandsgelände nach einer Tour den Tank ab. Dieser wurde anschließend ausgespritzt.

Gerrit Freitag

Doch wo fallen in Eisenhüttenstadt und den umliegenden Ämtern überhaupt noch Fäkalien an? Und von welcher Menge ist da die Rede? Noch immer gibt es abgelegene Grundstücke und sogar ganze Orte oder Ortsteile wie Dammendorf und Aurith sowie Schlaubehammer, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind. Dort gehen die Toilettenspülungen in eine Grube. Auch für Gärten und Bungalows gibt es Sammelgruben. „Bei den engen Gartenanlagen ist die Entsorgung übrigens am aufwendigsten und kompliziertesten“, erklärt Heike Herrmann.

Für die insgesamt 346.Wohngrundstücke und Bungalows im Verbandsgebiet des TAZV sind im Vorjahr 33.732 Kubikmeter Fäkalien in die Kläranlage gebracht worden. In den Gartenvereinen kamen 3760.Kubikmeter zusammen. Zusammen- und umgerechnet ergibt das knapp 37,5.Millionen Liter Kot und Urin. Die kommen dann zur Kläranlage – nur eben nicht mehr in den Fahrzeugen von Becker + Armbrust, sondern in denen vom TAZV Oderaue.

Bislang hat der Verband im Jahr nur eine sehr geringe Menge an Fäkalien entsorgt – und zwar aus einigen Gärten. Aus diesem Grund gibt es auch schon zwei Fahrzeuge, die die dunkle Brühe abpumpen können.

Neue Fahrzeuge, neue Jobs

„Das sind aber Kombinierer“, sagt Heike Herrmann, die könne man etwas umgerüstet auch in anderen Bereichen einsetzen. Doch diese zwei Wagen werden nicht ausreichen, um die Menge künftig bewältigen zu können. Aus diesem Grund werden drei weitere Fahrzeuge angeschafft, diesmal reine Saugfahrzeuge. Kostenpunkt insgesamt: 630.000 Euro. Eine Investition, die sein muss. Und auch die Personalkosten beim TAZV werden steigen, denn dieser schafft mit der neu übernommenen Aufgabe fünf Arbeitsplätze. „Wir suchen vier Kraftfahrer, die natürlich unbedingt einen Lkw-Führerschein brauchen und auch Erfahrung im Umgang mit den Fahrzeugen haben“, erklärte Heike Herrmann. Zudem wird eine Zusatzkraft für die Verwaltung benötigt. Die Ausschreibung der Stellen erfolgt dieser Tage. „Sollten schon davor Bewerbungen bei uns eingehen, werden wir diese natürlich auch berücksichtigen“, versichert die Verbandschefin.

Für die Kunden ändert sich übrigens nichts – bis auf eine Service-Telefonnummer. Die steht allerdings noch nicht fest. Die Rechnungen für die erbrachten Entsorgungsleistungen wurden auch bisher schon vom Trinkwasser- und Abwasserzweckverband herausgeschickt. Dieser hat dann bislang noch den Auftragnehmer bezahlen müssen, das fällt nun weg.