Feuerwehr: Bereit für den „ersten Angriff“
Immer „eine Handbreit Wasser im Tank“. Dieser Gruß unter Kameraden ist seit Freitag auch selbstverständlich für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Lawitz. Offiziell übergaben ihnen Neuzelles Amtsdirektor Hans–Georg Köhler (62) und Amtswehrführer David Schulz (36) ein neues, modernes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser–Tank (TSF–W). Vorbei sind die Zeiten, in denen die Lebensretter mit ihrem Kleinlöschfahrzeug KLF B 1000 — im Amtsbereich das letzte Einsatzfahrzeug aus DDR–Produktion und ohne Wasser–Tank — zum Einsatz fuhren.
700 Liter Löschwasser im Tank
Jetzt führt die FF Lawitz 700 Liter Wasser auf ihrem neuen TSF–W mit und ist bestens gerüstet für den „ersten Angriff“ — etwa in ihrer rund 800–Seelen–Gemeinde, aber auch bei Fahrzeugbränden.
Zu den technischen Highlights zählt die Tragkraftspritze ZL 1500 vom Hersteller PF Pumpen und Feuerlöschtechnik aus Jöhstadt (Sachsen). Die nicht fest verbaute ZL 1500 ist aktuell mit dem Tank verbunden, man kann sie entnehmen und tragen. Maschinist Peter Chvosta (57) grinst freudig: „Die Aggregat pumpt 1500 Liter pro Minute. Ich hätte nicht mal eine Minute Zeit, um unseren Wassertank zu entleeren — wenn ich es nicht über die Armaturen anders einteile.“
Ist der Tank leer, wird die ZL 1500 direkt an Hydranten angeschlossen und die Pumpe fördert weiter. Viele Varianten sind möglich, Wasser zu entnehmen. Alles Wichtige ist auf dem Fahrzeug untergebracht, wie etwa ein ausfahrbarer LED–Licht–Teleskopmast.
„Das massive MAN–TGL 8.180–Straßenfahrgestell mit 7,5 Tonnen ermöglicht es allen Kameraden, die Baugruppen am Fahrzeug zu bedienen. Ansonsten ist ja nur ein Maschinist dazu berechtigt. Das Fahrerhaus ist größer. Wir bekommen die komplette Staffel von sechs Mann hinein. Schon beim Ausrücken können wir in der Kabine zwei von vier Pressluftatmern anlegen. Das bringt enorme Vorteile“, weiß Vize–Ortswehrführer Silvio Böhme. Die Finanzierung des rund 150 000 Euro teuren Fahrzeugs stemmte das Amt Neuzelle zu 50 Prozent mit Fördermitteln des Landes Brandenburg, den Restbetrag steuerte Neuzelle aus seinem Etat bei. Amtswehrführer David Schulz verdeutlicht, dass die Investition in modernste Technik durch eine Vereinbarung zwischen der Stadt Eisenhüttenstadt und des Amtes Neuzelle im Jahr 2014 möglich wurde. Beide unterstützen sich seither gegenseitig beim Stützpunktfeuerwehrkonzept Brandenburgs.
Großer Fortschritt für Neuzelle
Hans–Georg Köhler, der seit 27 Jahren das Amt Neuzelle leitet, ist zufrieden. „Die Fahrzeugübergabe in Lawitz ist wieder ein weiterer Meilenstein bei der Verbesserung unserer Fahrzeugausstattungen in den 16 Wehren unseres Amtes, in denen viele junge Einsatzkräfte ihren freiwilligen Dienst versehen.“
Nach Antragstellung auf die Fördergelder im Oktober 2016 brauchte man wegen verschiedenster Widrigkeiten zweieinhalb Jahre, um das Projekt zu realisieren. Doch Ende gut, alles gut: Am 29. Mai 2019 holten Vertreter des Amtes Neuzelle und aus Lawitz das Fahrzeug beim Hersteller Schmitz Fire & Rescue GmbH aus Farnstädt (Sachsen–Anhalt) ab. Seit dem 1. Juli war es schon einsatzbereit. Fazit: Die Zusammenarbeit des Amtes Neuzelle mit der Stadt Eisenhüttenstadt beim Stützpunktfeuerwehrkonzept Brandenburgs hat sich gelohnt.

