Nachdem in Frankfurt (Oder) nach Aufhebung der Allgemeinverordnung bereits ab 7. September wieder in der Oder geangelt werden darf, zieht auch der Landkreis Oder-Spree nach. Allerdings hebt die Kreisverwaltung ihre Allgemeinverfügung erst mit Wirkung zum 8. September auf, und zwar komplett. In Oder-Spree galt diese Verordnung sowohl für die Oder als auch für einen Teil des Oder-Spree-Kanals.
„Nach dem vor knapp einem Monat festgestellten massiven Fischsterben in der Oder waren unter anderem das Baden, Viehtränken und Betreten von Uferflächen und Anlagen zum Zweck der Fischerei durch eine Allgemeinverfügung des Landkreises Oder-Spree untersagt worden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Landkreis folgt Empfehlung

Die vorübergehend angeordneten Maßnahmen seien nun nicht mehr erforderlich. Damit folge die Kreisverwaltung einer Empfehlung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg. „Danach ist auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse eine deutliche Erholung der Oder mit nur geringen Algenzellzahlen zu verzeichnen. Zudem wird eingeschätzt, dass die Toxine der Goldalge hauptsächlich auf Fische, Muscheln und Schnecken, aber nicht auf Säugetiere wirken. Ausgehend von diesem Erkenntnisstand können die bisherigen Einschränkungen entfallen.“
Die Stadt Frankfurt (Oder) hatte in ihrer Erklärung darauf verwiesen, dass die Ursache und die Hintergründe des massiven Fischsterbens bis heute nicht umfassend geklärt seien.
Indes bleibt die Zwillingsschachtschleuse in Eisenhüttenstadt bis 13. September geschlossen. Sie öffnet an jenem Tag voraussichtlich um 14 Uhr. Ob die Schließzeit nach der Aufhebung der Allgemeinverordnung früher endet, ist bislang nicht bekannt.

Das sagt das Land zur Oder

Auf der Internetseite des Landes-Umweltministeriums heißt es auf die Frage, ob man sagen könne, wann die Oder wieder richtig „gesund“ werde: „Leider nein. Expertinnen und Experten gehen davon, dass das Fischsterben, das in diesem Umfang noch nie an der Oder beobachtet wurde, das Artenspektrum über einen längeren Zeitraum gravierend beeinträchtigt. Das gesamte Ökosystem der Oder ist betroffen, dazu zählen Muscheln, Mollusken, Algen, Bakterien.“
Die bisher gefundenen Schadstoffmengen würden Hoffnung geben, dass die Katastrophe nicht im „Langzeitgedächtnis“ des Flusses, also im Sediment, gespeichert bleibt. Offen bleibe aber aktuell, ob sich die nachgewiesene Alge über längere Zeiträume in der Oder halten kann und welche Folgen das hätte. „Wie lange die Oder Narben dieses Vorfalls zeigen wird, bleibt ungewiss.“
Mehr zum Fischsterben gibt es auf der Themenseite der MOZ.