Die wachsende Zahl von Menschen, die über Belarus nach Brandenburg einreisen, führt in der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zu Engpässen. Seit dem Sommer seien bereits 850 Personen über diesen Weg nach Brandenburg gekommen, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Burmeister, am Donnerstag auf Anfrage. „Im August waren es knapp 400 und im September schon mehr als 400.“
Dies bringe die Erstaufnahme bei den Plätzen für die notwendige Corona-Quarantäne an die Kapazitätsgrenze. Daher seien auf dem Gelände der Einrichtung bereits vorsorglich Zelte aufgebaut worden, sagte Burmeister. Zuvor hatte „Bild Live“ berichtet.
Die Zahl der illegalen Grenzübertritte entlang der deutsch-polnischen Grenze hat nach Angaben des Bundesinnenministeriums in den vergangenen Wochen zugenommen. Im August registrierte die Bundespolizei dort 474 Menschen, die unerlaubt einreisten - im September (Stand 20.9.) waren es rund 760 unerlaubt eingereiste oder geschleuste Personen, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag mitteilte. Die Bundespolizei arbeite eng mit den polnischen Behörden zusammen, um dem Phänomen zu begegnen.

Oft werden Migranten von Schleusern unterstützt

Nach Angaben der Bundespolizei ist Frankfurt (Oder) ein Schwerpunkt für die Grenzübertritte. Genutzt werden unter anderem die Stadt- und die Eisenbahnbrücke. Die derzeitige dynamische Lage der Migration durch Belarus wirke sich inzwischen auch auf Deutschland aus, sagte ein Sprecher. Nach bisherigen Erkenntnissen reise ein Großteil der an der Grenze aufgegriffenen Personen in Belarus ein und anschließend schwerpunktmäßig über Litauen und Polen weiter nach Westen. Oftmals erhielten sie Unterstützung durch Schleuser.
Erste logistische Anpassungen für Versorgung und Betreuung der Menschen seien eingerichtet worden, hieß es von der Bundespolizei. Weitere Maßnahmen seien geplant. Neben eigenen Kräften sollen auch Beamte aus anderen Bereichen der Bundespolizei für intensive Kontrollen eingesetzt werden.