Förster warnen: Trockenheit lässt Waldbrandgefahr steigen
Erfolgreiche Waldverjüngung ist laut Roland Müller hingegen mit viel Arbeit verbunden. Im Wald zwischen Groß Muckrow und Treppeln präsentiert der Oberförster das Ergebnis dieses langjährigen Prozesses: Der Waldboden ist mit Grün übersät und auf der Fläche zwischen den ausgewachsenen Bäumen verteilen sich zahlreiche kleinere Buchen, Eichen und Kiefern. Dieses Ideal ist nun Vorbild für die anderen neun Reviere der Landeswaldoberförsterei in Müllrose, wo ebenfalls Verjüngungsmaßnahmen vorgenommen werden.
Die Förderung von Nadel-Laub-Mischwäldern ist auch in Hinblick auf die anhaltende Trockenheit bedeutsam. „Die Waldbrandgefahr ist in diesem Jahr noch einmal höher." Problematisch sei, dass 75 Prozent der Waldflächen in der Region Kiefernwälder seien – diese seien anfälliger für Feuer. „Wenn die einmal brennen, dann brennen die.“
Reich an Nadelbäumen sind gerade die Flächen in und um Eisenhüttenstadt herum, da es sich hier um sehr trockene Sandböden handelt, wie er sagt. Der Wald gehört zum größten Teil der Stadt, ArcelorMittal, der Stiftung Stift Neuzelle sowie einer Vielzahl kleinerer und mittlerer Waldbesitzer. Diese sind nicht dazu verpflichtet, auf ihren Flächen Maßnahmen zur Waldbrandprävention umzusetzen, können diese aber vom Land fördern lassen. Das ist das Ergebnis des 10-Punkte-Plans, den das Agrar- und Umweltministerium als Reaktion auf die extreme Waldbrandsituation 2018 verabschiedet hat. Minimiert werden kann das Risiko eines Feuers nicht nur durch den Waldumbau mit Laubholzbaumarten, sondern auch durch gezieltes Vorgehen gegen Schadinsekten wie den Borkenkäfer. „Durch Wasserstress sind die Bäume sehr anfällig.“
Vier Reviere sind unbesetzt
Doch es sind noch weitere Faktoren, die laut Roland Müller in das erhöhte Waldbrandrisiko hineinspielen. Entlang der Fläche zwischen dem Oder-Spree-Kanal und der Bundesstraße 112 gibt es sogenannte Munitionsverdachtsflächen, etwa in Vogelsang und Ziltendorf. Auch im Fall eines Feuers dürfe die Feuerwehr diese Flächen nicht betreten, sagt Roland Müller.
Weiterhin sind auch einige Reviere in der Region unbesetzt. Bei der Landeswaldoberförsterei haben etwa Neuhaus (Rietz-Neuendorf) und Bunterschütz (Briesen) keinen eigenen Förster. Auch für Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder), deren Waldflächen der Oberförsterei Siehdichum zugeordnet sind, hat man noch keinen Nachfolger gefunden. Dort beschränke sich die Bewirtschaftung derzeit nur auf Schadensbegrenzung. Das ist, wie Roland Müller sagt, im Katastrophenfall sehr ungünstig. Bei einem Waldbrand ermittelt nämlich der Revierförster den Besitzer der betroffenen Fläche. Für den Fall, dass das Feuer erneut aufflammt, übernimmt dieser die Waldbrandwache. „Andernfalls kann die Feuerwehr keine Übergabe durchführen.“
Den letzten großen Waldbrand in der Region hat es übrigens vor zehn Jahren in Ossendorf gegeben. Die Rauchsäule soll bis nach Beeskow zu sehen gewesen sein. Damals habe die Feuerwehr, erinnert sich Roland Müller, schnell reagiert und das Schlimmste verhindern können.
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