Foodie-Podcast in Brandenburg
: Diese Top-Restaurants glänzen abseits der Großstädte

Spitzenküche abseits der Großstadt: Der Foodie-Podcast interviewt die „Wilde Klosterküche“ in Neuzelle. Weitere Tipps für Top-Restaurants in Brandenburg.
Von
Sandra Ketterer,
Elisabeth Voigt
Neuzelle
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Die Wilde Klosterküche in Neuzelle wurde vom Guide Michelin ausgezeichnet. Das freut nicht nur Küchenchef Christian Bauer (l.) und Restaurantchefin Anne Hensel (r.) sowie das gesamte Team, sondern auch die Gäste.

Die „Wilde Klosterküche“ in Neuzelle wurde im Jahr 2025 vom Guide Michelin mit dem Grünen Stern ausgezeichnet. Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ erzählen Küchenchef Christian Bauer (links) und Restaurantleiterin Anne Hensel (rechts) über den Weg dahin und was noch folgen soll.

Martin Schmidt/Formwerk, Janet Neiser
  • Der Foodie-Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ beleuchtet Top-Restaurants in Brandenburg.
  • Die „Wilde Klosterküche“ in Neuzelle erhielt 2025 den Grünen Stern des Guide Michelin für Nachhaltigkeit.
  • Weitere Gourmet-Highlights: „Alte Überfahrt“ (Werder), „Sawito“ (Falkensee), „Clintons“ (Hoppegarten).
  • Die „Speisenkammer“ (Spreewald) und das „Lou“ (Cottbus) bieten kreative Menüs mit regionalen Zutaten.
  • Das „Kleinod“ (Schloss Reichenow) setzt auf bodenständige gehobene Küche mit regionalen Einflüssen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kaum ein Küchenchef kann so hingebungsvoll über Steckrüben reden wie Christian Bauer aus der „Wilden Klosterküche“ in Neuzelle. Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ – ein Projekt von Märkischer Oderzeitung und Lausitzer Rundschau – erklärt er, wie er das Gemüse, das andere eher mit Arme-Leute-Essen verbinden, im Restaurant in Szene setzt.

„Ich koche die ganz gerne in Zuckerrübensirup, Apfelsaft und Essig“, verrät der Koch. Dann könne er sie braten, pürieren, räuchern oder ganz etwas anderes damit machen. Oder er kombiniere sie mit einem in Kräutersud eingelegten Schweinebauch, Ponzu-Soße und Pilz-Tee. „Manche Gäste müssen wir ein bisschen überreden, aber wenn die das dann probiert haben, dann siehst du da auch glitzernde Augen“, ergänzt Restaurantchefin Anne Hensel.

Längst sind Gourmetführer auf die „Wilde Klosterküche“ aufmerksam geworden. Der Guide Michelin hat das Restaurant wiederholt mit dem Bib-Gourmand ausgezeichnet und im Jahr 2025 mit dem Grünen Stern. Damit wird die Nachhaltigkeit des Konzeptes gelobt. Denn die „Klosterküche“ setzt nicht nur viel Gemüse auf die Karte, sondern bezieht viele Zutaten aus dem benachbarten Klostergarten und anderen Lieferanten der Region. Fehlt nur noch der „richtige“ Stern. An dem arbeiten Bauer, Hensel und ihr Team als Nächstes.

Brandenburg, lass uns über Essen reden – der Podcast

Alle zwei Wochen sprechen Lisa Voigt und Sandra Ketterer in Brandenburg, lass uns über Essen reden darüber, wo man richtig gut essen kann. Was gibt es Neues von der Gastronomie, Landwirtschaft und Produzenten im Land Brandenburg? Was hat Genießen mit Erinnern zu tun? Die beiden Food-Reporterinnen von MOZ.de und LR.de gucken in die Töpfe, nehmen ihre Hörer*Innen mit aufs Feld oder berichten aus der Backstube. Was tut sich in Sachen Genuss und Küche in Brandenburg und wo soll es hingehen? Der Podcast mit Biss auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify.

Mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurants sind in Brandenburg selten, zumal auf dem Land, wo nicht immer viele zahlungskräftige Touristen hinreisen. Hier haben wir eine Auswahl weiterer Top-Adressen zusammengestellt.

Sterne-Küche brutal regional – „Alte Überfahrt“ in Werder

Das Restaurant „Alte Überfahrt“ in Werder liegt direkt gegenüber vom Schiffsanleger auf der Altstadt-Insel. Dort verteidigten Patrick Schwatke und sein Küchenchef Thomas Hübner schon mehrere Jahre in Folge ihren „Michelin-Stern“.

Gastgeber Patrick Schwatke (rechts) und sein Koch Thomas Hübner (links) empfangen die Gäste im Restaurant „Alte Überfahrt“ in Werder (Havel).

Hemme Milch

Gastgeber Patrick Schwatke (rechts) und sein Koch Thomas Hübner (links) empfangen die Gäste im Restaurant „Alte Überfahrt“ in Werder (Havel).

Elisabeth Voigt

Als „brutal regional“ bezeichnet Schwatke die Küche. Das Obst und Gemüse komme zu rund 70 Prozent aus dem nahe gelegenen „Schlossgarten Petzow“ am Schwielowsee, der Rest stamme aus Gemüsekisten von regionalen Bauernhöfen. Der Fisch kommt aus einer Fischerei an der Müritz, erörtert Hübner. Auch Flussbarsch, Karpfen oder Hecht gebe es in der direkten Umgebung.

Französische Küche in Falkensee, modern interpretiert

Das „Sawito“ in Falkensee wurde vom Restaurantführer „Guide Michelin“ erst im Sommer 2025 mit einem Stern ausgezeichnet. „Der Stern bedeutet uns unwahrscheinlich viel“, sagt Küchenchef Marco Wahl. Ein Traum gehe mit dieser wichtigsten Auszeichnung der Gastronomie für ihn in Erfüllung.

Marco Wahl, Küchenchef vom Restaurant Sawito in Falkensee, kocht für seine Gäste.

Marco Wahl ist Küchenchef im Restaurant „Sawito“ in Falkensee.

Elisabeth Voigt

„Unsere Küche baut auf unserem klassischen französischen Handwerk auf, interpretiert dieses aber modern und weltoffen“, erklärt Wahl seine Philosophie. „So sind auch asiatische Zutaten im Spiel und natürlich, wo immer das möglich ist, regionale Produkte der Saison“.

Die Jakobsmuschel wird in der Küche mit Kaviar gekrönt und mit einer „Beurre Blanc“ serviert. Die französische Sauce aus aufgeschlagener Butter und Weißwein ist, um sie in die Gegenwart zu holen, mit klein gewürfeltem Staudensellerie, grünem Apfel und Wasabi verfeinert.

Spiel mit asiatischen Aromen im „Clintons“

Das „Clintons“ liegt in der ersten Etage der Europazentrale des gleichnamigen Fashion-Unternehmens. Der flache schwarze Bau mit den großen Fensterfronten wirkt von außen eher wie ein Geschäftshaus. Küchenchef Stefan Lorenz hatte zuerst die gleichen Gedanken.

„Als ich hier das erste Mal hereinkam und die offene Showküche gesehen habe, fand ich die Räumlichkeiten superreizvoll, dachte aber auch: Wie soll das hier draußen funktionieren?“, erinnert sich Lorenz. Doch die Gäste haben ihn und seine innovative Küche inzwischen entdeckt und machen sich gezielt auf den Weg in das Restaurant.

Stefan Lorenz ist Küchenchef im Restaurant Clintons in Hoppegarten.

Stefan Lorenz liebt asiatische Aromen. Er ist Küchenchef im Restaurant „Clintons“ in Hoppegarten.

Elisabeth Voigt

„Ich liebe asiatische Aromen, aber auch Regionalität finde ich gut“, beschreibt Lorenz seine Küchenphilosophie. „Wir gehen vom Produkt aus – nehmen nur das Beste – und kochen dann frei Schnauze“, meint er lächelnd.

Gehoben und gemütlich: „Speisenkammer“ im Spreewald

Marco Giedow zieht mit seiner Küche, die sowohl gehoben und innovativ als auch heimatverbunden ist, seit Jahren viele Fans in die „Speisenkammer“ in Burg im Spreewald. Das Restaurant ist zuverlässig in zahlreichen Gourmetführern vertreten, wird unter anderem von der Gourmet-Zeitschrift „Der Feinschmecker“ empfohlen.

Auf den Tisch kommt ein Menü für alle. Es wechselt regelmäßig, je nachdem, welche Zutaten Inhaber und Küchenchef Giedow gerade kaufen kann, gerne beim Gemüsebauern im Ort oder bei einem Freund, der besondere Rinder hält und hin und wieder eins schlachtet. Nicht zu vergessen ist der umfangreiche Weinkeller, mit zahlreichen Schätzen auch unbekannter deutscher Winzer.

Austern und Kaviar im „Lou“ in Cottbus

Das „Lou im Cavalierhaus“ in Cottbus ist ebenfalls in zahlreichen Gourmetführern vertreten, wird unter anderem vom Falstaff zu einem der besten Restaurants in Deutschland gezählt – mit 89 von 100 möglichen Punkten. Chef Tim Sillack und Küchenchef Lukas Freitag setzen auf beste Zutaten aus aller Welt. Den Gästen schlagen sie ein Menü vor, lassen ihnen aber die Wahl, ob sie es vollständig oder einzelne Gerichte à la carte bestellen wollen.

Obendrauf können sie Austern und Kaviar bestellen — oder auch einfach ausschließlich die Meeresfrüchte. Erwähnt sei auch die Weinauswahl, die einzelne Lausitzer Weingüter einschließt – und die liebevoll zusammengestellte, im Haus hergestellte alkoholfreie Getränkebegleitung.

Bodenständig, aber mit Anspruch in Schloss Reichenow

Das Restaurant „Kleinod“ in Schloss Reichenow bei Strausberg sei all jenen empfohlen, die gehobene Küche wollen, es aber lockerer angehen. Die Gourmet-Zeitschrift „Der Feinschmecker“ führt die Küche von Gastgeber Jan Henrik Eilers zum Beispiel in der Rubrik „Die besten Restaurants für jeden Tag“.

Speisen aus der Region, neu interpretiert, mit französischem Einschlag – das hat sich das Schloss auf die Fahnen geschrieben. Pulled Pork vom heimischen Wildschwein, Pfifferlingstartar oder geschmorte Kalbsbäcken sind nur drei Beispiele für Gerichte im Hotel-Restaurant.

Bewusst genießen

Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.

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