Friedhof in Eisenhüttenstadt
: Grabschmuck entfernt, Stadt zeigt sich selbstkritisch

Auf dem Inselfriedhof in Eisenhüttenstadt wurden in einem bestimmten Bereich Andenken an Verstorbene entfernt. Nun meldet sich das Rathaus erneut zu Wort und zeigt sich selbstkritisch.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Friedhof in Eisenhüttenstadt

Auf dem Inselfriedhof in Eisenhüttenstadt wurden persönliche Dinge, die Angehörige und Freunde Verstorbener an den Urnenbaumgrabstätten abgelegt hatten, entfernt und zu einer Sammelstelle gebracht.

Hagen Bernard
  • In Eisenhüttenstadt wurden Andenken an Urnenbaumgräbern entfernt.
  • Die Gegenstände kamen nach Ankündigung per Schilder zur Sammelstelle.
  • Stadt betont: Maßnahme richtet sich nicht gegen Angehörige.
  • Friedhofssatzung: An Urnenbaumgrabstätten keine persönlichen Dinge.
  • Stadt gelobt sensibleren Umgang und bessere Kommunikation künftig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Entfernen von persönlichen Grüßen und Erinnerungen im Bereich der Urnenbaumgrabstätten auf dem Inselfriedhof in Eisenhüttenstadt beschäftigt die Menschen in und um die Stahlstadt stark. Die Stadtverwaltung hat sich dazu erneut zu Wort gemeldet, was eher außergewöhnlich ist. Zumal sich die Verantwortlichen durchaus selbstkritisch zeigen.

„Uns erreichten auch postalisch Zuschriften zur Beräumung auf dem Inselfriedhof. Daher war es unser Anliegen, noch einmal öffentlich Stellung zu beziehen, dass die Stadt die Belange zum Inselfriedhof sehr ernst nimmt“, erklärt Pressesprecher Valentin Franze auf eine Nachfrage.

In der zuvor veröffentlichten Erklärung zur „Beräumung persönlicher Gegenstände an Urnenbaumgrabstätten“ heißt es unter anderem: „Die Stadt betont, dass sich diese Maßnahme nicht gegen Angehörige richtet. Wer sich für eine Urnenbaumgrabstätte entscheidet, soll darauf vertrauen können, dass deren Charakter dauerhaft erhalten bleibt.“

Bei Urnenbaumgrabstätten handelt es sich laut der Stadtverwaltung um eine pflegearme und naturnahe Bestattungsform, die sich durch ein ruhiges, einheitliches Erscheinungsbild auszeichnet. Die Friedhofssatzung legt fest, dass an Urnenbaumgrabstätten keine persönlichen Gegenstände abgelegt werden dürfen.

Was Eisenhüttenstadt künftig anders machen will

Deswegen waren nun auf dem Inselfriedhof nach einer Vorankündigung durch Beschilderungen Andenken an Urnenbaumgräbern entfernt und auf eine Sammelstelle gelegt worden. Das sorgte für emotionale Reaktionen und Unverständnis.

Die Stadtverwaltung hält an der Entscheidung fest, erklärt aber: Man werde sich „in Zukunft um einen sensibleren Umgang mit der Entfernung von persönlicher Grabgestaltung bemühen“. Gleichzeitig werde man prüfen, „wie die Besonderheiten dieser Grabart künftig noch deutlicher kommuniziert werden können, um Missverständnisse zu vermeiden“.