Fußball
: Die Schlinge zieht sich immer fester zu

Nach der Pause kam der Brandenburgligist aus der Stahlstadt besser ins Spiel, unterlag aber dem Oranienburger FC 1:3.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Eisenhüttenstadts Hermann Wamba Tsafack (rechts) kommt vor Oranienburgs Nico-Pascal Schönrock an den Ball.

Bernd Pflughöft

Beim FC Eisenhüttenstadt zieht sich im Abstiegskampf die Schlinge immer fester um den Hals.

„Nun benötigen wir noch mehr Glück. In einem anderen Spiel hätte uns der Schiedsrichter auch einen Elfmeter gegeben, doch wir haben uns auch ein bischen dumm angestellt“, hatte Tony Wernicke  unmittelbar nach dem Spiel analysiert. Allerdings klang er nicht unbedingt so, dass er den Kampf um den Ligaverbleib abhaken will. Schließlich gehörte er zu den drei, vier Spielern, die angeschlagen in die Partie gegangen waren, um doch noch den immer wahrscheinlicher werdenden Abstieg zu vermeiden.

„Am Willen der Mannschaft hat es nicht gelegen. In der ersten Halbzeit hat sie zu ängstlich gespielt, da hätte sie auch noch höher in Rückstand geraten können. Mit der zweiten Halbzeit bin ich zufrieden. Nach dem Anschlusstreffer hätte es durchaus auch einen Handelfmeter für uns geben können. Dann hätte sich die Mannschaft belohnt. So aber kassierte sie nach dem Konter noch das 1:3. Für mich gehören die Oranienburger ohnehin zu den Spitzenteams der Liga. Jetzt haben wir nur noch Gegner, die wir von der Papierform schlagen könnten“, erklärte der Sportliche Leiter Harry Rath, der darin einer Meinung mit Trainer Andreas Schmidt war.

Trainer Schmidt gibt nicht auf

„Derzeit haben wir viel Verletzungspech. Doch nun kommen einige Verletzte und die beiden gesperrten Carsten Hilgers und Christoph Nickel zurück. So lange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben“, erklärt Schmidt, der damit erneut vor einer Woche voller Gespräche mit den Spielern steht, um sie erneut für die anstehenden Aufgaben aufzurichten.

Auch gegen Eintracht Oranienburg zeigten die Eisenhüttenstädter gegen einen individuell besser besetzten Gegner, dass sie den Abstiegskampf noch nicht abgehakt haben. Zwar war ihnen zunächst anzumerken, dass die vergangenen Niederlagen nicht spurlos vorbeigegangen sind, doch in der zweiten Halbzeit waren sie dem OFC Eintracht zumindest gleichwertig. Das durch Sperren und Verletzungen ersatzgeschwächte Schlusslicht präsentierte sich in der ersten Halbzeit zwar engagiert, jedoch offensiv wenig durchschlagskräftig. So blieb der Lupfer von Benjamin Lommatzsch über den herausgeeilten Torwart Sven Roggentin in der 27. Minute, als der Ball knapp am Pfosten vorbeiging, die einzige torgefährliche Szene vor der Pause.

Anders die Gäste, die durchaus mit einem höheren Vorsprung als dem 2:0 in die Pause hätten gehen können. Besonders Kevin Czasch bekam der FCE nicht in den Griff. In der 25. Minute war er in die Schnittstelle der Abwehr hineingesprintet und hatte ein weites Zuspiel verwertet, nach gut einer halben Stunde traf Sinischa-Noack Prodanocic aus Nahdistanz nach Querpass von Zoran Vukovic. Kurz vor der Pause hätte Vukovic sogar erhöhen können, doch er schoss drüber.

Nach der Pause kam der FCE besser ins Spiel und schaffte in der 53. Minute durch den nachsetzenden Maciej Piotr Ossowski den verdienten Anschlusstreffer. Nach einem gewonnenen Kopfballduell von Hermann Wamba Tsafack an der linken Strafraumgrenze war zunächst Georges Florent Mooh Djike am Torwart gescheitert, doch Ossowski verwertete aus etwa acht Metern den zweiten Ball. Die Eisenhüttenstädter bekamen Oberwasser, hatten jedoch Pech, als Schiedsrichter Benjamin Buttenstedt nach 75 Minuten ein Handspiel der Gäste im eigenen Strafraum nicht ahndete. Stattdessen verwertete in der Schlussphase Vukovic einen Konter zum 3:1-Endstand. In der Schlussphase war der eingewechselte Ibrahim Ngum in eine gute Schuss-Position gekommen, doch der Ball landete genau in den auffangbereiten Armen von Roggentin.

Sonderlob für Johann Krüger

„Schade. Der Ball war dem Oranienburger im Strafraum an die Hand gesprungen, andere hatten sogar eine aktive Bewegung zum Ball dabei gesehen. Doch heute hat der Schiedsrichter in einigen 50:50-Situationen gegen uns entschieden. In der ersten Halbzeit hatten wir Abstimmungsprobleme, nach der Pause haben wir gut gegengehalten. Derzeit haben wir das Glück nicht auf unserer Seite, ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Einige Ausfälle waren nicht zu ersetzen, einigen fehlt die Spielpraxis. Hervorheben will ich Johann Krüger. Wie er als 19-Jähriger sicher in der Abwehr spielte, großes Lob. Michel Becker war beim Aufwärmen noch kurzfristig ausgefallen. Im nächsten Spiel gegen Eberswalde kommen einige Stammspieler zurück“, ist Schmidt optimistisch, dass der Ligaverbleib noch möglich ist.

Noch fünf Endspiele im Abstiegskampf

Neben dem Tabellenschlusslicht FC Eisenhüttenstadt sind in der Brandenburgliga noch drei weitere Teams akut vom Abstieg bedroht. Preußen Blankenfelde-Mahlow empfängt am Sonnabend den 1. FC Frankfurt, Grün-Weiß Brieselang hat zeitgleich Grün-Weiß Lübben zu Gast. Der Vorletzte SV Falkensee-Finkenkrug muss nach Oranienburg.

Der FCE hat noch fünf Endspiele gegen den Abstieg zu absolvieren: Gegen Preußen Eberswalde (11.5./A), Einheit Bernau (18.5./H), Union Klosterfelde (29.5./A), Blankenfelde-Mahlow (15.6./H) und zum Abschluss Werderaner FC Viktoria (22.6./A).