Fußball-EM 2024: Das Bier-Orakel aus Neuzelle tippt mit Flaschen

Zwei deutsche Fußball-Fans trinken Bier. Fußball und Bier passen gut zusammen, findet auch die Klosterbrauerei Neuzelle. Die hat für die EM ein Bier-Orakel.
Philipp von Ditfurth/dpa„Mögen die besten Flaschen gewinnen!“ Stefan Fritsche schmunzelt, als er diesen Satz mit Blick auf die Fußball-EM 2024 heraushaut. Und fast im gleichen Atemzug kommt: „Bier und Fußball passen einfach zusammen.“ Klar, dass er das sagt, der Geschäftsführer der Klosterbrauerei in Neuzelle. Genau aus diesem Grund ist die Neuzeller Brauerei mit einem eigenen Bier-Orakel zur Fußball-Europameisterschaft angetreten.
Und dieses Orakel ist ziemlich erfolgreich, wie Fritsche findet. Fünfmal habe es in der Vorrunde komplett richtig gelegen, und zwar bei den Spielen Deutschland gegen Ungarn (2:0), Schottland gegen Schweiz (1:1), Polen gegen Österreich (1:3), Belgien gegen Rumänien (2:0) sowie Georgien gegen Tschechien (1:1). Außerdem hat das Bier-Orakel in der Vorrunde insgesamt elfmal den richtigen Trend in Richtung Sieg oder Niederlage vorhergesagt. Das könne sich sehenlassen, so der Geschäftsführer.
Fußball-EM: Flasche entscheidet über Sieg oder Niederlage
Jedes Mal vor den Spielen, sagt die Klosterbrauerei das Ergebnis in den sozialen Medien voraus. Auf den Bildern sind dann aber nicht etwa nur die Flaggen und Ländernamen zu sehen, sondern passend zu jedem Land eine Bierflasche. Für Deutschland taucht beispielsweise der Schwarze Abt auf. Für Dänemark, den Gegner im Achtelfinale, eine Flasche Tuborg. Und der Tipp des Bier-Orakels für dieses so wichtige Spiel? 3:1 für das deutsche Team. Immerhin, der Sieg war richtig getippt. An Ende siegte Deutschland mit 2:0. Aber einmal war der Ball sogar im Netz der Deutschen. Doch das Tor für Dänemark wurde nicht gegeben.
Aber wie entstehen all die vorhergesagten Spielergebnisse? Jedenfalls nicht durch eine KI, die andere bemühen. „Das ist ein ausgeklügeltes System“, verrät Stefan Fritsche. Natürlich spiele dabei der Schwarze Abt, der im Jahr 2013 auf dem Petersplatz in Rom den Segen des Papstes bekommen hat, eine entscheidende Rolle. Der Tipp des Bier-Orakels entsteht nämlich durch Flaschendrehen. Da kommt dann pro Mannschaft zunächst heraus, ob ein Tor fallen wird oder nicht. Fällt ein Tor, wird immer weiter gedreht, um die Tor-Anzahl zu bestimmen, bis die Flasche auf null stehenbleibt.
Fußball-EM: Deutschland muss gewinnen
Egal, ob den Bobachtern das dabei herausgekommene Ergebnis gefällt oder nicht, es wird aufgeschrieben. „Außer natürlich bei Deutschland, da gebe ich zu, da sind wir ein bisschen parteiisch“, sagt Fritsche ehrlich. „Einen Verlust der deutschen Mannschaft würden wir nie akzeptieren.“
Aber wer ist eigentlich „wir“? Wer dreht die Flasche? Das sind nach Angaben der Klosterbrauerei abwechselnd Stefan Fritsche und Patrick Fabian, der seit kurzem ebenfalls zur neuen Geschäftsführung gehört.
Und aufgepasst, das Neuzeller Bier-Orakel hat sogar recht behalten, was das Spiel Schweiz gegen Italien betrifft. Getippt wurde 2:1. Der Sieg für die Schweiz war also richtig, nur das eine Tor für Italien gab es nicht.
„Wir hoffen natürlich, dass wir besser sind als irgendwelche Kraken oder Schildkröten“, betont Fritsche. „Wir sind halt eine Brauerei. Und was soll eine Brauerei machen? Eine Brauerei, die ist immer verbunden mit Bier.“ Und Fußball und Bier, das passe eben. Nicht nur, weil viele Menschen während eines Spiels Bier trinken, sondern auch weil Brauereien als Sponsoren vieler Mannschaften auftreten. „Bier und Fußball gehören irgendwie zusammen.“

Bier-Orakel Neuzelle zum Spiel Schweiz gegen Italien am 29. Juni.
Stefan Fritsche/Klosterbrauerei NeuzelleBier-Orakel: Lernen bei Sieg und Niederlage
Selbst, wenn das Orakel mal daneben liegt, Bierfans können auf jeden Fall etwas lernen: Denn all die Biersorten aus den verschiedenen Ländern, die gibt es laut dem Neuzeller Brauereichef wirklich. Das Pilsner Urquell aus Tschechien dürften die meisten noch kennen. Aber Efes aus der Türkei, Super Bock aus Portugal oder aber Stella Artois aus Belgien? Die stehen wohl eher im Abseits.
Und welches schmeckt Stefan Fritsche am besten, mal abgesehen vom Schwarzen Abt aus Neuzelle, der der absolute Stürmer ist? Da muss er tatsächlich ein bisschen überlegen. „Tyskie kann man auch trinken“, meint er, lenkt dann aber noch ein. „Nein, warte mal, Stiegl Bio-Zwickl aus Österreich. Das ist auch ganz lecker.“
Auf die Idee zum Bier-Orakel sei man gemeinsam in der Runde der neuen Gesellschafter gekommen, berichtet er. Man wollte sich irgendwie mit einbringen, in die Fußball-EM, auch wenn die Klosterbrauerei Neuzelle in keinem großen Stadion vertreten ist. „Manchmal passieren so Fußballwunder“, sagt Fritsche. „Mögen die besten Flaschen gewinnen.“



