Fußball
: Leon Schneider wird ein Geißbock

Einst begann er bei der SG Aufbau mit dem Fußball.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören

Abschied aus Cottbus: Leon Schneider (links) am Sonnabend gegen Nico Donner von der VSG Altglienicke

Frank Hammerschmidt

Der Erstliga–Rückkeher hat sich intensiv um Schneider bemüht. Zuvor hatte der Eisenhüttenstädter, der als 18–Jähriger zuletzt 14 Partien in der 3. Liga bestritt, mit den Zweitligisten Erzgebirge Aue, Hannover 96 und1. FC Nürnberg verhandelt. Gescheitert waren die Gespräche an der von den Cottbusern geforderten Ablöse, da er als eines ihrer größten Talente überhaupt gilt. Schließlich hatte der Rechtsfuß im April gegen Dänemark sein Debüt in der U–19–Auswahl gegeben. Jetzt dürfte er im Kölner Dress noch viel mehr im Blickpunkt der Auswahltrainer stehen.

Natürlich ist der Abschied aus Cottbus mit Wehmut verbunden. 2012 in der Sportschule eingeschult, hat der Dreizehntklässler im Sommer sein Abitur abgelegt. Die rund  einstündige Fahrt nach Hause zu den Eltern am Eisen–hüttenstädter Rosenhügel hatte Leon Schneider anfangs oft außer der Reihe in Anspruch genommen. Mit den Jahren gewöhnte er sich aber an das Leben eines Fußballers, der am Wochenende meist unterwegs ist.

Der Sport wurde ihm nahezu in die Wiege gelegt. Vater Bernd bestritt zwischen 1980 und 1984 für die BSG Stahl 33 DDR–Liga–Spiele, hatte wie sein Sohn die Sportschule besucht. Ein Schien– und Wadenbeinbruch beendete vorzeitig die Karriere.

Von Verletzungen verschont

Von größeren Verletzungen ist sein Filius, der, so bald er laufen konnte mit dem Vater auf dem Spielplatz kickte, verschont geblieben.  Alles verlief geradlinig. Bereits im Vorschulalter bei der SG Aufbau mit dem Ball unterwegs, wurde er mit den E–Junioren unter den Fittichen seinesVaters Vizelandesmeister, spielte dann im Jugendförderverein und wurde in Cottbus bereits als 14–Jähriger in der U–17–Bundes–liga eingesetzt. Mit 16 durfte er schon bei den Männern mittrainieren. Zuletzt wurde Schneider vor allem als Innenverteidiger aufgeboten, aber auch auf der Sechser–Position fühlt er sich heimisch, in der U–19–Auswahl spielte er im Mittelfeld.

Bislang dreht sich bei Leon Schneider fast alles um Sport. Wie viele Gleichaltrige hört er Musik, doch in erster Linie faszinieren ihn Sportsendungen. Seine heimliche Liebe gilt Werder Bremen, so schläft er in grün–weißer Vereins–Bettwäsche.

Aber vielleicht wird es bald die der Geißböcke. Der Weg in die1. Liga jedenfalls scheint möglich für den talentierten Eisenhüttenstädter.