Fußball
: Müllroser SV holt „Schweine-Sieg“

Beide Mannschaften fanden nur schwer in die Partie und kamen kaum einmal vor das gegnerische Tor
Von
Hubertus Rößler
Müllrose
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Die Entscheidung: Müllroses Torjäger Paul Herrmann (rechts) verlädt bei einem Foulelfmeter acht Minuten vor dem Abpfiff Niederlehmes Schlussmann Fabian Keitsch und trifft zum 2:1-Endstand.

michael benk

Es war wahrlich kein Fußball-Leckerbissen, der den 65 zahlenden Zuschauern bei kühl-sonnigen 4 Grad auf dem Müllroser Sportplatz geboten wurde. Beide Mannschaften fanden nur schwer in die Partie und kamen kaum einmal vor das gegnerische Tor. So brachte die erste nennenswerte Szene direkt die Führung für Müllrose: Einen weiten Kopfball von Tobias Karge in die Spitze verlängerte ein Niederlehmer Abwehrspieler unglücklich. Paul Herrmann hatte den Braten gerochen und auf den Ball spekuliert. In seiner gewohnt souveränen Art schob er das Spielgerät flach am Torhüter vorbei ins Netz (22.).

Doch auch mit der Führung im Rücken schaffte es der Tabellensiebte nicht, gegen die stark abstiegsbedrohten Gäste aus dem Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme Ruhe ins Spiel zu bringen. Im Gegenteil: Nach einem hochgeschlagenen Eckball von Kapitän Michael Käfert war Florian Kluwe völlig frei und erzielte in seinem ersten Saisonspiel für die SGN per Kopf den nicht unverdienten Ausgleich (44.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste zunächst sogar die besseren Einschussmöglichkeiten. Nach einem sehenswerten Spielzug rettete Müllroses Torhüter Philipp Reschke, wenig später schoss Johann-Eric Haase aus sieben Metern über den Kasten (52.). Bei den Gastgebern liefen fast alle Angriffe ins Leere, klare Aktionen waren Mangelware. Zu allem Überfluss verletzte sich MSV-Verteidiger Tobias Karge am Knie und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Felix Hackel in die Partie, der Angreifer hatte am Morgen über starke Rückenschmerzen geklagt und konnte dementsprechend angeschlagen auch keine Akzente setzen.

Auf der anderen Seite trat Leon Paschke einem Müllroser unnötig in die Hacken und kassierte dafür vom nicht immer souverän auftretenden Schiedsrichter Patric Schwarz die Gelb/Rote Karte (77.). In Überzahl wurden die Platzbesitzer gefährlicher. Zunächst scheiterte Tino Heering freistehend an Keitsch (78.), eine Minute später köpfte Paul Herrmann knapp über den Querbalken. Eine Standardsituation brachte schließlich die Entscheidung: Nach einem Eckball von Gordon Duran wurde Heering im Strafraum umgerissen. Den umstrittenen Strafstoß führte Paul Herrmann aus. Der 32-Jährige verlud Keitsch und schob den Ball zum 2:1 in die von ihm aus linke untere Ecke (82.).

Danach waren die Niederlehmer platt. Aber auch vom MSV kam nicht mehr viel – mehrmals schlug er den Ball aus dem Mittelfeld nur noch auf die Tribüne, ehe der erlösende Abpfiff ertönte. „Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert. Das war heute ein richtiger Schweine-Sieg – aber das war auch einmal nötig“, meinte Matchwinner Paul Herrmann, der wieder gemeinsam mit seinem Bruder Max auf dem Platz stand. „Natürlich hätte das Spiel auch anders ausgehen können, beide Mannschaften hätten heute einen Sieg verdient gehabt“, befand er.

Müllroses Trainer Dirk Herrgoß erklärte nach dem fünften Sieg im neunten Heimspiel: „Der Ausgleich kam zu einem ungelegenen Zeitpunkt. Nach der Halbzeit hatten wir Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Aber wir haben uns am Riemen gerissen und gewehrt. Letztlich ist der Sieg natürlich ein bisschen glücklich, aber das ist egal. Die drei Punkte bringen gute Stimmung und helfen uns auch hinsichtlich der nächsten Aufgaben“,sagte der 50-Jährige.

Niederlehmes Coach Stephan Rosenberg, dessen Team auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte, war naturgemäß bedient: „Der Elfmeter ist für mich nicht nachvollziehbar. Insgesamt haben wir eine gute Vorstellung abgeliefert, uns aber leider nicht dafür belohnt. Abgesehen davon spielen wir immer gerne gegen die Müllroser, sie sind ein sympathischer Verein“, fand Rosenberg auch positive Worte.