Fußball: Noch nicht reif für die Oberliga

Gehörte auf Anhieb zu den Leistungsträgern: Nach drei Jahren Landesliga mit dem FSV Dynamo Eisenhüttenstadt wechselte der 22-jährige Maik Frühauf zurück zum 1. FC Frankfurt. Dort spielte er einst als Sportschüler in Junioren-Teams.
michael benkEs begann holprig mit dem Unentschieden gegen Oranienburg (1:1) und der 0:5-Schlappe in Werder. Zweimal folgte nach jeweils drei Siegen eine Niederlage. Das Plus: zu Hause hui – sieben Erfolge und ein Unentschieden in neun Vergleichen. Glanzstücke waren das 2:1 gegen den RSV, mit dem die Oderstädter den Randberlinern die einzige Saison-Niederlage beibrachten, und das 3:2 gegen den ewigen Duell-Triumphator Neuruppin. „Da sah man, das Potenzial, die Qualität für oben ist da“, urteilt Trainer Jan Mutschler.
Überdurchschnittliche Leistungen zeigten die Neuzugänge Marcel Georgi (7 Tore) und Maik Frühauf. Torwart Marvin Benno Lähne und Verteidiger Hendrik Haack standen nicht viel nach. Solide präsentierten sich auch Paul Karaszewski, Erik Huwe und Sebastian Lawrenz (vor seiner Verletzung). Für Mutschler gab es keine personelle Überraschung: „Hendrik Haack hat sich sehr gut entwickelt. Überrascht hat mich eigentlich keiner, denn ich wusste ja vorher, was die Neuen können.“ Andere wie Artur Aniol (im Vorjahr 17 Treffer), Sandro Henning (11), John Lukas Sauer (9) oder auch Robin Grothe (8) und Tobias Fiebig (6) können als Ein- und Auswechsler nur verkürzte Einsatzzeiten vorweisen, zeigten Ladehemmungen.
Auswärts präsentierten sich die Frankfurter schlecht: nur ein „Dreier“ (2:0 bei Abstiegskandidat Falkensee), fünfmal verloren. Das absolute Tief gab es zum Halbserien-Schluss: 0:1 ausgerechnet daheim im traditionsreichen Derby gegen den in der letzten halben Stunde dezimierten FC Eisenhüttenstadt. Ideenlos, ohne Tempo und mit Klein-Klein-Spiel war nicht einmal ein Pünktchen zu gewinnen gegen eine massierte und einsatzstarke Defensive. Die blasse Vorstellung liegt Mutschler jetzt noch schwer im Magen: „Ganz schlecht gespielt gegen körperlich robuste Gegner. Da muss man Lösungen finden.“ Einig ist er sich mit Wolff in der Forderung: „Vor allem das Offensivspiel nach Rückständen gegen defensive, kampfstarke Mannschaften ist dringend zu verbessern.“ Mutschlers Überlegung: „Da muss man umstellen, auch mal die Dreier-Abwehrkette wagen, davor vier Mittelfeldspieler und drei Angreifer.“
Als Ursachen der schwachen Auswärtsbilanz nennt der Coach allgemein „grobe Fehler bei der Chancenverwertung, individuelle Schnitzer, Unkonzentriertheiten und übergreifend mangelndes Selbstvertrauen auf fremden Plätzen.“
Vom Aufstieg redet keiner
Ein im zweiten FCF-Trainerjahr unzufriedener Mutschler richtet den Blick nach vorn. „Uns trennen nur fünf Punkte vom Zweiten, Oberliga-Absteiger Altlüdersdorf. Wenn uns ein ähnlicher Husarenritt wie Seelow in der Vorsaison gelingt, dann können wir auch wieder im oberen Feld ankommen.“ Vom Aufstieg jedoch redet weiterhin keiner. Wenngleich Gerüchte im Umlauf sind, dass der Landesliga-Aufsteiger RSV sich nicht die Oberliga antun möchte.
Der Cheftrainer hatte einigen Langzeitverletzten wie Lukas Guttke und Justin Winkel oder Späteinsteigern wie Zwillingsbruder Steven Frühauf ein Fitnessprogramm mit in die Winterferien gegeben.
Der Verein baut auf den eigenen Nachwuchs, hat mit sechs Vertragsspielern (Georgi, Lawrenz, die Frühauf-Zwillinge, Huwe und Henning) eine solide Basis für Liga-Qualität gelegt, bindet sie an sich. „Punktuelle Verstärkungen wird es nur geben, wenn es die Situation erfordert und sie für den Verein kein Risiko darstellen“, unterstreicht Wolff.
Die Statistik:
7. Platz mit 25 Punkten, 24:20 Toren. Heim: 22 Punkte (19:6 Tore), auswärts 3 P. (5:14 T.)
Beste Serie: drei Siege (3. bis 5. und 9. bis 11. Runde) – Schlechteste Serie: 2 Niederlagen (1:2 in Sachsenhausen, 0:2 bei Einheit Bernau) – Höchster Sieg: 5:1 gegen Miersdorf (11. Runde) – Höchste Niederlage: 0:5 in Werder (2. Spieltag) – Beste Platzierung: 2. Rang (9. Runde) – Schlechteste Platzierung: 12. Rang (2. Spieltag)
21 eingesetzte Spieler, Durchschnittsalter 23,14 Jahre
Einsätze/Tore: Paul Karaszewski 15/2, Maik Frühauf 15/1, Robin Grothe 15/1, Marcel Georgi 14/7, Erik Huwe 14/2, Leon Herzberg 14, Niclas Weddemar 14/2, Marvin Benno Lähne 13, Hendrik Haack 12/3, John Lukas Sauer 12, Lars Wiedenhöft 11, Tobias Fiebig 11, Sandro Henning 11/1, Artur Aniol 11/4, Sebastian Lawrenz 9/1, Steven Frühauf 7, Bill Seiring 3, Jorias Thurm 2, Angelo Marcel Müller 1, Lukas Guttke 1, Marco Rossak 1
Testspiele in der Winterpause: 25.1., 16.30 Uhr – Carina Gubin (in Slubice), 1.2., 14 Uhr – Victoria Seelow (A), 7.2., 18 Uhr – Ilanka Rzepin (H), 8.2., 14 Uhr – Stilon Gorzow (H), 12.2., 19.30 Uhr – Blau-Weiß Briesen (H), 15.2., 11.30 Uhr – Concordia Buckow (H). Rückrunden-Start am 22.2. in Oranienburg