Großeinsatz
: Lage im Waldbrandgebiet stabilisiert sich

Feuer hatte sich auf rund 100 Hektar ausgebreitet. Wind erschwert die Löscharbeiten
Von
Stefan Lötsch,
Thomas Gutke,
Nancy Waldmann
Eisenhüttenstadt
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  • Mit vollem Einsatz: Auch wenn das Feuer kurzzeitig über die alte B 112 übergesprungen war, bildete die Straße eine natürliche Brandschneise. Unter anderem von dort wurde das Feuer bekämpft.

    Mit vollem Einsatz: Auch wenn das Feuer kurzzeitig über die alte B 112 übergesprungen war, bildete die Straße eine natürliche Brandschneise. Unter anderem von dort wurde das Feuer bekämpft.

    Gerrit Freitag
  • Schwerpunkt: Die Milchviehanlage wurde von Feuerwehrleuten besonders abgesichert und geschützt.

    Schwerpunkt: Die Milchviehanlage wurde von Feuerwehrleuten besonders abgesichert und geschützt.

    Gerrit Freitag
  • Verkohlte Bäume: Dort, wo das Feuer gewütet hat, wurde der Wald massiv geschädigt.

    Verkohlte Bäume: Dort, wo das Feuer gewütet hat, wurde der Wald massiv geschädigt.

    Gerrit Freitag
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Am Abend zuvor sah die Lage noch sehr viel dramatischer aus. Da waren durch das Feuer, das sich rasend schnell ausgebreitet hat, Wirtschaftsanlagen und Wohnhäuser gefährdet, unter anderem auch die Milchviehanlage bei Wiesenau. Dramatische Stunden erlebte denn auch die Belegschaft der Bauerngesellschaft Ziltendorfer Niederung. Rund 2300 Kühe und Kälber waren in Gefahr. Von den Biogasanlagen ganz zu schweigen. Roman Reincke, einer der Geschäftsführer schildert die Stunden so: „Mittwochabend war für uns die Lage wegen der wechselnden Winde sehr bedrohlich. Uns war schnell klar, dass die Flammen über die alte B112 auf uns zusteuerten. Das Feuer sprang von Krone zu Krone. Das war so zwischen 17 und 18 Uhr.“ Viele Mitarbeiter, die schon im Feierabend hatten, seien zurückgeeilt und begannen mit Gartenschläuchen Waldflächen vor dem Firmengelände und die Böden vor den Ställen der Kälber zu befeuchten. „Wir standen kurzzeitig völlig im Rauch. Dann konnten wir schon bei unserer Firmen–Zufahrt den Feuerschein an der alten B 112 sehen“, sagte der Geschäftsführer. Eine Evakuierung des Areals war zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen. Roman Reincke: „Wir hätten die Ställe öffnen und die Kühe ins Freie lassen müssen. Auf unserem eingezäunten Firmengelände“, meint er, „wäre das Feuer eher beherrschbar gewesen.“

Michael Lyszczok, Amtsbrandmeister von Brieskow–Finkenheerd und Einsatzleister am Mittwoch, nannte das auch als eine der großen Herausforderungen, vor allem die Biogasanlagen. Er schilderte noch einmal die gefährlichen Situationen für die Einsatzkräfte. „Das Problem war, dass der Wind ständig gedreht hat. Wir hatten eine Sache angefangen, da mussten wir alles liegen lassen, weil die Einsatzkräfte gefährdet waren.“ Das Feuer habe sich rasend schnell vom Werkbahnhof über die Bahnlinie ausgebreitet. Auch Helmut Otto, Leiter des Amtes für Brand– und Katastrophenschutz, schilderte die schwierigen Einsatzlage. „Eine besondere Herausforderung sind die Wipfelbrände in den Baumkronen, die sich schnell ausbreiteten.“

Dank für Einsatzkräfte

Landrat Rolf Lindemann und Innenstaatssekretärin Katrin Lange dankten den Einsatzkräften. Was die geleistet haben, schildert Wolfgang Welenga, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Frankfurt. „Es ist ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten haben. Viele standen kurz vor der Erschöpfung, umgefallen ist keiner. Hut ab.“ Die Schutzkleidung sei angesichts des Wetters auf das Nötigste reduziert worden, „schwitzen tut man trotzdem“, so Welenga. Aufgrund der Munitionsbelastung sei äußerste Vorsicht geboten gewesen. „Ein paar Mal hat es mächtig geknallt“, erzählt er. Nach einer Lagebesprechung am Donnerstagvormittag wurde die Frankfurter Feuerwehr in Bereitschaft versetzt und durfte erst einmal Pause machen.

Die Frankfurter waren mit 30 Einsatzkräften vor Ort. Auch die Eisenhüttenstädter Feuerwehrleute waren mit 30 Kräften alarmiert worden. Ein Eisenhüttenstädter Feuerwehrmann kam mit einer Rauchgasverletzung ins Krankenhaus, wo ihn Bürgermeister Frank Balzer besuchte.

Den Erstangriff am Mittwoch gegen 15 Uhr fuhren die Wehren des Amtes Brieskow–Finkenheerd. Schon auf der Fahrt zur Brandstelle habe er Kräfte nachalarmiert, sagte Michael Lyszczok. 150 Kräfte mit 41 Fahrzeugen waren im Einsatz. Am Mittwochabend rückte die Brandschutzeinheit aus dem Barnim zur Ablösung an. Berufsfeuerwehren aus Potsdam, Brandenburg und Cottbus waren im Einsatz. Vier Löschfahrzeuge plus ein Leitfahrzeug waren aus dem Kreis Slubice angerückt. „Das ist die Folge unserer langjährigen Zusammenarbeit. Der Zug wurde ab Swiecko von einem Feuerwehrfahrzeug aus Lossow abgeholt und nach Ziltendorf eskortiert“, erklärte Michał Borowy, Pressesprecher der Kreiskommandantur der Feuerwehr Słubice.