Grundversorgung: Fernwärme statt Durchlauferhitzer
Die städtische Gebäudewirtschaft will nun doch rund 1900 ihrer Wohnungen auf Fernwärme umstellen. Bisher hatte das kommunale Unternehmen die hohen Investitionen gescheut. Die Maßnahme soll in den kommenden fünf Jahren realisiert werden.
Im vergangenen Jahr klang es noch anders: Die städtische Gebäudewirtschaft hatte von ihrem Vorhaben Abstand genommen, die Gebäude, wo die Heizungen der Wohnungen noch über einen Gaskessel betrieben wird und das Warmwasser mit einem Elektro–Durchlauferhitzer erzeugt wird, auf Fernwärme umzurüsten. Doch nun soll die Umrüstung doch erfolgen. „Das ist ein ganz großes Thema für die nächsten Jahre“, sagt Oliver Funke, Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft (Gewi). 1900 Wohnungen in den Wohnkomplexen I und II sollen in den nächsten fünf Jahren umgestellt werden.
Die Gaskesselanlagen, die nach der Wende eingebaut wurden, haben ihre Lebensdauer erreicht. Aufgrund der Satzung der Stadt Eisenhüttenstadt über die öffentliche Fernwärmversorgung im Fernwärmevorranggebiet scheidet ein Austausch oder eine Erneuerung der Gaskessel aus. Auch sind die Fernwärmekosten inzwischen nicht teurer als Gas und Strom. Das war noch zur Sanierung der Blöcke anders. Damals waren die Stromkosten günstig, weshalb die Entscheidung fiel, die Ofenheizungen durch Gasheizungen zu ersetzen. Oliver Funke erklärt, dass durch Marktpreisänderungen und Konditionsanpassung die Fernwärmepreise nun so sind, dass eine Umrüstung auch für Mieter wirtschaftlich sinnvoll ist.
Nicht nur die höheren Stromkosten machen sich bei der Warmwasseraufbereitung bemerkbar. Oliver Funke verweist auch darauf, dass bei dem jetzigen Modell Empfänger von Harz–IV–Leistungen Nachteile haben. Denn die Stromkosten für den Durchlauferhitzer werden nicht vom Amt übernommen. Darüber hinaus spricht auch viel dafür, dass die Stadtwerke GmbH ihr Fernwärmenetz in Eisenhüttenstadt weiter ausbaut und dadurch effektiver macht, auch wenn auf der anderen Seite dadurch der Gasabsatz zurückgeht. Oliver Funke betont deshalb, dass gemeinsam mit den Stadtwerken ein Konzept erstellt werden soll, wie die Umrüstung realisiert wird.
Auch wenn es gute Argumente dafür gibt, die Heizung und vor allem die Warmwassererzeugung auf Fernwärme umzurüsten, so hat sich nichts an dem Aufwand geändert, den das bedeutet und der die beiden städtischen Unternehmen bisher davor hat zurückschrecken lassen, den Schritt zu gehen. Denn es ist nicht einfach damit getan, dass in den Kellerräumen die Gaskessel durch eine Fernwärmestation ausgetauscht werden. Vielmehr sind erhebliche Bauarbeiten erforderlich, die auch in den Wohnungen stattfinden müssen. Denn bisher gab es aus dem Keller nur ein Leitung für die Heizung. Künftig wird aber eine weitere Leitung für das Warmwasser benötigt, weshalb in den Wohnungen Baumaßnahmen erforderlich sein werden.
Bis die 1900 Wohnungen umgerüstet sind, werden wohl fünf Jahre ins Land gehen, nicht zuletzt auch, um die finanziellen Mittel dafür bereit zu stellen, prognostiziert Oliver Funke. Begonnen werden soll in diesem Jahr im I. Wohnkomplex und zwar mit dem Block in der Eichendorffstraße 6 bis 11. Danach soll der Eckblock in der Eichendorffstraße 1 bis 5/Karl–Marx–Straße 26 bis 28 umgerüstet werden. Oliver Funke verspricht, dass die Mieter über die erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig informiert werden.


