Handarbeit: Alles beginnt mit einer Schlaufe

Voll bei der Sache: Nebal Hataher (v.l.), Theressa Markulla, Doris Budach und Renate Sabaranuk.
Gerrit FreitagGerade für die Syrerinnen ist es in den Augen von Doris Budach wichtig, unter Leute zu kommen. Dass einige von ihnen dem Kurs irgendwann ferngeblieben sind, führt die Kursleiterin auch auf fehlende Sprachkenntnisse zurück. „Sie haben Angst, sich nicht verständigen zu können.“
Damit sie alles versteht, hat Nebal Hataher an diesem Nachmittag ihren kleinen Sohn als Übersetzer mitgenommen. Auf den Tisch legt die Frau aus Syrien verschiedene Häkelmuster, die sie in die Folienblätter eines kleinen Büchleins schiebt und mithilfe von Doris Budach in deutsch sowie in arabisch beschriftet. Dann erläutert die Kursleiterin den Teilnehmern das Prinzip der Luftmaschenschlaufe – mit der beginnt laut Doris Budach nämlich sowohl das Stricken wie auch das Häkeln.
Der Leiterin gegenüber sitzt eine 76–jährige Eisenhüttenstädterin, die sich derweil einem Ballonkleid widmet. Gedacht ist das Kleidungsstück für eine Puppe. Freuen darf sich darüber bald ihre Schwiegertochter, die Tagesmutter ist, und regelmäßig von der 76–Jährigen mit neuen handgemachten Stillkissen, Stramplern oder Kleidchen versorgt wird. Kürzlich habe sie auch kleine Mützchen für Eierbecher gehäkelt, erzählt sie.
Kursleiterin Doris Budach beobachtet, dass das Häkeln und Stricken immer beliebter wird. „Das, was ich mit meinen Händen gemacht habe, hat sonst niemand“, führt die Leiterin als einen möglichen Grund für den Trend an.
Zum Schluss möchte sie den Teilnehmern noch das Prinzip der Krebsmaschen erläutern. Damit auch die syrischen Teilnehmer das Wort verstehen, macht Doris Budach einen Krebs nach, der rückwärts läuft. „Auch wir werden jetzt rückwärts häkeln.“
Der Kurs findet montags von 15 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek statt (pac)