Infrastruktur
: Neue Chance für das Fährprojekt

Die Fähre über die Oder, die die beiden Orte Aurith und Urad verbinden soll, kann nun womöglich doch gebaut werden.
Von
Stefan Lötsch
Brieskow-Finkenheerd
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Symbolfoto

pixabay

Die Fähre über die Oder, die die beiden Orte Aurith und Urad verbinden soll, kann nun womöglich doch gebaut werden. Zumindest hat der Amtsausschuss von Brieskow–Finkenheerd mit sieben Ja–Stimmen, drei Nein–Stimmen und zwei Enthaltungen dafür votiert, das Projekt in den Haushalt des Amtes für das laufende Jahr wieder aufzunehmen. Erst am 14. Februar hatte der Amtsausschuss sich mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen, das Fährprojekt zu kippen.

Der Entscheidung des Amtsausschusses am Mittwoch ging eine heftige Diskussion voraus, wo vor allem Bürger aus Aurith sich enttäuscht zeigten, dass das Projekt, das nun schon seit vielen Jahren vorangetrieben wurde, kurz vor dem Ziel gestoppt wurde. Ingo Passow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Schlaubemündung Odertal, bat in seiner Wortmeldung die Mitglieder des Ausschusses, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. „Eine Absage des Projektes ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Passow. Im Auftrag des Amtes habe sich der Verein darum gekümmert, den Tourismus zu fördern und zu entwickeln. „Wir haben 500 000 Euro Fördermittel generiert.“ Mit einem positiven Beschluss des Amtsausschusses könne man erreichen, dass die Fördermittel für das Fährprojekt doch noch gesichert werden können.

Für sie sei es unverständlich und nicht nachvollziehbar, wieso das Projekt gestoppt wurde, sagte Katrin Blum aus Aurith. Sie stellte die Frage, warum so viel Zeit und Geld investiert wurde — immerhin wird über das Projekt schon seit sieben Jahren beraten –, wenn es dann doch verworfen wird.

Christina Förster vom Förderverein las einen Brief vor, den Anja Erhard von den Bayernstub`n in Wiesenau verfasst hatte, in der sie betont, wie wichtig die Fähre als touristisches Projekt auch für die Gastronomen und Gewerbetreibenden im Amtsgebiet wäre. „Das ist eine Investition in die Zukunft.“ Dass sie mit dieser Meinung nicht alleine ist, zeigt, dass sich dem Brief Gastronomen und weitere Gewerbetreibende angeschlossen haben.

Ingo Passow bot den Ausschussmitgliedern an, alle Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Jörg Patzelt, Ausschussmitglied für Groß Lindow, beklagte, dass es an Informationen fehlt. Danny Langhagel, Bürgermeister aus Ziltendorf, war es schließlich, der in der Haushaltsdiskussion den Antrag stellte, das Projekt wieder aufzunehmen. Der Haushalt wird allerdings erst am 4. April beschlossen.