Interview
: „Die Kajüte darf nicht in Vergessenheit geraten“

In der ehemaligen Tanz- und Gastwirtschaft in Ratzdorf wird zur Oldie-Disko eingeladen.
Von
Janet Neiser
Ratzdorf
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Ambitioniert: Restauratorin Dorothee Schmidt-Breitung gehört zur Eigentümergruppe der Kajüte in Ratzdorf.

Patrizia Czajor

Frau Schmidt-Breitung, Sie gehören zur Eigentümer-Gruppe der Kajüte in Ratzdorf und hoffen am 16. März auf viele Gäste. Was gibt es an diesem Tag?

Wir starten an diesem Tag in der Kajüte in das Veranstaltungsjahr 2019. Das Motto wird sein „Ihr tanzt in den Frühling!“ Wir laden zu einer Oldie-Disko ein.

Disko klingt nach DJ...

Genau. Wir haben aber auch noch eine musikalische Überraschung vorbereitet.

Warum Oldie-Disko? Kommen nur die älteren Semester?

Nein, das Publikum in der Kajüte ist immer bunt gemischt. Das ist ja auch das Schöne, dass Alt und Jung zusammenkommen.

Was ist denn „alt“ bei Ihnen?

Ich selbst  werde 47, würde mich damit schon eher als alt bezeichnen. (lacht) Wir haben oft Jugendliche bei unseren Veranstaltungen, die noch zur Schule gehen, aber auch die, die 20 bis 30 sind. Letztlich sind alle Generationen irgendwie vertreten, das sorgt immer für eine besondere Stimmung.

Wie bekommt man die bei einer Disko musikalisch unter einen Hut?

Das ist ja das Verrückte, die verschiedenen Generationen tanzen oft gar nicht nach so verschiedenen Liedern. Zumindest hier im dörflichen Kontext bin ich oft beeindruckt, bei welcher Musik auch die Jüngeren richtig Spaß haben. Wenn ich die Jugendlichen in der Schule manchmal frage, welche Musik sie mögen, bin ich überrascht. Das ist nicht immer nur das, was gerade in den Charts rauf und runter gespielt wird. Das kann auch ein Remix eines 80er-Jahre-Hits sein.

Bis Mitternacht. Es wird Cocktails geben. Wir haben eine kleine Bar. Der Eintritt kostet pro Person acht Euro.

Wo gibt es Tickets?

Der Saal, den wir ja komplett neu gemacht haben, ist sehr groß. Da muss man nicht unbedingt vorher versuchen, eine Eintrittskarte zu bekommen. Wer will, kommt einfach spontan vorbei. Wer aber reservieren möchte, weil er unbedingt einen Tisch möchte, der kann das auch tun. Nur bitte, keine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Den hören wir kaum ab, da die Kajüte ja nicht jeden Tag geöffnet hat. Für Reservierungen kann man uns eine E-Mail schreiben an gastundtanzwirtschaft@gmail.com:gastundtanzwirtschaft@gmail.com:gastundtanzwirtschaft@gmail.com)$. Das ist ganz unkompliziert.

Warum gibt es überhaupt eine Disko in der Kajüte?

Um den Ort zu beseelen. In Deutschland einen Pächter für eine Gaststätte zu finden, das ist ganz schwierig. Wir haben mittlerweile lange gesucht. Ich weiß nicht, woran das liegt, die Leute gehen ja gern mal weg. Aber schon allein, einen Koch zu finden, das ist verdammt kompliziert, denn das ist eine ganze harte Arbeit, das bedeutet auch Schichtdienst. Wir werden weiter suchen. Aber wenn wir die Tür in der Zwischenzeit immer geschlossen lassen von einem Ort, den die Menschen sehr lieben, dann ist uns auch nicht geholfen. Auch das Haus können wir dann nicht retten. Wir hatten im vergangenen Jahr ganz erfolgreiche Monate mit viel ehrenamtlichem Engagement. Vielen Dank noch einmal dafür. Dadurch konnten wir nicht nur den Saal, sondern auch die Fassade machen. Wir haben das ganze Haus auf Vordermann gebracht. Der Ort darf nicht in Vergessenheit geraten, das ist uns wichtig und deshalb gibt es die Disko.

Haben Sie noch mehr geplant?

Oh ja, es wird im Laufe des Jahres noch weitere Sonderveranstaltungen geben. Wir wollen, dass die Kajüte eine Begegnungsstätte ist, ein Ort, den die Menschen lieben.

Oldie-Disko: Kajüte Ratzdorf, 16.3., 19 Uhr, Reserv.: gastundtanzwirtschaft@gmail.com:gastundtanzwirtschaft@gmail.com:gastundtanzwirtschaft@gmail.com)$