IV. Wohnkomplex: Im Quartier Friedensweg wird weiter saniert
Es ist noch gar nicht so lange her, da galten viele Blöcke im IV. Wohnkomplex als Reserve für Abrisse. Die Gebäude waren in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Die Eigentümerin, die städtische Gebäudewirtschaft (Gewi), hatte nicht das Geld für die Sanierung. Außerdem gehört dieser Teil der Stadt nicht mehr zum Flächendenkmal. Für die Gewi waren das Bestände, die angesichts des anhaltenden Einwohnerrückranges und dem damit einhergehenden Leerstand, als Abrissmasse zur Verfügung standen.
Wer derzeit durch den IV. Wohnkomplex läuft, der stellt von den ursprünglichen Überlegungen nichts mehr fest. Es wird gebaut und saniert, vor allem im Bereich des Friedensweges. Dort entsteht zwischen Fritzs–Heckert– und Diehloer Straße ein neues Quartier, das Quartier Friedensweg. Die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) hat im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung neun Blöcke gekauft. Die Überlegung war nicht zuletzt, dass auch die Genossenschaft Bestände in der Innenstadt erhält und für Mieter anbieten kann. Die Innenstadt kann so gestärkt werden.
Im Gegenzug werden Bestände im Außenbereich, zum Beispiel an der Mittelschleuse abgerissen. Dort wäre, so haben die Erfahrungen bei der Sanierung der Hochhäuser in der Fürstenberger Straße gezeigt, die Kosten für die notwendigen Sanierungsarbeiten kaum darstellbar.
Derweil laufen die Arbeiten im Friedensweg auf Hochtouren. Bis 2022 sollen alle neun Blöcke auf Vordermann gebracht sein. Die Gebäude im Friedensweg sind schon fertig, sagt André Häusler, technischer Vorstand der EWG. Derzeit laufen die Arbeiten am ersten Block in der Fritz–Heckert–Straße (die Nummer 64 bis 70), im direkten Anschluss an den Handwerkerhof. Die zwei anderen Objekte in Richtung Beeskower Straße folgen in den nächsten zwei Jahren. Es entstehen jeweils 24 Wohnungen, bisher sind es 32 Wohnungen mit standardisiertem Grundriss. Die Grundrisse werden im Zuge der Maßnahme heutigen Bedürfnissen angepasst, auch werden die Wohnungsgrößen individueller sein. Es stehen dann acht Zwei–Raum–, vier Drei–Raum– sowie zwölf Vier–Raum–Wohnungen zur Verfügung, die alle über einen Balkon und Bäder mit Fenstern verfügen werden.
Zwei von vier Aufgänge sind über Fahrstühle erschlossen, die auch bis in den Keller reichen. André Häusler betont auch, dass man versuche, die Wohnung möglichst schwellenlos zu gestalten, was vor allem für ältere Mieter von Bedeutung sein dürfte. Die Kellerräume, die nicht mit einem Fahrstuhl erreicht werden können, sollen über eine Rampe erschlossen werden, so dass die Räume mit Fahrrädern oder Kinderwagen ohne große Mühe erreicht werden können.
Fördermittel sind geflossen
Diese umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, noch dazu innerhalb solch kurzer Zeit, wären nicht möglich, wenn es dafür nicht auch Fördermittel geben würde. Denn auch dies war Bestandteil der Kooperationsvereinbarung, dass die Baukosten unterstützt werden. Das hat auch Einfluss auf die Mieten. So unterliegt ein Teil der Wohnungen einer Mietbindung, das heißt, bestimmte Einkommensgrenzen dürfen nicht überschritten werden, sagt Verena Rühr–Bach, Vorstandsvorsitzende der EWG. Die Mieten in diesem Fall liegen bei 4,90 beziehungsweise 5,50 Euro pro Quadratmeter. „Die nicht der Bindung unterliegenden Wohnungen werden zu Mieten bis zu 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche angeboten“, erklärt die Vorstandsvorsitzende.


