Jobs in Eisenhüttenstadt
: Start in die Zukunft – ArcelorMittal ermöglicht Messe

Startzeit – das ist der Name der Ausbildungsmesse in Eisenhüttenstadt. ArcelorMittal stellt dafür eine riesige Halle zur Verfügung. Das müssen Besucher wissen.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Eisenhüttenstadt 2023-01-14: Marlene (14) und Phio (11) bei der Ausbildungsmesse Startzeit. Die zwei Mädchen haben eine Blechrose gebastelt. 

Erlaubnis zum Fotografieren wurde auf der Messe von den Eltern erteilt.

Hatten Spaß bei der Startzeit: Marlene (damals, 14) und Phio (11) bei der Ausbildungsmesse in der Trainingshalle von ArcelorMittal im Jahr 2023. Dort haben die zwei Mädchen Stahl-Rosen gefertigt.

Janet Neiser

Ist Eisenhüttenstadt liebenswert und wenn man den Buchstaben „i“ weglässt auch lebenswert? Lohnt es sich, nach der Schule in der Stadt zu bleiben oder nach dem Studium oder der Ausbildung zurückzukehren? Ein Großteil der in oder im Umfeld der Stahlstadt aufgewachsenen Jugendlichen entdeckt nach der Schule erst einmal die Welt. Viele kommen nicht wieder – oft sind Job oder die Liebe ein Grund dafür. Da ist Eisenhüttenstadt übrigens keine Ausnahme. Manche kehren nach Jahren zurück, andere starten ihre berufliche Zukunft vor Ort. Denn Möglichkeiten gibt es auch hier.

„Wir brauchen mehr junge Leute, die sich für ein ‚Hierbleiben‘ entscheiden und somit positiv auf den demografischen Wandel einwirken. Das wird nur gehen, wenn wir gemeinsam die zweifellos vorhandenen attraktiven Angebote der Region, mehr sichtbar machen“, betont Ralf Hillburger vom Vorstand des Kompetenznetzwerkes für Fachkräftesicherung. Und um vorhandene Möglichkeiten sichtbar zu machen, wurde die „Startzeit“ ins Leben gerufen. Die insgesamt zehnte Ausgabe des Bildungs- und Ausbildungsevents wird am 12. Oktober in Eisenhüttenstadt stattfinden. Hauptzielgruppe sind Jugendliche, die kurz vor dem Schulabschluss stehen und junge Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen.

Eisenhüttenstadt 2023-10-14: Startzeit: Markenzeichen des QCW: Ausprobieren kommt vor „Studieren“. Viele Besucher waren begeistert „Berufe zum Anfassen“ vorzufinden. Ein Merkmal des Ausbildungstages in Eisenhüttenstadt.

Die „Startzeit“ im Jahr 2023: Ausprobieren kommt vor Studieren. Viele Besucher waren begeistert, in der Trainingshalle von ArcelorMittal Berufe zum Anfassen vorzufinden.

Jörg Hanisch

ArcelorMittal stellt riesige Halle

Neben der Stadt Eisenhüttenstadt, dem Landkreis Oder-Spree und dem dortigen Oberstufenzentrum (OSZ) stellt auch ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) eine tragende Säule der „Startzeit“ dar. Nicht zuletzt durch das Stahlunternehmen kann das Mit-Mach-Event für Ausbildung, Beruf und Karriere in einer der landesweit größten Hallen für solche Veranstaltungen stattfinden. „Der Arbeitsdirektor ist sehr an dem Thema interessiert“, lobt Uwe Schaffranke vom Schulverwaltungsamt des Landkreises Oder-Spree. Zirka 150 Meter lang und etwa 40 Meter breit bietet die AMEH-Trainingshalle eine Ausstellungsfläche von rund 6000 Quadratmetern, was etwa 7,5 Handballfeldern oder aber knapp fünf Olympischen Schwimmbecken entspricht.

Von 10 bis 14 Uhr können sich Besucher bei der Messe an etwa 100 Ständen umschauen. Da geht es von A wie ArcelorMittal über G wie Gesundheitsberufe und H wie Heckmann bis U wie Unitechnik. Auch Landwirtschaft, Labortechnik und Lego sind zu finden.

Vor allem mittelständische Unternehmen haben die Möglichkeit, sich zu präsentieren und um Nachwuchs zu werben. Neben den vielen brandenburgischen Firmen, Behörden und Vereinen gibt es nach Angaben des Kompetenznetzwerkes erstmals zehn polnische Aussteller, die Interessantes vorbereitet haben. Passend dazu startet um 11 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Bildung verbindet“, wobei die Kooperation in der Berufsausbildung zwischen Polen und Deutschland im Fokus stehen wird.

Spezielle Roadshow zur digitalen Fabrik

Und so ist es auch nicht überraschend, dass die 10. „Startzeit“ vom Bürgermeister von Eisenhüttenstadt und dem Landrat des Landkreises Oder-Spree gemeinsam mit den polnischen Landräten der Landkreise Zielona Góra, Krosno, Sulęcin, Choszczno und Słubice eröffnet wird.

Das Mitmach-Event, das die Vernetzung zwischen Schülerschaft, Unternehmen und Schulen in der Region stärken will, hat sich übrigens auch in Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) etabliert. In Eisenhüttenstadt selbst handelt es sich um die dritte Ausgabe.

„Zwei Stunden sollte man mindestens für einen Besuch einplanen“, sagt Uwe Schaffranke aus Erfahrung. Man könne aber auch gut und gerne die ganze Zeit über in der Halle verweilen. Und er nennt auch gleich noch ein Highlight. Erstmals dabei ist Mobile Digitale Fabrik vom Netzwerk Mittelstand-Digital Zentrum Spreeland mit einer speziellen Roadshow in zwei Lkw-Anhängern. Von dort heißt es: „Erleben Sie interessante Einblicke in die Fabrik von Morgen und die Möglichkeiten der Digitalisierung sowie digitaler Assistenzsysteme. In den beiden Wechselkoffern werden digitale Lösungen nicht nur gezeigt, sondern Besucher können diese bei der Herstellung eines 3D-Knobelspiels selbst ausprobieren. Mitmachen ist nicht nur erlaubt, sondern absolut erwünscht!“

Imbiss und Parkplätze sind vorhanden

Wer zwischendurch Hunger und Durst bekommen sollte, der muss die Halle keineswegs verlassen. Die mehrfach ausgezeichnete Schülerfirma „SnackOsz“ vom Oberstufenzentrum „Konrad Wachsmann“ in Frankfurt (Oder) wird erneut kulinarische Köstlichkeiten präsentieren, genau wie EKO Catering. Sowohl Fleisch-Fans als auch Vegetarier sind in den Vorjahren nicht zu kurz gekommen.

Neben Imbissangeboten sind auch Parkplätze immens wichtig für die Besucher. Stellflächen gibt es im Umfeld der Trainingshalle (Straße 16, Nr.1) genug. Und wer nicht mit dem Auto anreist, sondern aus dem Umland per Zug, der kann einen weiteren Service nutzen. Die Veranstalter stellen einen Rufbus ab Bahnhof Eisenhüttenstadt zur Verfügung. Die notwendige Telefonnummer soll am 12. Oktober gut erkennbar für Bahnreisende sein.

Und noch etwas sei verraten. Die Startzeit ist offensichtlich wirklich ein Karriere-Sprungbrett. So sorgte im vergangenen Jahr Verena de la Caridad Voigt Linares für die musikalische Umrahmung in der Trainingshalle in Eisenhüttenstadt. Nun steht die junge Frau aus Frankfurt (Oder) auf der großen Bühne bei „The Voice of Germany“. Und auch Ellice Klawon aus Fürstenwalde, die bei „Voice Kids“ für Furore sorgte, ist laut Ralf Hillburger bereits bei der „Startzeit“ aufgetreten.