Kommunalpolitik: Der in Brieskow-Finkenheerd abgewählte Amtsdirektor Danny Busse schweigt
Während zehn Amtsausschussmitglieder am Donnerstagabend zustimmten, votierten die drei Ziltendorfer Vertreter mit Bürgermeister Danny Langhagel dagegen. Langhagel hatte noch versucht, die Abkehr von der Geschäftsordnung rückgängig zu machen, nämlich die Bürgerfragestunde erst nach der Abwahl anzusetzen. Die restlichen Amtsausschussmitglieder schmetterten den Antrag ab. Die Ziltendorfer um Langhagel habe er in der Vorbereitung außen vor gelassen, sagte der Amtsausschussvorsitzende Jörg Fiedler, da Busse mit Langhagel befreundet sei und es zu befürchten war, dass er Busse davon in Kenntnis setzt. Der Amtsdirektor war vor drei Jahren von Finkenheerd nach Ziltendorf gezogen.
773 Petenten hatten zuvor eine Liste mit ihren Unterschriften in der Amtsverwaltung eingereicht, um eine Anhörung des Amtsdirektors vor der geplanten Abwahl durchzusetzen. Laut Fiedler wird der Amtsausschuss darüber in der Sitzung am 6. Juni beraten.
Bereits lange vor der Sitzung hatten sich knapp 100 Einwohner vor dem Eingang versammelt. Sie warteten nicht nur auf den Einlass, der eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn erfolgte, sondern hatten vor dem Zugang 773 Dauerbrenner platziert. Also für jeden Petenten einen. 24 Stühle waren für die Gäste platziert, darunter etliche aber bereits reserviert. „Wir haben die Abstandsregeln einzuhalten. Die Stühle sind nicht umsonst gestellt worden“, erklärte Fiedler. „Ja genau, damit nicht mehr reinpassen“, kam sofort von einer aufgebrachten Bürgerin die Antwort. Nach längeren fast tumultartigen Diskussionen durften einige an den Wänden stehen. Damit kamen die maximal möglichen 75 Personen im Raum zusammen, einige mit Mundschutz.
Einen Mund- und Nasenschutz trug als Einziger von den aktiven Sitzungsteilnehmern Danny Busse. Er nahm seine Maske auch nicht ab, als sein Sachstandsbericht anstand. Den nahm für ihn im Höchsttempo Fachbereichsleiterin Sandra Deska vor. Deska sagte auf Anfrage, dass Busse krank geschrieben sei. Schnell war damit der Tagesordnungspunkt Abwahl erreicht. Stellvertreter und Fachbereichsleiter Dirk Wesuls übernimmt ab sofort Busses Aufgaben. Eine Neuwahl erfolgt im Juli.
In der Bürgerfragestunde – nunmehr ohne den abgewählten Amtsdirektor – ging es sehr emotional zu, wobei Fiedler als Versammlungsleiter die Zügel in den Händen hielt. Er nannte die Gründe. Sie seien vielschichtig. Unter anderem habe Busse in der Verwaltung ein Klima der Angst, der persönlichen Diffamierung bis zu arbeitsrechtlichen Repressalien geschaffen. Die Gemeindevertreter habe er eher als Erfüllungsgehilfen für seine Pläne betrachtet. Zudem habe er teilweise eine unflätige Verhaltensweise gegenüber Amtsausschussmitgliedern an den Tag gelegt. Acht Mitarbeiter im Amt hätten in den vergangenen beiden Jahren aus freien Stücken gekündigt, weitere hätten es noch vor. Zudem bemängelte Fiedler eine veraltete technische Infrastruktur in der Verwaltung, Beschlüsse zur Erneuerung seien nicht umgesetzt worden. Er sprach auch Einnahmeverluste durch unterlassene Arbeiten an. Eine langfristige Finanzplanung sei nicht erkennbar. Während Dinge wie Feuerwehrtechnik vernachlässigt würden, wären andere Anschaffungen wie eine Klimaanlage in der Verwaltung überproportional.
Nach 38 Minuten alles vorbei
Nach 38 Minuten war der öffentliche Teil beendet. Ronny Kalk (Ziltendorf): „Wir werden die Arbeit des Amtsausschusses genauer unter die Lupe nehmen. Das wird auf die nächste Wahl zurückschlagen. Steffi Hecke: „Als Kirchenälteste suche ich den Ausgleich. Heute ging es darum, ein Zeichen zu setzen, dass man vernünftig miteinander kommuniziert. Man hätte von vornherein sagen können, dass es um Personalpolitik geht.“ Sandra Deska auf Anfrage: „Die Vorwürfe wegen des Umganges mit Mitarbeitern im Amt kann ich nicht nachvollziehen. Die Personalleitung wurde darüber nicht informiert.“

