Konzert
: „Eine spannende Premiere“

Culcha Candela kommt für das Stadtfest zum ersten Mal nach Eisenhüttenstadt, erzählt Bandmitglied Chino im Interview.
Von
Christina Sleziona
Eisenhüttenstadt
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Am 24. August in Eisenhüttenstadt: Das Vierergespann aus Johnny Strange, Itchyban, Chino und Don Cali (v.l.) hat sich in 17 Jahren Bandgeschichte vielen Veränderungen unterworfen.

Leon Hahn

Chino, was hat sich in 17 Jahren des Bestehens der Band für euch verändert?

Das ist eine schwierige Frage. Es hat sich viel verändert, es ist aber auch einiges genauso wie immer. Auf jeden Fall ist die Leidenschaft geblieben, positive Musik zu machen, die Stile und Sprachen verbindet. Andererseits hat sich die Band auch verändert: Wir haben damals zu siebt begonnen, heute sind wir nur noch zu viert, wodurch sich auch die Aufgaben innerhalb der Band verschoben haben. Auch in der Musikbranche gab es massiven Änderungen. Es fing an, als wir 2004 das erste Album herausgebracht haben, da gab es hauptsächlich physische Veröffentlichungen auf CD. Heute hat sich ja dahingehend alles verändert, von bezahlten Downloads bis hin zum Streaming. Wir haben die digitale Transformation erlebt und haben uns komplett integriert. Eine spannende Phase.

Kaufst du denn noch CDs?

Nein, aber ich hab wieder angefangen, Schallplatten zu kaufen. Die hab ich mir schon immer gern gekauft, das hat zwischenzeitlich zugegebener Maßen wieder abgenommen. Aber jetzt ist es auch wieder ein Lifestyle-Produkt für mich geworden.

Eure neue Single heißt „No Tengo Problema“. Darin beschreibt ihr, dass ihr euch nicht stressen lasst. Stressen und meckern euch die Leute zu viel?

Ich glaube, es ist ein menschliches Grundbedürfnis, meckern zu wollen. Gerade, wenn man in Berlin lebt, da gehört es quasi zum guten Ton. (Lacht.) Das ist einfach nur eine Mentalitätsfrage und es ist auch meistens gar nicht so ernst zu nehmen. Ich finde, das ist eine ganz gute Methode, ab und zu auch mal Dampf abzulassen. Doch man darf es natürlich auch nicht übertreiben. In dem Song werden wir mit einigen Problemen konfrontiert, aber der Umgang damit ist wichtig und wir lassen uns davon nicht stressen.

Geht  ihr euch auch mal auf die Nerven und stresst euch gegenseitig?

Ja, na klar, das bleibt natürlich nicht aus. Wie gesagt haben wir bereits 17 Jahre auf dem Buckel und wer weiß, wie es in Bands zugeht, wird eher verwundert sein, dass man über so lange Zeit überhaupt noch zusammen arbeitet. Das ist fast wie in jeder Familie. Natürlich gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten bis hin zu Streitereien, aber alles in allem sind wir recht harmoniebedürftig und kommen super miteinander aus.

Ihr wart noch nie in Eisenhüttenstadt, ist das richtig?

Wir haben sehr viele Auftritte gemacht, aber es stimmt: Eisenhüttenstadt stand tatsächlich noch nie auf unserem Programm, obwohl es so nah an unserer Heimatstadt Berlin liegt. Vielleicht war ich schon mal privat dort unterwegs, das kann ich nicht so genau sagen. Doch es wird sicherlich eine spannende Premiere für uns werden.

Was erhofft Ihr euch denn vom Stadtfest?

Wir haben immer Bock aufzutreten, sind immer heiß auf die Bühne. Dadurch, dass wir noch nie in Eisenhüttenstadt gespielt haben, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht genau, was uns da erwarten wird. Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die Leute, die zu unserer Bühne kommen, auch Bock haben zu feiern, dass sie Bock auf Musik haben und sich auch von uns mitreißen lassen. Es ist immer unser Ansporn, das Publikum abzuholen und es in unsere Show zu integrieren, gemeinsam zu singen und zu tanzen. Wir wollen eine gute Zeit haben und es würde mich sehr wundern, wenn es uns in Eisenhüttenstadt nicht gelänge.

Welche Songs dürfen auf dem Stadtfest für euch nicht fehlen?

Natürlich haben wir die neuesten Sachen im Gepäck. Der Song „No Tengo Problema“ und unsere neue Single „Ballern“, die heute rauskommt, werden darunter sein. Aber wir haben natürlich auch unsere größten Hits mit dabei, also „Hammer“ und „Monster“. Ich glaube, die dürften wir gar nicht auslassen, weil wir sonst wahrscheinlich von der Bühne gejagt würden. (Lacht.)

Die Band auf einen Blick

Die Berliner Dancehall-Band wurde 2002 von den Gruppenmitgliedern Johnny Strange, Itchyban und Lafrotino gegründet. Schnell holten sie Musiker Larsito, Mr. Reedoo, Don Cali und DJ Chino mit ins Boot. Ihre Liedtexte reichen von ernstem, gesellschaftskritischem Inhalt bis hin zu Partyliedern. Mit dem Erfolgshit "Hammer" gelang ihnen 2007 der Direkteinstieg auf Platz 1 der deutschen Charts. Mit etwa 3 Millionen verkauften Tonträgern zählen sie heute zu den erfolgreichsten Bands ihrer Genres in Deutschland. Am 24. August ist die nun vierköpfige Band um 22 Uhr auf der Hauptbühne zu erleben. ⇥ sle