„Wir wollen das Leben verschönern“, das klingt aus dem Mund dieser Frau, nein, nennen wir sie Lebenskünstlerin, fast schon ein wenig wie: „Jetzt erst recht!“ Corona, Dürre, Waldbrände und nun auch noch die Umweltkatastrophe in der Oder. Es ist nicht so, dass all das Dorothee-Schmidt Breitung kaltlässt. Im Gegenteil: Sie saugt all das auf und es macht etwas mit ihr, aber ihr Lachen und ihre Lebensfreude will sie sich nicht nehmen lassen. Dorothee-Schmidt Breitung ist wie eine Sonnenblume, die strahlt auch an dunklen Tagen und ist ein Farbklecks im Alltagsgrau.
In Breslack, wo sie wohnt und Kraft tankt, erzählt sie vom Kulturmonat in der Kajüte in Ratzdorf. Die Restauratorin gehört zur Eigentümergruppe dieses urigen Hauses, das mittlerweile Kult ist – in der Kulturszene.

Die Kajüte verbindet Generationen und Stile

Hochzeitspaare mieten sich dort ein, Bands suchen die Stille, um neue Songs zu komponieren oder aber auf der Bühne zu rocken – draußen oder drinnen. Es wird getanzt, geschlemmt und gelacht.
„Wir leben alle relativ kurz auf dieser Welt und haben oft Stress miteinander. Und das ist sehr bedauerlich. Und aus diesem Grund brauchen wir schöne gemeinsame Momente“, das steht für Dorothee Schmidt-Breitung fest. „Und aus diesem Grund gibt es einen Kulturmonat in der Kajüte.“ Der Monat beginnt Ende August mit der legendären Oldie-Disco und endet Mitte September mit dem nunmehr zweiten Jugendfestival. Nein, keine Angst, falls irgendjemand im beschaulichen Ratzdorf beim Thema Festival um seine Ruhe fürchtet, es gibt ein Lärmvermeidungskonzept, das bereits im vergangenen Jahr erfolgreich zum Einsatz kam.
Und bezüglich der Oldie-Disko (27. August), ist es Dorothee Schmidt Breitung wichtig zu sagen, dass „Oldie“ sich nicht auf die Generation bezieht, sondern auf die Songs, die gespielt werden. Letztlich kamen bei den vergangenen Ausgaben, es waren sieben an der Zahl, Jung und Alt. Und alle hatten viel Spaß. „Die Stimmung ist immer genial! Da gehen jetzt schon die Anfragen los.“

A cappella, kubanische Rhythmen und Rock

Aber in der Kajüte finden auch jedes Jahr spezielle Konzerte statt, Konzerte, die Ratzdorf an bestimmten Abenden so begehrt machen wie Berlin, Havanna oder
Im Kulturmonat startet das Konzertprogramm mit einem Tanz-Café (28. August). „Handle with Care“, ein Ensemble aus Torgau wird Musik der 1920er-Jahre, Klezmer, Swing und Tango präsentieren – und zwar a cappella. „Da braucht man nicht diese technische Verstärkung. Die spielen im historischen Saal, 15 Uhr an einem Sonntagnachmittag können die Leute dort zum Tanztee, Tanz-Café.“ Die Restauratorin, die auch leidenschaftliche Bäckerin ist, verspricht, dass es dazu Kuchen satt geben wird. Ein ganzes Back-Team ist bereits zusammengestellt.
Einige Tage später steht dann ein Club-Konzert an, und zwar ein richtig heißes. „Mayelis y sus Chicos“, eine „furiose kubanische Sängerin mit Band“ werden die Kajüte und das Umfeld mit karibischer Leichtigkeit erfüllen. Das werde eine kubanische Nacht unter freiem Himmel und im Saal – auch Kunst eines kubanischen Künstlers werde gezeigt.
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„Und dann kommen am 10. September die Wake Woods. Die machen richtig gute Laune“, erzählt Dorothee Schmidt-Breitung. Viele würden meinen, die Berliner Rockband sei eine Nummer zu groß für die Kajüte. Aber dort ist eben alles möglich. Einer der Musiker war nämlich schon mal dort und fand den Ort so magisch, dass er mit seiner Band kommen will. Hier und da hat sich schon herumgesprochen, dass die angesagte Band kommt, durchaus möglich, dass sie Fans aus Berlin und Hamburg anlockt. Wer auf Indie und alternativen Rock steht, dürfte mit den Jungs Spaß haben und sich von ihrer Energie anstecken lassen.
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Antikmarkt und Jugendfestival über drei Tage

Am 11. September wird der Kulturmonat am Tag des offenen Denkmals durch einen Kulturmarkt beziehungsweise Antikmarkt erweitert. „Antik ohne Krempel“ heißt das Stichwort. Patrick Kossack vom Kajüten-Team wird sich darum in bewährter Form kümmern und hofft auf viele Anmeldungen.
Aber das ist noch nicht alles an diesem Tag. Da findet nämlich auch noch eine Premiere statt, und zwar „Des Kaisers neue Kleider“, aufgeführt von Bürgern aus der Region. Und aufgepasst: Den Kaiser spielt Pfarrer Martin Groß. Schon die Proben zeugen von jeder Menge Spaß.
Den Abschluss des Kulturmonats schließlich bildet das Jugendfestival „Weiter drauszen Nr. 2, Jugendevbent an der Oder“ vom 16. bis 18. September. Dort werden verschiedene DJs erwartet, aber es gibt auch Sport und Spiel.

Kulturmonat in der Kajüte Ratzdorf

27.8. – „Oldie Disco Nr. 8“, ab 20 Uhr für Jung und Alt;
28.8. – „Handle with Care“: Tanztee im Saal mit der Band, ab 15 Uhr, Hot and Sweet Music der 1920er, Klezmer, Swing, Tango, Tische können vorbestellt werden;
03.09. – „Mayelis y sus Chicos“, Klub-Konzert mit einer kubanischen Band, ab 18 Uhr sowie Ausstellungseröffnung, Biergarten ist ab 15 Uhr offen;
10.09. – „The Wake Woods“, Konzert mit der Berliner Rockband ab 20 Uhr, Biergarten ab 17 Uhr offen;
11.09. – „Tag des offenen Denkmals“ mit Kulturmarkt-Antikmarkt ab 9 Uhr, Denkmalfachführungen und 18 Uhr Bürgertheater „Des Kaisers neue Kleider“;
16.-18.09. – „Weiter drauzen, Nr. 2, Jugendevent an der Oder“, urbane Kultur trifft auf ländliche Gastfreundschaft, Familie trifft auf Freunde und bewegende Musik auf bewegtes Bild. Tickets fürs Festival mit verschiedenen DJs gibt es online.
Für alle anderen Veranstaltungen gern Kontakt per E-Mail aufnehmen.