Kriminalität
: Einbruchsserie geht weiter

Erneut waren Einbrecher in der Lindenallee in Eisenhüttenstadt unterwegs. Die Polizei hat Spuren sichergestellt.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Auch 2018 gab es Einbrüche an der Lindenallee, zum Beispiel in der Backhütte.

Gerrit Freitag

Der Tresor, der mehrere Jahrzehnte gute Dienste geleistet hatte, war nicht mehr an seinem gewohnten Ort, sondern befand sich mitten im Raum – leer. Bis auf ein bisschen Hartgeld, das dann offensichtlich nur noch Nebensache war. Die wenigen Scheine waren wichtiger. Zum Glück hatte die Geschäftsführerin das meiste Geld am Vorabend herausgenommen. So wie jeden Abend. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl. Es ist immerhin das dritte Mal, dass der TOR Ziel von Einbrechern geworden ist — verteilt über mehrere Jahre. Zu diesem unguten Gefühl kommt die Rennerei hinzu: Schlösser müssen ausgetauscht, Tür und Fenster repariert werden. Und das Chaos muss auch beseitigt werden.

Spuren wurden gesichert

Im Fall des Einbruchs beim Tourismusverein wurde auch der Bürgermeister in Kenntnis gesetzt, denn die Immobilie gehört der Stadt. Martina Harz, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, hat sich den Schaden sofort persönlich angesehen. „Das war sehr gut, dass sie gleich gekommen ist“, lobt Kathrin Henck.

Doch nicht nur beim Tourismusverein wurde in der Nacht zum Mittwoch eingebrochen. Auch im Büro eines Medienhauses, etwa 150 Meter entfernt, wurde eine Tür eingetreten. Geld fanden die Täter dort allerdings nicht, also verschwanden sie durchs Fenster in die Nacht.

Die Spurensicherung war an beiden Tatorten erfolgreich. Bestimmte Details wurden gesichert und müssen nun ausgewertet werden. Momentan geht die Polizei davon aus, dass es sich möglicherweise um dieselben Täter handelt, die bereits in den Monaten zuvor ihr Unwesen in der Geschäftsstraße getrieben haben.

„In der Lindenallee mussten wir bis zum heutigen Tage 18 Einbruchs– beziehungsweise Diebstahlsdelikte verzeichnen“, erklärt Bernd Böttcher, Polizeihauptkommissar bei der Polizeiinspektion Oder–Spree/Frankfurt. Die Zahl bezieht sich auf das Jahr 2019. Sieben Mal sei in gewerblich genutzte Einrichtungen wie beispielsweise Kioske, Ladengeschäfte und Büroräume eingebrochen worden. Das Buchhaus, ein Spirituosengeschäft, ein Friseur und das Reformhaus waren unter anderem betroffen. Oft ist der Schaden durch das Aufbrechen von Türen und Fenstern größer als der durch den Diebstahl von Geld, hört man. Denn die meisten Ladenbesitzer leeren ihre Kassen jeden Abend vorsorglich.

Elf Mal waren auch Wohn– und Kellerräume in der Lindenallee betroffen, teilt die Polizei mit. „Zielrichtung dieser Einbrüche war grundsätzlich die Erlangung von Bargeld“, betont Hauptkommissar Böttcher und fügt hinzu: „Ich kann Ihnen mitteilen, dass es der Polizei gelungen ist, mehrere Tatverdächtige zu ermitteln. Sie werden verstehen, dass ich aus ermittlungstaktischen Gründen zur Zeit keine Einzelheiten bekanntgeben kann.“ Böttcher bestätigt, dass noch immer verstärkt zivile Streifen unterwegs seien — vor allem auch nachts.

Auf die Frage, wie sich Ladenbesitzer schützen können, antwortet der Polizeibeamte: "Sie sollten unbedingt in den Einbruchsschutz investieren. Dazu gehört unter anderem eine einbruchssichere Verglasung oder Vergitterung des Geschäftes, akustische oder visuelle Alarmanlagen. Gern bieten wir technische Beratungen an, die für jedermann kostenfrei sind.“