Küche: Des Fischers liebstes Karpfen-Rezept

Lebend-Karpfen: Henry Schneider leitet die Fischerei, die Seen und Flüsse nach Fischereirecht pachtet. Mit anderen Berufsfischern nutzt er an der Oder zudem historische Eigentumsfischereirechte von Neuzelle bis Mescherin in der Uckermark (175 km).
Dietmar PuttinsHerr Schneider, wo bekommen Sie Ihre Karpfen her?
Wir sind ja eine reine Fluss- und Seen-Fischerei, keine Züchter. Die Karpfen erhalten wir von einer Familienfischerei in Wartha bei Bautzen, in der mein Vater in den 1980er Jahren gelernt und sein Studium absolviert hat. Aus dem dortigen Nachbarort Zescha stammt unsere Mutter. Diese Fischerei produziert für uns seit 1990 die Karpfen. Der Betrieb erhält wiederum Laichfische von uns, um Welse, Zander und Hechte zu erbrüten.
Wie war 2019 die Karpfen-Saison?
Die extrem heißen Sommer 2018/19 waren für die Teichwirtschaft und für Fische in den Naturgewässern ein Problem. Ein Karpfenteich ist nur 1,0 Meter tief. Wenn darin die Wassertemperatur stark ansteigt, fressen die Karpfen nicht mehr. Sie nehmen nicht mehr zu. Dazu kommen die Sauerstoffknappheit und zu wenig Wasserwechsel durch Regenmangel. Damit hat der Karpfen echt Probleme.
Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Was unsere Naturfänge angeht: Den Fischen fehlt wegen des Niedrigwassers viel Lebensraum. Es gibt zu wenig Überflutungsflächen. Gerade in der Oder, die ja an den Ufern um mehrere Meter zurückweicht, verbleiben nur noch Kiesbänke. Damit finden Weiß- oder Friedfische ihre Nahrung, Gräser und Würmer, nicht mehr ausreichend vor.
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Wie alt muss ein Karpfen für den Verkauf sein?
Ein Karpfen kommt mit drei Jahren in den Handel und hat dann ein Stückgewicht von 1,8 bis 2,5 oder 3,0 Kilogramm. Das Problem, das wir jetzt haben, ist, dass die Karpfen kleiner sind als in den Jahren zuvor. Wegen der angesprochenen Hitze fütterten auch die Züchter weniger, denn das Futter gärt im warmen Wasser sonst sehr schnell. Der Karpfen nimmt es nicht auf und das Futter bindet erneut Sauerstoff, der den Fischen dann fehlt.
Wir schwer waren früher Karpfen?
Die Fische wogen um die 3 Kilogramm. Dieses Jahr erreichen sie nur etwas mehr als 2,5 Kilogramm.
Was ist Ihr Karpfen-Lieblingsrezept?
Wir kochen schon seit Jahrzehnten „Karpfen in Biersoße“. Dieses Rezept ist regional bei uns sehr stark verbreitet: Der Karpfen wird in einer Biersoße gekocht oder ziehen gelassen. Die harmonische Note, etwa des Malzbieres, zieht in das Fischfleisch hinein und das schmeckt hervorragend. Wir favorisieren als Beilage Salzkartoffeln.
Wie schwer war der größte Karpfen, den Sie in diesem Jahr fingen?
Das war ein Spiegelkarpfen gewesen. Der brachte um die 15 Kilogramm auf die Waage. Der größte Marmorkarpfen lag bei 35 Kilogramm.
Wo kann man jetzt Karpfen kaufen?
Fischer Schneider verkauft am Sitz in der Lindenstraße 20 in Brieskow-Finkenheerd: am 21., 23., 27., 28. und 30. Dezember (9 bis 17 Uhr) sowie am 22., 24., 29. und 31. Dezember (9 bis 12 Uhr). Schneider steht auch am City Center (Mitteleingang) in Eisenhüttenstadt: am 21., 23., 28. und 30. Dezember (9 bis 16 Uhr) sowie am 24. und 31. Dezember (9 bis 11 Uhr); ferner am Real Markt in Frankfurt: am 21., 23. sowie 27. bis 28. und 30. Dezember (9 bis 16 Uhr); ferner am 22. Dezember (13 bis 16 Uhr) sowie am 24. und 31. Dezember (9 bis 11 Uhr). Ein weiterer Standort ist am 23. und 30. Dezember (9 bis 16 Uhr) und am 24. und 31. Dezember 2019 (9 bis 11 Uhr) das Spitzkrug Multi Center in Frankfurt.⇥dpu