Leichtathletik: Doreen Kusches gelungenes Comeback
Nachdem der 28-jährige aus Eisenhüttenstadt stammende Hauptstädter diesem Wettbewerb zum letzten Mal vor vier Jahren seinen Stempel aufgedrückt hatte, war er nun mit einer ganzen Armada seiner Vereinsgefährten vom LAC Olympia 88 Berlin gekommen. Größtenteils zu Viert hatten sie sich seit dem 28. Dezember bei seinen im Eisenhüttenstädter Ortsteil Diehlo wohnenden Eltern einem verstärkten Training zum Jahreswechsel unterzogen, um dann auf dem Neißemünder Oderdamm noch einen Trainingslauf mit Wettkampfcharakter durchzuziehen. „So richtig umfangreich ist es mit Rücksicht auf den Silvesterlauf nun doch nicht geworden, im Schnitt haben wir täglich 22 Kilometer zurückgelegt“, erklärt Felix Ledwig.
Dennoch bestätigte Ledwig auch in Neißemünde seine gute Form vom New-York-Marathon im November, den er als drittbester Deutscher mit der persönlichen Bestleistung von 2:27:59 Stunden beendet hatte. In Ratzdorf hielten zunächst nur noch sein Vereinsgefährte Christian Krannich sowie Marius Ziems, der die beiden zurückliegenden 4,8-Kilometer-Läufe gewonnen hatte, mit. Schnell ließ jedoch der 20-jährige Ziems reißen und strebte allein dem Ziel nach einer Runde entgegen. „Aufgrund meiner Ausbildung an der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe habe ich weniger Zeit zum trainieren. Vorgestern bin ich das erste Mal seit langem wieder gelaufen, gestern habe ich eine kleine Runde absolviert.“ Immerhin reichte es für den Eisenhüttenstädter nach 8:21 Minuten zum Gesamtsieg auf der kurzen Distanz über 2,4 Kilometer vor dem 16-jährigen Vorjahressieger Hannes Nerlich (9:12) und dem gleichaltrigen Keanu Wanke. Beide spielen für den JFV Fun Niederlausitz in der Fußball-Landesliga der B-Junioren.
Alina Gnädig setzt sich ab
In der Frauen-Wertung setzte sich auf dieser Distanz die zwölfjährige Alina Gnädig (9:54) knapp vor der gleichaltrigen Marie-Luise Ledwig (Eisenhüttenstadt) sowie Beate Bernard (LC Cottbus durch). Die Potsdamerin, die hier ihre Großeltern besuchte, hatte sich auf den abschließenden 300 Metern abgesetzt.
Auf der doppelten Distanz stellte Felix Ledwig mit 15:17 Minuten trotz eines auf dem Oderdamm unangenehm blasenden Windes einen Streckenrekord auf. „Ich werde im Januar bei den Hallen-Landesmeisterschaften in Potsdam starten. 8:30 Minuten über 3000 Meter wären schön, 8:40 Minuten aber realistischer. Allerdings habe ich zuletzt kaum auf der Bahn trainiert. Auch die 800 oder 1500 Meter wären eine Option“, erklärt Ledwig, der derzeit oft zweimal täglich trainiert. Nur sechs Sekunden Rückstand wies der 35-jährige Christian Krannich auf, der nach der Hälfte hatte abreißen lassen. „Nach dem New-York-Marathon ist Felix ein anderer Mensch geworden. Er hat nach einer kurzen Pause gleich richtig weiter trainiert, derzeit habe ich gegen ihn keine Chance.“
Ron Scheduikat Dritter im Spurt
Dritter wurde nach einem kurzen Endspurt Ron Scheduikat (16:47) vor seinem Olympia-Vereinsgefährten Rico Berger. Bereits am Neujahrstag ging es für das um einen weiteren Läufer verstärkte Quartett auf eine 22-Kilometer-Lauftour durch das Schlaubetal. Bei den Frauen über 4,8 Kilometer ein gewohntes Bild: Mit einem Kilometer-Schnitt knapp unter fünf Minuten zog die 53-jährige Beate Ledwig gleichmäßig ihr Tempo durch und setzte sich nach 21:49 Minuten durch. 51 Sekunden später folgte Doreen Kusche, die nach einer dreijährigen Pause damit ein gelungenes Comeback gab. Die 38-jährige in der Region sehr erfolgreiche Läuferin hatte nach Schwangerschaft und Entbindung pausiert und es in Ratzdorf mal wieder probiert. Nachdem sie zunächst etwas schneller als Beate Ledwig angegangen war, hatte sich jedoch bei ihr zunehmend die lange Pause bemerkbar gemacht. "Ich bin fix und fertig. Die Kondition fehlt. Ich hatte nur noch zugesehen, dass ich vor der Dritten ins Ziel komme, die ich noch registriert hatte.“ Das war mit der aus Eisenhüttenstadt stammenden Laura Marie Töpfer ein Neuling bei diesem Silvesterlauf (22:44). Die 30-jährige war im Ziel überrascht, dass sie Dritte geworden ist.
Gewohnt gab es für alle eine Medaille, Urkunde sowie einen kostenlosen Imbiss.



