Leichtathletik
: Ironman-Spezialist lässt die schnellste Frau davonziehen

105 Starter schließen mit dem 15. Eisenhüttenstädter Cross die Laufserie um den Oder-Spree-Cup ab. Die sechs Kilometer sind sehr gut besetzt.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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  • Start des 15. Eisenhüttenstädter Crosslaufes: Im weißen Dress mit der Nummer 21 läuft Carolin Mattern.

    Start des 15. Eisenhüttenstädter Crosslaufes: Im weißen Dress mit der Nummer 21 läuft Carolin Mattern.

    Bernd Pflughöft
  • Zaungäste beim Auftritt von Carolin Mattern: Vater Thomas Gogolin und Töchterchen  Ella Charlotte

    Zaungäste beim Auftritt von Carolin Mattern: Vater Thomas Gogolin und Töchterchen  Ella Charlotte

    Bernd Pflughöft
  • Sieger über 10,5 Kilometer: Christian Kiele

    Sieger über 10,5 Kilometer: Christian Kiele

    Bernd Pflughöft
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So auch die 36-jährige Carolin Mattern vom OSC Berlin. Kurzfristig hatte sie von den 10,5 Kilometern auf die sechs Kilometer umgemeldet. „Ich habe es mir ausgerechnet. Auch die Punkte von der kürzeren Distanz reichen zum Gesamtsieg. Doch eine Woche vor den Landesmeisterschaften wollte ich keine zehn Kilometer laufen, schließlich stehen in einer Woche nur vier Kilometer an.“

Damit hatte die Deutsche Altersklassen-Meisterin über 5000 Meter den mittleren Wettbewerb erheblich aufgewertet, zumal auf dieser Distanz mit 54 auch die meisten Athleten unterwegs waren. Während ihr Mann Thomas Gogolin, übrigens im deutschlandweiten Wettbewerb der Manager und Leiter mit über 100 Mitarbeitern Zweitbester, im Start- und Zielbereich auf die vierjährige Tochter Ella Charlotte aufpasste, zog Mattern  souverän ihre Runden. Schnell hatte sie sämtliche Mitstreiter hinter sich gelassen. „Die Tochter hat Mittelohrentzündung, da konnte ich die vergangenen Nächte kaum schlafen. Heute früh hatte ich einen Ruhepuls von 80. Dafür ist es jetzt erstaunlich gut gelaufen. Das Anfangstempo war nicht allzu hoch, was mir entgegenkam, und dann wurde es mir doch zu langsam.“ 46 Sekunden hinter ihr erreichte mit dem Berliner Tobias Barkschat der schnellste Mann über sechs Kilometer das Ziel. „Vor drei Jahren hatte ich hier schon einmal gewonnen“, erklärte der 28-jährige Mitarbeiter in einem Steuerbüro. „Die Frau war super, da war nichts zu machen.“ Barkschat ist Triathlet, in diesem Jahr absolvierte er den Ironman in Schweden  in 8:42 Stunden.

Da Mattern und Gogolin über 10,5 Kilometer fehlten, war der Weg für den Frankfurter Christian Kiele frei, der mit zwei Minuten Vorsprung auf den Storkower Markus Padberg gewann. „Vor zwei Jahren hatte ich hier schon einmal gewonnen. Schade, dass der Kurs mit dem fehlenden einen Anstieg etwas entschärft wurde. Nach einer nicht so guten Saison lief es heute ganz ordentlich. Im nächsten Jahr werde ich vielseitiger trainieren, zum Beispiel mehr Rad fahren“, erklärt der in Eisenhüttenstadt arbeitende 39-jährige Jurist.

Wieder mal wie so häufig in den zurückliegenden Wochen hochzufrieden mit sich war mit Cathleen Meier als Gesamtvierte die schnellste Frau. Zu Jahresbeginn hatte die 28-jährige Frankfurterin entbunden, wenige Wochen später startete die Polizistin bei hiesigen Laufwettbewerben erfolgreich durch. Vor zwei Wochen gelangen ihr beim Marathon-Debüt in Dresden ansprechende 3:23 Stunden. „Danach bin ich erst einmal in der Wohlfühlzone gelaufen. Heute war Laufen am Anschlag angesagt. Dafür war es wirklich super. Bald beginnt die Vorbereitung auf die Deutschen Polizeimeisterschaften im Crosslauf. Die sind im Februar.“

Stolz auf den Bruder

Stolz war Cathleen Meier auf ihren 16-jährigen Bruder Maximilian, der knapp eine Minute hinter dem Königs Wusterhausener Richard Grütter Gesamtzweiter über drei Kilometer wurde. Doch so richtig zufrieden war er damit nicht, zwischenzeitlich musste er wegen Seitenstechen das Tempo drosseln. Hingegen zog die zwölfjährige Marie Luise Ledwig locker und flüssig ihr Tempo durch und setzte sich souverän als Gesamtdritte gegen ihre Konkurrentinnen durch. „Ich war jetzt ein bisschen erkältet und habe in dieser Woche kaum trainiert. Doch heute war es für mich nicht so anstrengend“, sagte die Neuzeller Gymnasiastin, die schon vor drei Wochen mit ihren 53 Minuten über 10,55 Kilometer beim Schlaubetalmarathon  ihre hervorragende Verfassung gezeigt hatte. Dabei ist Laufen nicht ihr einziges Hobby. Einmal wöchentlich reitet sie, dreimal wöchentlich trainiert sie auf den eigenen Füßen.