Leichtathletik: Rekordsieger hält Müllroser Lauf am Leben
Doch dieses Mal fallen die Nachmelder weg. Gestartet wird ab 9 Uhr mit jeweils 30 Athleten am Campingplatz des Ostufers in viertelstündigen Abständen. Die Frauen und Nachwuchsathleten über fünf und dann zehn Kilometer haben den Vortritt, ab 10 Uhr folgen die Männer. „Wenn wir 150 Starter haben, wäre ich zufrieden“, erklärt Holzäpfel, der diesen Wettbewerb sieben Mal gewann und mit 31:24 Minuten seit 1982 den Streckenrekord hält.
220 Sportler waren es 1980, als es zum ersten Mal über zehn Kilometer um den Großen Müllroser See ging. Im strömenden Regen hatte sich der Strausberger Sigmar Grabow nach 32:15 Minuten durchgesetzt. Grabow – der beim Jubiläum vor fünf Jahren die zehn Kilometer in Angriff nahm – wird fehlen. Der 82-Jährige hat im Herbst seinen Abschied vom Laufsport gegeben. Hingegen gemeldet hat der damalige Gesamtdritte, sein damaliger Vereinsgefährte der ASG Strausberg, Jochen Malz. Nach einigen Beschwerden will der 68-Jährige es über zehn Kilometer locker angehen lassen. Auf die Teilnehmermedaille, die es für alle im Ziel gibt, freut er sich schon jetzt. Traditionell als Streckenposten dabei ist der damalige Gesamtzweite, der Frankfurter Helmut Albrecht. Aus gesundheitlichen Gründen ist der DDR-Junioren-Meister von 1970 im 10 000-Meter-Lauf vor einigen Jahren ebenfalls von der Läuferbühne abgetreten.
Noch nicht gemeldet hat Hartwig Zörner vom MSV Tripoint Frankfurt, in der Siegerliste als Erster aufgeführt. 1978 hatten sich einige Frankfurter mit etlichen Eisenhüttenstädter Athleten um den damaligen „Meilenvater“ Georg Langner zu einem Trainings-Wettkampf über 30 Kilometer verabredet. Laut Zörner sollen es etwa 20 gewesen sein, die den Asphalt von Frankfurt nach Eisenhüttenstadt unter die Sohlen nahmen. Irgendwann wurde es immer schneller und letztlich war der heute 68-Jährige nach 2:04:30 Stunden der Erste. Ein Jahr später hatten sich die Eisenhüttenstädter auf einen Start in Müllrose geeinigt, zumal das Eko dort eine Erholungsstätte hatte. Nunmehr fungierte er bis 1990 als OdF-Lauf (Opfer des Faschismus). Damit war aus politischer Sicht der Weg in die Wettkampf-Kalender und vor allem in die Bezirksrangliste gesichert. Nunmehr startete dort regelmäßig das Gros der besten Freizeitläufer des Oderbezirkes.
Nachdem die zweite Auflage noch über 20 Kilometer von Müllrose in Richtung Eisenhüttenstadt führte, stand ab 1980 die See-Route an. Ab 1981 auch mit dem heute 63-jährigen Holzäpfel. „1980 kam ich von der Armee. Ich war auf Bahnläufe fixiert. Da er auch im `Leichtathleten` angekündigt war, wurde ich auf ihn aufmerksam. Mir gefiel dieser Cross. In Müllrose habe ich nie gebummelt.“ In Erinnerung geblieben sind dem Rekordsieger die Soldaten aus der unweit ansässigen sowjetischen Garnison. "Da sind oft zehn bis 15 von ihnen mitgelaufen, mit freiem Oberkörper und langer Uniformhose, manche sogar in Stiefeln. Und einige haben den Lauf so in 65 bis 70 Minuten geschafft, alle Achtung.“
1981, 1982, 1983, 1985, 1989 sowie 1994 und 1995 siegte Holzäpfel. Nach einer vierjährigen Pause hatte er zusammen mit dem Müllroser Wolfgang Lausch diese Veranstaltung reaktiviert. Auch danach gab es mit den Frankfurtern Thomas Krüger (2000 bis 2003) und Hannes Hähnel (2004 bis 2006, 2009 bis 2011) sowie den Eisenhüttenstädtern Felix Ledwig (2013 bis 2016) und Thomas Gogolin (2017 bis 2019) weitere Seriensieger.
Den seit 2004 ins Leben gerufenen Frauenwettbewerb (Holzäpfel: „um auf den teilweise schmalen Wegen das Feld zu entzerren") prägt Carolin Mattern. Die 36-jährige Berlinerin hält seit 2016 mit 36:10 Minuten den Streckenrekord und war im vergangenen Jahr auch schneller als alle männlichen Starter.
40. Müllroser Seelaufam 6. September ab 9 Uhr
Der 40. Lauf um den Müllroser See wird ab 9 Uhr am Campingplatz am Ostufer des Großen Müllroser Sees gestartet. In viertelstündigen Abständen gehen jeweils 30 Athleten auf die Strecke. Zuerst die Frauen aller Altersklassen und die männlichen Athleten bis U18 über fünf Kilometer, ab 9.45 Uhr die Frauen über zehn Kilometer und in maximal drei Wellen ab 10 Uhr die Männer über zehn Kilometer. Die Startreihenfolge ergibt sich aus der Startnummer. Die Athleten haben sich ab eine halbe Stunde vor dem geplanten Beginn einzufinden und den Zielbereich zügig wieder zu verlassen. Bei Kilometer fünf und im Ziel befindet sich ein Getränkestand. Gelaufen wird anfangs auf festen Wegen, dann auf durchwurzeltem Untergrund im Wald.





