Messungen: Kaum mehr Feinstaub durch Feuerwerk

Saubere Luft: An dieser Messtation des Landesumweltamtes in der Karl-Marx-Straße wird unter anderem die Feinstaubbelastung ermittelt.
Stefan LötschSollen Feuerwerke zum Jahreswechsel verboten werden, weil die dadurch verursachte Schadstoffbelastung gesundheitsgefährdend ist? „Wenn wir Feuerwerkskörper abbrennen, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an“, heißt es in einer Information des Umwelt-Bundesamtes. Der Feuerwerksqualm bestehe zu großen Teilen aus Feinstaub. „Es ist erweisen, dass Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand wirkt“, schreibt die Behörde. Tatsächlich ergeben Auswertungen: „Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht.“
Die gemeinnützige Umwelthilfe, die unter anderem auch vor Gerichten die Dieselfahrverboten durchgesetzt hat, hat deshalb Ende des vergangenen Jahres ein Stopp von Feuerwerken gefordert, zumindest in den mit Luftschadstoffen sowieso hoch belasteten Innenstädten. Feuerwerke sollten nach Meinung von Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, aus der Innenstadt verbannt werden. „Entweder auf Flächen am Stadtrand, wo die Menschen ihre Feuerwerkskörper abfeuern können oder noch besser ein professionelles Feuerwerk außerhalb sensibler Zonen, an dem sich alle erfreuen können und welches kaum Feinstaub erzeugt.“
In Eisenhüttenstadt drohen solche Maßnahmen nicht. Zwar ist auch in Eisenhüttenstadt am 31. Dezember und am 1. Januar die Belastung mit Feinstaub gestiegen, beziehungsweise hat die Messstation in der Karl-Marx-Straße erhöhte Werte gemessen. So lag die Feinstaubbelastung am 1. Januar bei 12 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, fiel am zweiten Januar auf sechs Mikrogramm. Aber selbst diese leicht erhöhten Werte liegen noch unter dem Jahresmittelwert für Eisenhüttenstadt, der für die Messstation mit 20 Mikrogramm angegeben wird. Nun befindet sich die Station in Eisenhüttenstadt nicht inmitten von Wohnbebauung, wo an Silvester besonders viel Feuerwerk abgeschossen wird. Anders sieht es zum Beispiel in Frankfurt in der Leipziger Straße aus, wo die Belastung auf 27 Mikrogramm am 1. Januar gestiegen ist, während sie am 30. Dezember lediglich fünf Mikrogramm betrug.
Aber auch in diesen Fällen werden die Grenzwerte nicht erreicht. So gilt ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm als Grenzwert. Darüber hinaus gibt es einen Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm, der nicht öfter als 35 mal im Jahr überschritten werden darf. In Eisenhüttenstadt war dies im vergangenen Jahr an zwölf Tagen der Fall. Vor allem im Februar und März war mit vier bzw. drei Überschreitungen von 50 Mikrogramm die Belastung hoch.
