Möbelbörse
: Gepflegte Möbel sind ein Muss

Die Soziale Einrichtung in Eisenhüttenstadt bietet Couchgarnituren en masse. Dafür fehlt es aber an Waschmaschinen und Kühlschränken
Von
Christina Sleziona
Eisenhüttenstadt
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Zu haben: Sylvia Lange, Geschäftsführerin der Sozialen Möbelbörse Eisenhüttenstadt steht vor den zu verkaufenden Couchgarnituren. Sie und ihre Mitarbeiter passen auf, dass nur einwandfreie Ware Einzug in die Halle findet.

Christina Sleziona

Bedürftige haben ein Recht auf gepflegtes Mobiliar“. Dieses Motto der Geschäftsführerin Sylvia Lange  hat man sich bei der Sozialen Möbelbörse in Eisenhüttenstadt auf die Fahne geschrieben. Sylvia Lange führt einmal durch die 528 Quadratmeter große Halle. Hier finden ausschließlich Möbel Platz, die sauber und gut erhalten sind. Das sind zum Beispiel Schränke, Badmöbel, Küchen, Essgruppen, aber vor allem Couchgarnituren, die hier nach dem Verwendungszweck geordnet nebeneinander stehen. Küchengeräte, Geschirr und Lampen können hier ebenfalls für kleines Geld erworben werden.

Die Möbelstücke und Geräte werden überwiegend von Privatpersonen und Pensionen abgeholt, die nicht weiter als 40 Kilometer entfernt sind. Vieles davon gehört jedoch auf den Sperrmüll, sagt Sylvia Lange. „Die Lieferanten müssen sich vor Ort ein Bild machen, ob die Ware noch gut genug zum Verkauf ist. Wir stellen uns immer wieder die Frage, ob wir selbst die Möbel kaufen würden. Wenn nicht, lehnen wir ab“, so die Geschäftsführerin. Seit acht Jahren arbeitet die gelernte Kauffrau bei der Möbelbörse und kennt die Geschmäcker ihrer Kunden. Unterstützung findet sie in sechs Mitarbeitern für Lieferung, Buchhaltung und Verkauf.

Preisliste seit 2002

Die Türen der Möbelbörse stehen vor allem für Arbeitslose und Hartz IV- Empfänger offen. All jene, die einen sozialen Zuschuss vom Staat erhalten, haben hier Vorrang. Das Angebot würde gut angenommen. Im Monat kämen über 100 Besucher, viele davon Stammkunden. Normalverdiener „dürfen natürlich auch zuschlagen, müssen aber mit einem Zuschlag von 20 Prozent rechnen“, sagt Sylvia Lange. Die Geschäftsführerin orientiert sich dabei an die Preisliste des Sozialamtes von 2002. Seitdem haben sich die Preise nicht verändert, dafür aber das Mobiliar.  Moderner soll es sein. DDR-Ware findet mittlerweile keinen Platz mehr.

Wofür aber es noch Platz gebe, wären Waschmaschinen und Kühlschränke. Diese Geräte werden dringend gesucht, betont die Geschäftsführerin. Die Nachfrage sei hier wesentlich größer als das Angebot, was sehr schade sei. Dafür gibt es jedoch vor allem Couchgarnituren en masse: „Uns werden so viele davon angeboten, dass wir keine mehr nehmen können“, meint Sylvia Lange. Ein Sommerschlussverkauf ab Mitte April soll der Überhand ein Ende bereiten. Dann werden Couch und Sofas  für die Hälfte des eigentlichen Preises angeboten.

Der Trägerverein Bumerang

Die Soziale Möbelbörse in Eisenhüttenstadt gehört zur Trägerschaft Bumerang e.V. des Landkreis Oder-Sprees. Der gemeinnützige Verein ist der Träger der Freien Jugendhilfe, der Arbeitsförderung, Jugend- und Sozialarbeit und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Dazu gehört auch die Möbelbörse in Beeskow sowie das Soziale Zentrum "Haltestelle" in Eisenhüttenstadt.⇥sle