Museum
: Kunst ohne Verfallsdatum

Der Vater des Stadtwappens spielt eine Rolle im Museum.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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  • Angeregte Gespräche: "Nutztiere" I-III heißen die Figuren von Kornelia Thümmel, die derzeit in der Galerie des Städtischen Museums zu sehen sind. Zudem sind dort Bilder von Susanne Maurer ausgestellt.

    Angeregte Gespräche: "Nutztiere" I-III heißen die Figuren von Kornelia Thümmel, die derzeit in der Galerie des Städtischen Museums zu sehen sind. Zudem sind dort Bilder von Susanne Maurer ausgestellt.

    Janet Neiser
  • Hingucker: Eine Kabinettausstellung mit Arbeiten von Johannes Hansky (1925-2004) ist ebenfalls eröffnet worden.

    Hingucker: Eine Kabinettausstellung mit Arbeiten von Johannes Hansky (1925-2004) ist ebenfalls eröffnet worden.

    Janet Neiser
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Das hatte sicherlich mehrere Gründe. Zum einen sind die Ausstellungseröffnungen in der Galerie in der Löwenstraße schon allein aufgrund der musikalischen Umrahmung immer einen Besuch wert. Magdalena Rasch und Jürgen Tesch haben dabei erneut für magische Momente gesorgt. Die zwei verstehen es, die ausgestellten Kunstwerke in Noten zu verpacken. Wunderbar war das. Mal schlenderte man am Meer entlang, mal auf einem Regenbogen. Der Applaus sprach für sich. Und eigentlich wollte man gar nicht, dass Schluss ist.

Doch schließlich ging es ja auch um bildende, also visuelle Kunst. Allen Eisenhüttenstädtern ist vor allem der Besuch des Erdgeschosses der Galerie tatsächlich zu empfehlen, denn dort ist eine Kabinettausstellung mit Arbeiten von Johannes Hansky (1925—2004) zu sehen. Er ist der Vater des offiziellen Eisenhüttenstädter Stadtwappens, das den Hochofen, ein Hochhaus, die Oder und eine Friedenstaube zeigt. Klar strukturiert, auf den Punkt gebracht, ohne viele Schnörkel. Nur leider fast vergessen, wie es scheint. Zumindest legt das der aktuelle Eintrag von Günter Fromm im Gästebuch des Museums nahe. Dort heißt es: „Das Wappen Eisenhüttenstadts sollte wieder mehr verwendet werden.“ Momentan findet sich auf Bannern und auf der Internetseite der Stadt eher das geschwungene Eisenhüttenstadt-"e“ wieder.

Doch zurück zur Ausstellung des Mannes, der in diesem Jahr seinen 95. Geburtstag gefeiert hätte. Die Arbeiten aus der Kunstsammlung der Stadt und von Leihgebern sind echte Schätze. Die Farben strahlen, ob nun beim Abstich am Hochofen oder bei den Tauben auf dem Regenbogen. „Da lacht das Herz“, freute sich Hanni Schmidt aus Diehlo, als sie mit ihrem Mann durch die Räume wandelte. „Der war schon ein echter Knaller“, sagte sie mit dem Hinweis, dass sie den Künstler noch aus persönlichem Erleben kannte. Beim Rundgang zeigt sich zudem, dass Hansky nicht nur ein begnadeter Künstler war, sondern dass er Kunst geschaffen hat, die an Aktualität nicht verliert.

Wer eine Treppe nach oben steigt, der ist in einer gänzlich anderen Kunst–Welt. Aber auch die zieht viele Besucher in ihren Bann. Zu sehen sind dort Arbeiten der Bildhauerin Kornelia Thümmel (Dresden) und der Malerin Susanne Maurer (Berlin). Beide Frauen sind nicht das erste Mal zu Gast in der Stahlstadt, stellen bereits das zweite Mal in der Galerie aus.

Eine Reise, die sich lohnt

„Ich freue mich, dass Sie wieder da sind“, erklärte Martina Harz, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste und Bereichsleiterin Kultur, bei der Vernissage. Da sind zum Beispiel der „Mond“ und der „Tanz des Minotaurus“ zu entdecken, mal aus Lindenholz, mal aus Aluminium. Aber auch „Nutztiere“ können die Besucher antreffen, wenn auch nur aus Gips. Was die Bilder angeht, wandert man durch zwölf Monate und die Jahreszeiten. Eine Reise, die Platz für Interpretationen lässt, eine Reise, die entschleunigt.

Für Anneliese Heinze aus Frankfurt ist das alles ein Genuss. „Wir kommen immer hierher“, erzählte die 80–Jährige, nachdem sie den Musikern gerade ein Kompliment gemacht hatte. „Wenn wir es mal nicht zur Eröffnung schaffen, dann kommen wir später.“ Ihr Mann male nämlich auch. Was sie so mag an der Städtischen Galerie? „Die Atmosphäre ist sehr angenehm und die Mitarbeiter sind immer freundlich.“