Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sieht nach der Strafanzeige und dem Strafantrag der Tierrechtsorganisation Peta gegen einen Tierhalter in Müllrose wegen mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und andere Vorschriften in dieser Sache keinen Straftatbestand. Sie hat die Strafanzeige deshalb am 28. November an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (VLÜA) des Landkreises Oder-Spree zur Ahndung in eigener Zuständigkeit übergeben, teilte die Kreisverwaltung Oder-Spree auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die ordnungsrechtliche Bewertung des Vorgangs durch das VLÜA sei noch nicht abgeschlossen.
Unter der Überschrift "Verwahrloste Tiere in Müllrose" hatte die MOZ am 6. Dezember über den Fall berichtet. Von Peta beschuldigt wird ein Müllroser, der auf seinem Grundstück im Kohlgartenweg, auf dem er selbst auch zumindest zeitweise in einem Wohnwagen lebt, mehrere Schafe, ein Pferd und einen Hund hält. Oder besser: gehalten hat. Denn das offenbar völlig verwahrloste, kranke und abgemagerte Pferd und auch der offenbar ebenfalls verwahrloste und kranke Hund wurden nach Auskunft der Kreisbehörde inzwischen an andere Tierhalter vermittelt.
Mehrere Kontrollen vor Ort
Peta und andere Tierschützer werfen den Behörden vor, zu lange untätig gewesen zu sein. "Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hat von dem Tierschutzfall in Müllrose durch eine Anzeige, die im Amt eingegangen ist, seit dem 1. Juli 2019 Kenntnis", schreibt die Kreisverwaltung. "Am Tag nach Bekanntwerden des Sachverhalts fand eine erste Vor-Ort-Kontrolle statt. Die unverzügliche tierärztliche Versorgung eines verletzten Pferdes wurde angeordnet und die Umsetzung der Maßnahme in der Woche darauf geprüft. Inzwischen gab es insgesamt sechs Termine vor Ort, zusätzlich mehrere Telefonate mit dem Tierhalter und mit Tierärzten, die das Pferd behandelt haben."
Pferdehaltung untersagt
Das Pferd hatte laut Peta mehrere offene Wunden, völlig kaputte Zähne und war unterernährt. Eine dauerhafte Verbesserung der Situation sei nach den ersten Kontrollen nicht eingetreten, so die Kreisverwaltung Oder-Spree weiter. "Bei einer Kontrolle Anfang November wurde erneut ein schlechter Ernährungs- und Pflegezustand des Pferdes festgestellt." Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt "hat wiederum die sofortige tierärztliche Versorgung des Pferdes angeordnet und zudem die Auflösung der Pferdehaltung. Das Pferd und ein Hund des betroffenen Halters wurden inzwischen an andere Tierhalter vermittelt. Was die Schafe anbetrifft, wurde durch das VLÜA Anfang Dezember das Aufräumen von Unterstand und Weide angeordnet. Bei einer Zuwiderhandlung droht die Fortnahme der Tiere."
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