Naturschutz
: Ärger um die Mahd

Die Mäharbeiten in Eisenhüttenstadt sorgen für Unmut bei den Anwohnern. Sie fürchten um die Artenvielfalt.
Von
Christina Sleziona
Eisenhüttenstadt
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Aufreger: Die Rasenflächen in der Mittelschleuse sind abgemäht und haben sich trotz des Regens noch nicht ganz erholt.

Christina Sleziona

Ein Thema, das auch die Eisenhüttenstädter wie Anwohnerin Ruth Krüger bewegt. Fassungslos schaute sie jüngst zu, wie die städtischen Mäharbeiten in der Mittelschleuse die wenigen Pflanzen zerstörten, die sich trotz der anhaltenden Trockenheit durchgekämpft hatten. Ein Anblick, der sich kaum noch mehr von ihrem grünen Garten neben der Rasenfläche vor ihrem Wohnblock unterscheiden könnte. „Das Bisschen, was wächst, wie Wegwarte oder Schafsgarbe, sind alles Kräuter, die für Insekten wichtig sind. Dass sie einfach niedergemäht werden, ärgert mich“, sagt die Anwohnerin. Sie möchte daher wenigstens in ihrem Garten genug Pflanzenvielfalt haben, um Bienen, Hummeln und Schmetterlingen Nahrung zu geben.

Anders sieht es die Stadtverwaltung. Auf den von der Stadt betreuten Flächen in der Mittelschleuse „hatten sich teilweise Aufkommen von Gräsern und Pflanzen entwickelt, welche schon eine Höhe von 40 bis 50 Zentimetern erreicht hatten“, erklärt Marion Riestein, im Bereich Bauen und Technik verantwortlich für Grünflächenpflege, auf Anfrage der MOZ. „Da Ferienzeit ist und Kinder  beziehungsweise Jugendliche diese Wiesenflächen für Spiel und Sport in Anspruch nehmen, wurden diese Flächen gemäht.“ Auch ein möglicher Zeckenbefall soll durch die Mahd verhindert werden.

In der Stadt wird auf kommunalen Flächen viermal zwischen April und November gemäht, hieß es weiter. Im Zentrum der Stadt, in der Lindenallee, in der Diehloer Straße, am Rathaus und in der Straße der Republik wird der Rasen für ein attraktives Stadtbild intensiver bewirtschaftet. Die Mäharbeiten fangen hier bei etwa sechs bis zehn Zentimeter Wuchshöhe an. Dann erfolgt die Mahd in den Stadtteilen Schönfließ, Fürstenberg und Diehlo. Sind Heimat– oder Dorffeste geplant, so werden diese im Pflegeplan zusätzlich bedacht.

Artenvielfalt berücksichtigt

Derweil gebe es durchaus Maßnahmen, um die Artenvielfalt zu schützen, betont Marion Riestein. „Zum Beispiel wurde die zweite Mahd auf dem Zentralen Platz ausgelassen, um den Insekten und Bienen zeitlich befristet eine zusätzliche Nahrungsquelle zu bieten.“ Eine naturbelassene Fläche findet sich beispielsweise in der Buchwaldstraße, wo auf einer Teilfläche keine Mahd erfolgt. Des Weiteren unterhält die Stadt eine Fläche im Landschaftsschutzgebiet Diehloer Höhe, die zu einem Offenlandbiotop entwickelt wird. „Imker nutzen diesen stadtnahen Bereich, um ihre Bienenvölker dort unterzubringen“, erklärt Marion Riestein.