Nazi-Symbol in Neuzelle: Hakenkreuz im Schnee hat Folgen – Reaktion von Schule und Stiftung

Zur Anzeige gebracht: Das Hakenkreuz, das Unbekannte in den Schnee auf dem Klosterteich in Neuzelle gestapft hatten. Entdeckt wurde es am 19. Januar.
Harald LicherDie brandenburgische Stiftung Stift Neuzelle hat gemeinsam mit dem Neuzeller Bürgermeister Dietmar Baesler Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Grund dafür ist das riesige Hakenkreuz, das vor einigen Tagen in den Schnee auf dem zugefrorenen Klosterteich geformt wurde. Die Stiftung ist Eigentümerin des Klosterteiches.
Der Bürgermeister zeigte sich bereits am 19. Januar erschüttert über das Nazi-Symbol, das ein Unbekannter oder Unbekannte in den Schnee gestapft hatten. Passanten hatten es an jenem Tag entdeckt und diesem Nachrichtenportal ein Foto zur Verfügung gestellt. Baesler veranlasste nach Rücksprache mit Polizei auch, dass die Feuerwehr das Symbol noch am selben Abend unkenntlich macht. Dabei stellte sich heraus, dass sogar zwei Hakenkreuze auf dem Klosterteich zu sehen gewesen sein sollen. Das bestätigt Amtswehrführer David Schulz.
Das sagt die Stiftung Stift Neuzelle
Die Stiftung Stift Neuzelle toleriere keine Symbole einer menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Ideologie, heißt es in der Mitteilung vom 25. Januar.
Neuzelle sei mit der historischen Klosteranlage ein Ort der kulturellen Begegnung und Bildung, so Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung. Auch die Schulen der Rahn Education im Kloster Neuzelle sind Schulen mit internationaler Anerkennung. Schüler aus unterschiedlichsten Nationen werden von einem internationalen Kollegium unterrichtet. Die Stiftung weiter: „Gegen Nazi-Symbolik, die Millionen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnt, und radikale demokratiefeindliche Agitation werden wir konsequent Grenzen setzen und Delikte zur Anzeige bringen.“
Das sagt Rahn Education
Gotthard Dittrich, Geschäftsführer der Schulgesellschaft Rahn Education, die eine Oberschule, ein Gymnasium und ein Internat auf dem Campus in Neuzelle betreibt, war nach eigenen Angaben entsetzt, als er von dem Nazi-Symbol auf dem Klosterteich in unmittelbarer Nachbarschaft des Schulcampus erfahren hatte.
Er wandte sich persönlich an dieses Nachrichtenportal und erklärte, dass Rahn Education sofort reagiert habe. So sei unter anderem ein Brief an die Eltern verschickt worden, in dem diese gebeten werden, daheim über das Thema zu sprechen. Zudem gibt es darin die Information, dass es auch im Unterricht unmittelbar behandelt werde – in allen Klassenstufen beider Schulen.
„Wir sind eine Schule mit internationaler Ausprägung“, betonte Dittrich. „Dieses Symbol des Hasses und der Intoleranz steht im direkten Widerspruch zu den Werten, die wir in unseren Bildungseinrichtungen in Neuzelle sowie an allen Einrichtungen der Rahn Education vermitteln.“
Kein Platz für Rechtsextremismus
Der Schulcampus in Neuzelle stehe für Diversität und Toleranz, heißt es in der offiziellen Erklärung von Rahn Education. Oberstes Ziel sei es, ein Klima des Respekts und Verständnisses zu schaffen. Der Campus in Neuzelle sei ein Abbild der Internationalität: 600 Schüler aus elf Nationen (Deutschland, Polen, Ukraine, Russland, Ägypten, Brasilien, China, Vietnam, USA, Syrien, Türkei) würden dort lernen. Nach dem Vorfall mit dem Hakenkreuz in Neuzelle wolle man die „entschiedene Ablehnung zu jeglicher Form von Rechtsextremismus und Diskriminierung bekräftigen“.
Es sei wichtig, Kinder und Jugendlichen immer wieder neu zu sensibilisieren und aufzuzeigen, warum es so wichtig ist, gegen Hass und Intoleranz einzustehen. Aus diesem Grund gibt es nun auch spezielle Unterrichtseinheiten und Diskussionen zu dem Thema. Bei Rahn Education sei kein Platz für Rechtsextremismus und Diskriminierung.


